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1:0 gegen FC Vaduz : Russ-Verletzung trübt Eintrachts Freude

Eintracht-Verteidiger Marco Russ humpelt nach seiner Verletzung vom Feld. Bild: dpa

Nach dem 5:0-Erfolg im Hinspiel lässt es die Eintracht vor heimischer Kulisse etwas ruhiger angehen. Der Einzug in die Play-offs wird allerdings von der Verletzung eines Publikumslieblings überschattet.

          Die Spannung, die vorab von dieser Partie ausging, hielt sich in Grenzen. 5:0 hatte die Eintracht vor Wochenfrist auswärts beim FC Vaduz gewonnen und damit eine nahezu unerschütterliche Grundlage gelegt, um weiterhin mit einer Teilnahme an der Gruppenphase der Europa League rechnen zu dürfen. Der Anziehungskraft des Rückspiels konnte der deutliche Sieg in Liechtenstein nichts anhaben: Abermals kamen 48.000 Besucher in die ausverkaufte Frankfurter Arena und sahen beim 1:0 einen schmucklosen Erfolg der Hessen, die ungefährdet in die Play-offs gegen Racing Straßburg einzogen. Das Tor des Abends erzielte Jonathan de Guzman (31. Minute).

          Europa League
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          Adi Hütter hatte nicht seine nominell stärkste Elf nominiert, sondern bei der Aufstellung auch den bevorstehenden Bundesliga-Start im Blick. So durfte anfangs Marco Russ in der Abwehrkette ran, und de Guzman sammelte im zentralen Mittelfeld Spielpraxis, auch der zuletzt in der Vorbereitung nicht überzeugende Almamy Toure als Rechtsverteidiger und Mijat Gacinovic in der Offensivzentrale waren von Beginn an dabei. Filip Kostic erhielt dagegen eine Auszeit und stand wie Ante Rebic nicht im Kader. Noch vor der Pause war der Trainer allerdings zu einer Änderung im Plan gezwungen: Er musste Martin Hinteregger einwechseln, da sich Russ ohne Einwirkung des Gegners am rechten Fuß verletzte und ausgewechselt werden musste (36.). Der 34-Jährige zog sich rund zehn Minuten vor dem Halbzeitpfiff einen Riss der Achillessehne zu. Hütter bestätigte die Verletzung des Innenverteidigers. „Das ist der Wermutstropfen.“ Durch die Verletzung droht Russ wohl ein halbes Jahr auszufallen.

          Frankfurter Hexenkessel: Unter dem Motto „Alle in Rot“ präsentierten die Eintracht-Anhänger vor dem Spiel eine Choreographie.

          Wie vor 14 Tagen gegen Tallinn, als Hinteregger als Neuzugang präsentiert wurde, wurde das Publikum vor Anpfiff von einer Nachricht überrascht, die über den Tag hinaus einiges zur sportlichen wie wirtschaftlichen Durchsetzungsfähigkeit des Klubs beitragen soll: Indeed verlängerte sein Engagement als Hauptsponsor der Eintracht vorzeitig. Die Zusammenarbeit wurde am Donnerstag bis Mitte 2023 fortgeschrieben. Bei Indeed handelt es sich nach eigenen Angaben um die weltweit größte Online-Jobsuchmaschine. Beim Beginn ihrer Partnerschaft im Sommer 2017 hatten sich beide Seiten zunächst auf einen Dreijahresvertrag verständigt, der für die Eintracht bis zum Ende der regulären Laufzeit inklusive Bonuszahlungen rund 20 Millionen Euro bringen wird. Zum Vergleich: Branchenprimus, was die Einnahmen durch Hauptsponsoren angeht, ist in der Bundesliga der FC Bayern München, der jährlich 35 Millionen Euro von der Telekom kassiert. Aufsteiger SC Paderborn erhält per anno vom Wettanbieter Sunmaker zwei Millionen Euro. Axel Hellmann, Vorstandsmitglied der Eintracht, sagte, dass sich der anhaltende Aufwärtstrend der Frankfurter in den wirtschaftlichen Dimensionen der Vertragsverlängerung mit dem amerikanischen Unternehmen spiegele. Zu konkreten Zahlen äußerte er sich nicht. „Wir haben uns finanziell ein wenig verbessert“, sagte Hellmann lediglich.

          Dazu beigetragen hat unter anderem auch die Tatsache, dass sich der Klub seit diesem Sommer selbst vermarktet und damit keine Maklergebühr mehr anfällt. Hellmann sprach von einem „besonderen Tag der Weichenstellung“ für die Eintracht. Paul D’Arcy, der Senior Vice President Marketing bei Indeed, klang in seinem Statement ähnlich zufrieden: „Wir sind stolz auf den Verein und die Arbeit, die wir zusammen geleistet haben.“ Künftig wird die Kooperation noch vertieft. Hellmann kündigte an, dass die Eintracht in der New Yorker Dependance von Indeed ein Büro einrichten wird, um von dort aus die Vermarktung des Klubs in Nordamerika voranzutreiben. Eröffnungstermin soll im vierten Quartal 2019 sein. Hellmann nannte das Projekt „einen Meilenstein“ in der Geschichte der Eintracht: „Heute wurde eine gute Planungsgrundlage geschaffen.“

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          Um international weitere positive Fußball-Schlagzeilen schreiben zu können, bietet sich schon in sechs Tagen die nächste Gelegenheit. Dann kommt es zum Hinspiel im K.o.-Duell mit Straßburg. Die Franzosen besiegten zuhause Lokomotive Plovdiv 1:0, nachdem sie bereits auswärts mit dem gleichen Ergebnis gewonnen hatten. Sollten sich die Frankfurter auch gegen den Verein aus der Ligue 1 durchsetzen, der zuletzt als Rangelfter die Runde abschloss, wären sie – mindestens bis zur Winterpause – aufs Neue im Europapokal vertreten.

          Tor des Abends: Eintracht Frankfurts Jonathan de Guzman bejubelt seinen Treffer zum 1:0 gegen den FC Vaduz.

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