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Eintracht Frankfurt in Basel : „Ich glaube an Wunder“

Er gibt stets alles: Eintracht-Kapitän David Abraham, der mit seiner Mannschaft ein 0:3 aufholen muss. Bild: Jan Huebner

Die Frankfurter müssen ein 0:3 aus dem Hinspiel in der Europa League in Basel drehen. Unmöglich? Ganz und gar nicht. Sportvorstand Bobic ist ebenso vom Weiterkommen überzeugt wie der Rest der Eintracht.

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          Die 100 muss fallen. Mehr noch: Die Frankfurter Eintracht, die in der zurückliegenden Saison in den bisherigen 54 Pflichtspielen 99 Tore erzielt hat, muss mindestens drei Tore schießen, um den Traum vom Europa-League-Endturnier in Nordrhein-Westfalen am Leben zu halten. Rückspiel im Achtelfinale, die Eintracht an diesem Donnerstag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Europa League, bei RTL und bei DAZN) beim FC Basel: Das erste Pflichtspiel dieses Sommers hat es in sich. „Wir wollen das Unmögliche möglich machen“, sagte Adi Hütter. „Wenn alles gut läuft, können wir es umdrehen.“ Auf der Mannschaft des Eintracht-Trainers lastet eine schwere Hypothek. Das Hinspiel, damals am 12. März ohne Zuschauer in Frankfurt, ging 0:3 verloren – und mit ihm zugleich alle europäischen Hoffnungen?

          Europa League

          Die Eintracht gibt sich kämpferisch. Am Mittwoch haben sich 19 Fußballprofis auf den Weg über die Grenze in Richtung Basler St. Jakob-Park gemacht. Nicht mit dabei: Djibril Sow. Der Schweizer fehlt Gelb-gesperrt in der Heimat. Hütter muss an der Schnittstelle vor der Abwehr anders planen. Dominik Kohr drängt es zurück an die Seite von Sebastian Rode. Egal, für welche Elf sich Hütter auch entscheidet: Unter Flutlicht muss alles passen. Torhüter Kevin Trapp sagte: „Wenn jemand die Sensation packen kann, dann sind es wir. Das haben wir in der Vergangenheit schon bewiesen, außerdem haben wir in der Rückrunde vor allen in den Auswärtsspielen stark gespielt.“

          Die Europa-Reise der Eintracht geht weiter – zumindest bis zu diesem Donnerstag. Angefangen hatte sie vor etwas mehr als einem Jahr im Baltikum, wo die Hessen im ersten Qualifikationsspiel 2:1 beim FC Flora Tallinn siegten. Nun also das Wiedersehen mit Basel, mit der Mannschaft von Trainer Marcel Koller, die der Eintracht im Hinspiel im März eine Lektion erteilt hat. Kevin Bua, einer der Torschützen damals, ist nicht mehr dabei. Er hat die Eidgenossen verlassen. Einer, der seit Jahren schon der Eintracht die Treue hält und die Mannschaft an diesem Donnerstag als Kapitän anführen wird, hat eine besondere Beziehung zum FC Basel: David Abraham. Für den Argentinier war Basel seine erste Profistation in Europa. 2008 ist das gewesen.

          Vier Jahre lang hat der schnelle Innenverteidiger beim FC gespielt. Bei der Eintracht geht der mittlerweile 34 Jahre alte Abraham in seine sechste Saison. Seine Hoffnung: „Wir wollen das Ergebnis umbiegen“, sagte er am Mittwochabend in Basel. „Wir wünschen uns ein 4:0.“ Während die Eintracht vor wenigen Tagen beim 1:1 gegen AS Monaco erst ein Spiel in diesem Sommer bestritten hat, befindet sich der FC Basel im wöchentlichen Wettkampfmodus. Das kann ein Vorteil sein, muss es aber nicht. Zuletzt waren die Schweizer am 3. August im Einsatz und haben ihr letztes Punktspiel in der Super League bestritten. Am Ende reichte es für Kollers Mannschaft zu Platz drei – mit insgesamt 62 Punkten, der schwächsten Punktebilanz des Vereins seit Bestehen der ersten Schweizer Liga. Andererseits: In der Europa League läuft es im St. Jakob-Park. Alle bisherigen vier Heimspiele wurden gewonnen.

          Die Eintracht ist zum Siegen verdammt. Wegen des 0:3 aus dem Hinspiel braucht sie Tore – viele Tore. Zuständig dafür sollen in erster Linie die Stürmer sein: André Silva, Bas Dost und Goncalo Paciencia. Gerade der Portugiese präsentierte sich zuletzt in prächtiger Verfassung. Seit dem Wiederstart der Bundesliga hat er in zehn Spielen acht mal getroffen. Hinter Torschützenkönig Robert Lewandowski ist Silva damit der zweiterfolgreichste Angreifer in dieser Phase. Dass die Eintracht den Sprung in das Achtelfinale gegen Basel schaffte, war auch Silvas Verdienst. Beim 2:2 in Salzburg erzielt er mit Kopf und Fuß beide Frankfurter Tore.

          Auch Daichi Kamada hat sich zuletzt als angriffslustiger Profi gezeigt. Der spielstarke Japaner, der seit Monaten zu Hütters erster Elf gehört, fühlt sich besonders wohl, wenn die Europapokal-Hymne ertönt und er sich in der Europa League beweisen darf. Sechs Treffer des eleganten Angreifers zeugen davon.

          Nicht nur Trainer Hütter und Torwart Trapp glauben an das Weiterkommen in Basel. Auch Fredi Bobic gibt sich optimistisch. So sagte der Eintracht-Sportvorstand zur Einstimmung auf das Rückspiel gegenüber dem das Spiel live übertragenden Fernsehsender RTL: „Ich glaube an sportliche Wunder. Das ist quasi in meiner DNA verankert.“ Übrigens: Das letzte Mal, dass die Eintracht die Marke von 100 Tore geknackt hat, war in der Saison 1979/1980. Am Ende stand der Gewinn des Uefa-Cups.

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