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Europa League gegen Piräus : Die Eintracht braucht den Gesichtswechsel

Will wieder jubeln: Stürmer Gonzalo Paciencia (hier nach seinem Treffer gegen Antwerpen) Bild: EPA

Mutig, entschlossen, durchsetzungsstark: In der Europa League muss sich die Eintracht gegen Tabellenführer Olympiakos Piräus von einer anderen Seite zeigen. Kapitän Rode ist wieder im Kader.

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          Die Frankfurter Eintracht soll an diesem Donnerstag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Europa League und bei RTL) im zweiten Europa-League-Heimspiel dieser Saison gegen Olympiakos Piräus nicht wiederzuerkennen sein. „Wir müssen ein anderes Gesicht zeigen“ – das fordert Stürmer Gonçalo Paciência und meint eine viel bessere Präsentation als beim mauen 1:2 zu Hause in der Bundesliga gegen Hertha BSC. Das Publikum in der WM-Arena – erwartet werden zum Europapokalabend 35.000 Zuschauer – wird genau hinschauen, ob es der Eintracht diesmal gelingt, sich von einer anderen, mitreißenden Seite zu präsentieren.

          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Mutig, entschlossen, kampf- und durchsetzungsstark. Und nicht so pomadig und verunsichert wie noch gegen Berlin. „Die Art war echt schlecht“, gab Mittelfeldspieler Djibril Sow am Mittwoch auf der Pressekonferenz zu: „Wir haben uns hinterfragt, ob wir alles gegen Berlin gegeben haben. Das war nicht der Fall.“

          Europa League

          Allen voran Trainer Oliver Glasner ist nun unter Zugzwang. Der 47 Jahre alte Österreicher muss eine wettbewerbsfähige Mannschaft zusammenstellen, die sich einspielen kann, ohne dass die Grundordnung von ihm ständig geändert wird. Bei der Besetzung der Startelf muss Kontinuität einkehren. Erstligaerfahrene Spieler wie Daichi Kamada, der sein Können mit fünf Toren und 15 Vorlagen in der vergangenen Spielzeit nachgewiesen hat, sollte wieder das Vertrauen des Trainers spüren. „Er ist ein ganz wichtiger Spieler für uns. Daichi hat schon die meisten Einsatzminuten und wird weiterhin sehr viele bekommen. Er hat aber nicht immer den frischesten Eindruck gemacht“, begründete Glasner die zurückliegende Rolle des Ersatzspielers für den Japaner.

          Sow spürt den Druck, Rode kehrt zurück

          Glasner hatte zuletzt Jens Petter Hauge vorgezogen. Der Norweger aber konnte seine Berücksichtigung oft nicht rechtfertigen. Das gilt auch für seine ebenfalls offensiv ausgerichteten Teamkollegen Sam Lammers und Jesper Lindström, die weit davon entfernt waren, den Frankfurter Ansprüchen gerecht zu werden. Sind die vergangenen Wochen der Maßstab, reicht das Niveau der Frankfurter Neuverpflichtungen nicht aus, um dem Team im Angriff Gefahr zu verleihen. Er wisse, „dass die Erwartungshaltung sehr hoch ist an die neuen Spieler. Und es läuft nicht immer alles perfekt. Die Niederlage gegen Hertha aber den dreien in die Schuhe zu schieben, wäre völlig falsch. Wir laden ihnen nicht den ganzen Druck auf“, sagte Glasner.

          War zuletzt etwas ratlos: Trainer Oliver Glasner
          War zuletzt etwas ratlos: Trainer Oliver Glasner : Bild: dpa

          Sow hat in den vergangenen Tagen gespürt, dass seine in die Kritik geratenen Mitspieler „unter Druck stehen. Wir etablierten Spieler müssen ihnen deshalb den Druck nehmen und ihn auf unsere Schultern verteilen“, sagte er. Aktiv einbringen kann sich Sebastian Rode, der gegen die Griechen nach seiner Knieverletzung erstmals wieder zum Kader gehören wird. Ein Startelfeinsatz des Kapitäns käme für den Trainer aber noch zu früh.

          Die Europa League füllt die Kasse

          Mit einem Heimsieg über den 46-maligen griechischen Meister, der seit fünf Europapokal-Auswärtsspielen ungeschlagen ist, würden sich die Frankfurter mit sieben Punkten vor Piräus an die Tabellenspitze setzen. „Wir brauchen eine Leistung auf absolutem Topniveau“, sagt Glasner. Apropos Leistungsstärke: Nach jetzigem Stand muss die Eintracht in der Transferperiode im Winter ihre Mannschaft personell verstärken. Das nötige Geld dafür können sie sich in der Europa League erspielen. Eingenommen hat die Eintracht bisher knapp 4,5 Millionen Euro: 630.000 Euro gab es für den 1:0-Erfolg in Antwerpen und 210.000 Euro für das Remis gegen Istanbul (1:1).

          Außerdem kamen gut 3,6 Millionen Euro durch die Teilnahme am Wettbewerb in die Kasse. Vier weitere Siege würden den Ertrag um gut 2,5 Millionen Euro steigern. Ein Gruppensieg wird mit 1,1 Millionen Euro und das Erreichen des Achtelfinales mit 1,2 Millionen Euro belohnt. Als Gruppenzweiter, in diesem Fall würde zunächst die Zwischenrunde auf die Hessen warten, kämen die Frankfurter ebenfalls zu einem Bonus; die Prämie beträgt 550.000 Euro.

          Was die Zuschauereinnahmen betrifft, konnte die Eintracht aufgrund der Corona-Pandemie bisher nicht mit einer Brutto-Einnahme in Höhe von zwei Millionen Euro pro Spiel rechnen. Denn das hätte in der Europa League jeweils eine Vollauslastung des Stadions mit 48.000 Zuschauern bedeutet. Gegen Fenerbahce Istanbul waren es jedoch nur 25.000 Zuschauer. Gegen Olympiakos Piräus werden 35.000 Besucher erwartet. So kämen Einnahmen von insgesamt mehr als zwei Millionen Euro zusammen. Für das Bundesliga-Heimspiel am 30. Oktober von 18.30 Uhr an gegen Leipzig genehmigte das Frankfurter Gesundheitsamt am Mittwoch 51.500 Zuschauer, was einer Vollauslastung gleichkäme. Bis zu 5000 Menschen, die nicht geimpft oder genesen, aber negativ getestet sind, werden eingelassen. „Das ist erneut in vielen Belangen ein nächster Schritt in die richtige Richtung. Erstmals und ohne vorgegebenes Schema hat jetzt jeder Dauerkarteninhaber wieder seinen Platz“, sagte Vorstandssprecher Axel Hellmann.

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