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Europa League : Frankfurter Traumstart ins Neuland

Freude in Frankfurt: Die Eintracht gewinnt auch das dritte Europa-League-Spiel Bild: REUTERS

Die Eintracht gewinnt auch ihr drittes Spiel in der Europa League. Nach dem 2:0 über Tel Aviv sind die Frankfurter auf dem Weg in die Zwischenrunde. Kadlec und Meier treffen, Maccabi schwächt sich selbst.

          3 Min.

          Mit dem Erreichen der Europa League hat die Eintracht nach eigenem Bekunden „Neuland“ betreten. Für die Mannschaft, so drückte sich Trainer Armin Veh im Sommer aus, beginne mit dem für sie außergewöhnlichen Wettbewerb im Herbst ein aufregendes Abenteuer.

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Nun, da seit Donnerstag drei Spieltage auf internationalem Terrain absolviert sind, hat es den Anschein, als ob die Frankfurter auch nach der demnächst anstehenden Winterpause ihre Erlebnisreise werden fortsetzen können. Durch das 2:0 gegen Maccabi Tel Aviv verbesserten die Hessen ihre Chancen auf das Weiterkommen erheblich.

          Nach drei Partien in der Gruppenphase ist die verlustpunktfreie Bilanz vielversprechend. Aufgrund der Tabellen-Konstellation könnte dem Spitzenreiter der Gruppe F in den ausstehenden drei Spielen ein einziger weiterer Punkt genügen, um sich für die K.-o.-Runde im Frühjahr 2014 zu qualifizieren.

          Die Eintracht präsentierte sich an diesem Abend vor 40.800 Besuchern in der WM-Arena, anders als zuletzt in der Liga, wieder von ihrer besseren Seite: schnell nach der Balleroberung, aufmerksam im Zweikampf, konsequent in der Defensive. Nach der stimmungsvollen Fan-Choreographie vor dem Anpfiff ging die Elf von Armin Veh sogleich so zielstrebig zur Sache, wie sie es sich vorgenommen hatte.

          Und der Gegner zeigte sich von derart viel Frankfurter Schwung, zu dem Tranquillo Barnetta einen maßgeblichen Beitrag leistete, beeindruckt. Alexander Meier bot sich schon nach vier Minuten die Möglichkeit zur Führung.

          Meiers Versuch geht nur an den Pfosten kurz vor dem 1:0 Bilderstrecke
          Meiers Versuch geht nur an den Pfosten kurz vor dem 1:0 :

          Nach einer Flanke von Bastian Oczipka stieg der wiedergenesene Goalgetter im Strafraum am höchsten, erwischte die Kugel exakt mit dem Kopf, doch Keeper Juan Pablo machte mit einer sehenswerten Reaktion die Chance zunichte. Barnetta, der sich immer wieder mit Sprints von seinen Bewachern löste und aus dem Mittelfeld in den Angriff einschaltete, verfehlte das Ziel ebenfalls zweimal aus kurzer Distanz (7. und 9. Minute).

          Der Schweizer Nationalspieler war es dann aber, der mit einem beherzten Flankenlauf den ersten Treffer vorbereitete; seine Hereingabe von der rechten Seite wurde von Meier zunächst an den Pfosten gelenkt, ehe Vaclav Kadlec den Abpraller aus drei Metern unhaltbar ins Netz schoss (13.).

          Trapp wird nur einmal ernsthaft gefordert

          Der Beitrag der Israelis zum Geschehen beschränkte sich weitestgehend auf die geballte Bewachung der eigenen Hälfte. Bis auf Ben Haim, ihren flinksten Stürmer, zog sich das Team nahezu komplett hinter die Mittellinie zurück und setzte nur vereinzelt auf die Option, mit flotten Kontern die Eintracht-Abwehr aufzuschrecken.

          Kevin Trapp, der Frankfurter Schlussmann, wurde so nur zu Beginn einmal ernsthaft gefordert, als Haim ein Missverständnis von Johannes Flum und Bastian Oczipka zu einem Fernschuss nutzte, der aber zur Beute des 23 Jahre alten Keepers wurde (5.).

          Haim versucht es gleich doppelt mit der Hand

          Während sich die Frankfurter bis zur Pause abermals den Vorwurf gefallen lassen mussten, zu ineffektiv vorzugehen und durch Barnetta, Meier und Sebastian Rode gleich eine Handvoll sehenswert heraus gespielter Gelegenheiten verstreichen zu lassen, schwächte sich Maccabi selbst.

          Haim tat sich und seinen Kollegen mit seinem übertriebenen Ehrgeiz jedenfalls keinen Gefallen. Er versuchte in der 30. und 34. Minute gleich zweimal weithin sichtbar, den Ball mit der Hand weiterzuleiten, was der italienisch Referee Antonio Damato in der Konsequenz korrekt mit der Gelb-Roten Karte ahndete.

          Personalrotation bleibt ohne negative Folgen

          Nach dem Seitenwechsel musste Veh umstellen und den nach einem Foul kurz vor Ende der ersten Halbzeit nur noch humpelnden „Sechser“ Marco Russ austauschen. Für ihn kam Stefan Aigner, der fortan über die rechte Außenbahn für Schwung sorgte, Barnetta wechselte hinüber auf links, und Johannes Flum übernahm die Aufgabe als Aufpasser vor der Viererkette.

          Die Personalrotation blieb ohne gravierende negative Folgen. Ganz im Gegenteil. Frankfurt gab weiter den Takt an, während Tel Aviv nur darauf bedacht schien, den Rückstand nicht anwachsen zu lassen und sein Hauptaugenmerk auf die Verteidigung legten wollte.

          Frankfurt bringt den Vorsprung über die Zeit

          Ein Konzept, das nicht lange aufging. Meier erhöhte in der 53. Minute auf 2:0, indem er nach einem Eckstoß von Barnetta ohne Bedrängnis einnickte. Spätestens damit war der Behauptungswillen des Gegners gebrochen. Die Eintracht, die jüngst dreimal in der Schlussphase einen sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand gab, hatte keine Mühe, den Vorsprung diesmal über die Zeit zu bringen – ihr gefällt es im „Neuland“.

          Eintracht Frankfurt - Maccabi Tel Aviv 2:0 (1:0)

          Eintracht Frankfurt: Trapp - Jung, Zambrano, Anderson, Oczipka - Russ (46. Aigner) - Rode, Flum - Barnetta (68. Inui) - Meier (78. Lakic), Kadlec
          Maccabi Tel Aviv: Juan Pablo - Yeini, Tibi, García, Ben Harush - Radi, Alberman (55. Margolis), Mitrovic - Zahavi (74. Altman), Prica (65. Dabbur), Ben Haim
          Schiedsrichter: Damato (Italien)
          Zuschauer: 40.800
          Tore: 1:0 Kadlec (12.), 2:0 Meier (53.)
          Gelbe Karten: Aigner, Russ, Zambrano / Mitrovic
          Gelb-Rote Karten: - / Ben Haim (34./wiederholtes Foulspiel)

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