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Klopp und Liverpool : „Wir brauchen nicht mal ein Wunder“

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„Eigentlich möchte ich nichts mit dem Dortmund-Spiel vergleichen, aber es hat gezeigt, es ist alles möglich“: Liverpool-Trainer Jürgen Klopp. Bild: Reuters

Liverpool muss im Halbfinale der Europa League gegen Villarreal ein 0:1 wettmachen. Trainer Klopp setzt auf die Heimstärke an der Anfield Road – und überraschend auch wieder auf einen Deutschen.

          Es klang wie eine Drohung von Jürgen Klopp in Richtung des FC Villarreal. „Entschuldigung“, sagte der Liverpool-Trainer nach dem Last-Minute-0:1 im Halbfinal-Hinspiel der Europa League beim Tabellenvierten der spanischen Primera Division. „Aber es ist erst Halbzeit. Ihr müsst noch an die Anfield Road kommen.“ Der deutsche Coach und sein Klub setzen am Donnerstag (21.05 Uhr / Live bei Sport 1, Sky und im Europa-League-Ticker bei FAZ.NET) auf dem erhofften Weg ins Finale nach Basel voll auf die Heimstärke, die schon Borussia Dortmund zum Verhängnis wurde.

          „Mit der Hilfe von Anfield können wir sehr viel erreichen“, erklärte Klopp, der auf den wiedergenesenen Nationalspieler Emre Can zurückgreifen kann. „Wir brauchen nicht mal ein Wunder. Ein 0:1 ist nicht das größte Resultat der Welt.“ Abwehrspieler Kolo Touré sendete ebenfalls ein klares Signal an die Spanier. „Wir haben gegen Dortmund gezeigt, dass wir antworten können – und wir werden das im nächsten Spiel auch tun“, kündigte der Ivorer an.

          In seiner knapp siebenmonatigen Amtszeit hat Klopp seinen Spielern vor allem Kampfeswillen eingepflanzt. „Ich weiß und ich habe schon gesehen, dass wir eine Menge können“, kommentierte Klopp vor dem Duell mit den Spaniern. Gegen den BVB bog sein Team nach dem 1:1 in Dortmund im Hexenkessel Anfield einen 0:2- und 1:3-Rückstand noch in ein 4:3 um. „Eigentlich möchte ich nichts mit dem Dortmund-Spiel vergleichen, aber es hat gezeigt, es ist alles möglich.“

          Dies sieht auch Dietmar Hamann so. Der ehemalige deutsche Nationalspieler sieht sein früheres Team im Vorteil. „Die Fans können einen großen Unterschied ausmachen, so wie wir es gegen Dortmund gesehen haben. Ohne sie hätte Liverpool die Wende nicht geschafft“, wurde Hamann, der mit den Reds 2001 den damaligen Uefa-Pokal und 2005 die Champions League gewann, auf der Vereinshomepage zitiert. Es komme vor allem auf die Psyche an. „Wenn die Spieler von Villarreal den Tunnel hinunterkommen, werden einige denken: „Ich weiß nicht, ob ich heute richtig Lust habe.“ Genau das müssen sie nutzen, da spielen die Anhänger eine große Rolle“, meinte der heutige TV-Experte.

          Allerdings kommt mit dem FC Villarreal ein Gegner, der in diesjährigen K.o.-Phase immer zuerst sein Heimspiel gewann und dann ohne Niederlage im Stadion des Gegners in die nächste Runde einzog. In 13 Europa-League-Matches siegte die Mannschaft von Trainer Marcelino neunmal. Mit dem SSC Neapel, Bayer Leverkusen und Sparta Prag schaltete der Klub dazu klangvolle Namen aus.

          Wieder mittendrin: Emre Can (Mitte), deutscher Nationalspieler vom FC Liverpool.

          Sollte auch Liverpool dazukommen, droht der Klopp-Elf in der kommenden Saison ein Jahr ohne internationalen Wettbewerb. In der Premier League rutschte der Klub zuletzt auf Rang acht ab. Klopp bleibt optimistisch. „Wir haben noch drei Ligaspiele und, ich hoffe, noch ein weiteres in der Europa League.“

          Der deutsche Nationalspieler Emre Can könnte nach seiner Knöchelverletzung schneller als erwartet wieder ins Team rücken. „Emre Can ist ganz sicher bereit, in die Mannschaft zurückzukehren", sagte Klopp am Mittwoch. Can hatte sich Mitte April einen Bänderriss im Sprunggelenk zugezogen. Zunächst hatte der Klub mitgeteilt, dass der Mittelfeldspieler vier bis sechs Wochen ausfallen werde. Dank seiner schnellen Genesung darf Can weiter auf einen Platz im vorläufigen EM-Kader hoffen, den Bundestrainer Joachim Löw am 17. Mai benennt.

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