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Arsenal gegen ZSKA Moskau : Wie der Giftanschlag den Fußball belastet

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„Das ist eine typische Situation, in der Sport sich nicht in die Politik einmischen sollte – und die Politik nicht in den Sport“: Arsene Wenger. Bild: EPA

England gegen Russland. London gegen Moskau. Arsenal gegen ZSKA. Das Viertelfinale in der Europa League ist seit dem Fall Skripal ein ganz pikantes. Es ist nicht das erste Mal, dass dieses Duell überschattet wird.

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          Als der frühere Fußball-Profi Eric Abidal für den FC Arsenal das Los mit ZSKA Moskau zog, hatte er einen ernsten Gesichtsausdruck. Ob ihm die Brisanz der Europa-League-Paarung im Viertelfinale sofort bewusst war? Ausgerechnet London gegen Moskau. Seit dem Giftanschlag auf den früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Julia in der englischen Kleinstadt Salisbury ist das Verhältnis zwischen Großbritannien und Russland schwer belastet. Die sportlichen Aspekte sind vor dem Spiel etwas in den Hintergrund geraten.

          Arsenal erinnerte seine Fans direkt nach der Auslosung an eine Reisewarnung, die das britische Außenministerium zuvor veröffentlicht hatte. Darin wird vor einer möglichen „antibritischen Stimmung oder Belästigung“ in Russland gewarnt, Reisende zur Vorsicht gemahnt. Die Mitteilung der russischen Botschaft klingt ähnlich: ZSKA-Fans, die nach London reisen, sollten „extrem vorsichtig“ wegen einer angeblichen „antirussischen Kampagne“ und der „wachsenden russophoben Stimmung“ sein. Müssen sich die Fußballfans wirklich Sorgen machen?

          Zumindest Arsenal-Trainer Arsène Wenger glaubt nicht daran. Im Interview mit dem Sportportal „beIN SPORTS“ erklärte der Coach, warum er sich keine Sorgen macht. „Ich bin mir sicher, dass die Uefa kein Risiko eingeht“, sagte Wenger. „Das ist eine typische Situation, in der Sport sich nicht in die Politik einmischen sollte – und die Politik nicht in den Sport.“ Der Trainer gab sich betont neutral: „Wir wissen doch gar nicht wirklich, was los ist.“

          Europa League

          Die britische Regierung hat keine Zweifel daran, dass Russland für den Anschlag auf Skripal verantwortlich ist. Einen handfesten Beweis bleibt sie aber schuldig. Britische Forscher haben eine russische Herkunft des Giftes nicht nachweisen können. Die „präzise Quelle“ sei unklar, sagte am Dienstag Gary Aitkenhead, Chef eines Laboratoriums der Forschungsanlage Porton Down, dem britischen Sender Sky News. Sicher sei nur, dass es sich um Nowitschok handele. Der Kampfstoff wurde in der früheren Sowjetunion hergestellt.

          Es ist nicht das erste Mal, dass ein Fußballmatch zwischen Arsenal und ZSKA von politischer Brisanz begleitet wird. Beim bislang letzten Duell der beiden Teams – im November 2006 in der Gruppenphase der Champions League – soll Andrej Lugowoi als Zuschauer im Emirates Stadion gewesen sein. Der russische Politiker wird von den Briten bis heute des Mordes an Kreml-Gegner Alexander Litwinenko verdächtigt. Der Fall wird im Zuge der aktuellen Ermittlungen noch einmal untersucht. Am Tag des Spiels soll sich Lugowoi mit Litwinenko getroffen haben, der kurze Zeit später schwer erkrankte. Litwinenko starb an einer Vergiftung durch radioaktives Polonium. Die Polizei soll im Rahmen der Ermittlungen damals auch das Stadion des FC Arsenal untersucht haben.

          Für Wenger und seine Mannschaft mit den deutschen Weltmeister Mesut Özil und Shkodran Mustafi wird all das keine Rolle spielen, wenn das Hinspiel am Donnerstagabend (21.05 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Europa League und bei Sky) angepfiffen wird. Denn sportlich geht es für den FC Arsenal um viel. Weil die Gunners in der Premier League abgeschlagen auf Platz sechs liegen, können sie sich nur noch durch einen Gewinn der Europa League für die attraktivere Champions League qualifizieren. Und der Weg dahin führt über Moskau.

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