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Europa League : Eintracht öffnet in Asien das Tor nach Europa

Jubel bei der Eintracht, als das 1:0 im Kasten ist Bild: dpa

Die Frankfurter Eintracht steht nach einem 2:0 im Play-off-Hinspiel bei FK Qarabag Agdam vor dem Einzug in die Gruppenphase der Europa League. Meier trifft doppelt.

          2 Min.

          Der Grundstock ist gelegt, und die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich groß, dass die Frankfurter Eintracht den Sprung in die Gruppenphase der Europa League schaffen wird. Anlass für derartigen Optimismus ist das 2:0 im Play-off-Hinspiel am Donnerstagabend beim aserbaidschanischen Tabellenführer FK Qarabag Agdam.

          Alexander Meier, der den in Frankfurt gebliebenen Pirmin Schwegler als Kapitän vertrat und bei dem Auswärtsspiel in Baku eine starke Leistung zeigte, war der Schütze beider Tore. Mit feiner Technik und der Innenseite des rechten Fußes behielt Meier nach einem Flankenball des als Rechtsverteidiger aufgebotenen Stefano Celozzi die Übersicht und ließ Miro Varvodic im Tor der lange Zeit harmlosen Aserbaidschaner keine Chance (6. Minute). Auch beim zweiten Streich war der kroatische Keeper machtlos (75.). Vor Meier hätte schon Takashi Inui vor der Halbzeitpause auf 2:0 erhöhen können. Doch der Schuss des Japaners, der sich leichtfüßig auf der linken Seite durchgesetzt hatte, prallte vom Pfosten ins Aus (22.).

          Jung fällt länger aus

          Die Eintracht war vom Anpfiff an die spielbestimmende, dominierende und überlegene Fußballmannschaft. Bestens von Trainer Armin Veh eingestellt, präsentierten sich die Hessen vor ihren mehr als 500 mitgereisten Fans im Tofiq-Bahramov-Stadion vor allem in der ersten Halbzeit in guter Verfassung. Neben Celozzi durfte sich auch Stürmer Srdjan Lakic beweisen. Für den seit Wochen gut trainierenden Kroaten war es die erste Startnominierung in dieser Saison.

          Alexander Meier (r.) traf gleich zwei Mal. Hier ist er im Zweikampf mit Maksim Medvedev zu sehen
          Alexander Meier (r.) traf gleich zwei Mal. Hier ist er im Zweikampf mit Maksim Medvedev zu sehen : Bild: dpa

          Celozzis Chancen, auch zukünftig erste Wahl zu sein, sind nicht nur wegen seines gefälligen Auftritts gestiegen. Bei Stammkraft Sebastian Jung nämlich haben sich die Adduktorenprobleme nach einer weiteren Untersuchung als Muskelfaserriss herausgestellt. „Das ist extrem bitter für mich und lässt sich im Moment auch nur sehr schwer verarbeiten“, schrieb der 23 Jahre alte Jung auf seiner Homepage über das Verpassen der Europa-League-Play-offs. Der Abwehrspieler, der schon bei der knappen 0:1-Niederlage im Bundesliga-Alltag gegen den FC Bayern München ausgefallen war, muss mit einer Pause zwischen zwei und vier Wochen rechnen.

          Am Ende im Schongang

          Knapp 4000 Kilometer von der Heimat entfernt, drohte die Partie von der 70. Minute an zu kippen. Die Eintracht hatte in den Schongangmodus geschaltet, und Qarabag kam durch Leroy George dem Ausgleich aus halblinker Position gefährlich nahe (72.). Wie gut nur, dass sich die Frankfurter auf ihren Besten verlassen konnten. Meier blieb es vorbehalten, auch für den zweiten Treffer des Abends zu sorgen. Diesmal setzte sich der „Lange“ auf links durch und überwand Varvodic ein zweites Mal. Der Lattentreffer von Vügar Nadirov, dem Eintracht-Torhüter Kevin Trapp verdutzt hinterherschaute, war das letzte Ausrufezeichen, das die Aserbaidschaner zu setzen vermochten (84.).

          Auch Takashi Inui (r.) musste sich gegen Medvedev zur Wehr setzen
          Auch Takashi Inui (r.) musste sich gegen Medvedev zur Wehr setzen : Bild: dpa

          Sechs Jahre, acht Monate und neun Tage – so lange musste die Eintracht warten, um sich wieder auf europäischer Fußballbühne präsentieren zu dürfen. Dass es nach dem 2:2 im damaligen Spiel bei Fenerbahce Istanbul nun gegen den FK Qarabag Agdam einen Sieg gab, war auch der Qualität des Gegners geschuldet. Die Männer vom Kaspischen Meer waren den Hessen in nahezu allen Belangen unterlegen.

          „Gemeindesportplatz“

          Die Aussichten, am kommenden Donnerstag von 20.30 Uhr an in der Frankfurter Arena für eine Überraschung zu sorgen, tendieren gegen null. Im Hinspiel in Baku, der sportlichen Heimat von Qarabag, bekamen es die Eintracht-Profis bei ihrem verdienten Erfolg zudem mit einem weiteren Gegner zu tun: dem Rasen. Die Spielfläche, wellig und uneben, genügte kaum gehobenen Ansprüchen, und Veh hatte durchaus Recht, als er das matte Grün als „Rasen eines Gemeindesportplatzes“ bezeichnete.

          Beim Rückspiel vor heimischer Kulisse wird der neu verlegte Untergrund erstklassigen Ansprüchen genügen. Für die Partie, die der Fernsehsender Kabel eins live überträgt, sind von den 48.000 zur Verfügung stehenden Sitzplätzen schon 42.000 verkauft. Die Sehnsucht nach weiteren Spielen auf der europäischen Fußballbühne dürfte für weiteren Absatz sorgen.

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