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Eintracht vor Europa League : Glasners Suche nach dem Ausweg

Wohin führt der Weg? Oliver Glasner wird die Offensive umstellen. Bild: picture alliance/dpa

Oliver Glasners Eintracht fehlt es an einer Spielidee. Die Neuzugänge sind den höheren Ansprüchen noch nicht gerecht geworden. Die Eintracht geht nicht als klarer Favorit in das Duell mit Piräus.

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          Die Vorfreude auf das nächste Spiel hält sich Grenzen. Waren in der Vergangenheit Begegnungen unter internationalen Vorzeichen für die Eintracht stets Fußball-Festtage, die entsprechend zelebriert wurden, geht es nun vor allem darum, die sportliche Krise in den Griff zu bekommen. Egal wie. Einen weiteren Ausrutscher müssen die Frankfurter, die in der Bundesliga durch das 1:2 gegen Hertha BSC unter Zugzwang gerieten, vermeiden, wenn sie nicht weiter in die Bredouille geraten wollen. Das gilt auch für Trainer Oliver Glasner.

          Europa League
          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Der Coach hat die Erwartungen, die mit seinem Engagement im Sommer verknüpft worden waren, bisher nicht erfüllt. Dem Team fehlt es an Struktur und Spielidee. Die Zugänge, die auf Glasners Ansinnen hin verpflichtet wurden, blieben in der Mehrzahl bislang den Nachweis schuldig, dass sie gehobene Ansprüche zu erfüllen imstande sind. Die Eintracht ist im Herbst 2021 eine große Baustelle. Weder vorne noch hinten oder im zentralen Mittelfeld riefen die Spieler zuletzt Leistungen ab, durch die sie als klarer Favorit in die Europapokal-Begegnung mit Olympiakos Piräus an diesem Donnerstag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Europa League und bei RTL) gehen würden.

          Die Griechen können nach 14 Punkten aus den ersten sechs Spieltagen in der heimischen Super League mit einem positiven Grundgefühl beginnen, das der Eintracht nahezu vollständig abhandengekommen ist. Glasner machte im Anschluss an den Fehlschlag gegen die Berliner aus seiner Ratlosigkeit keinen Hehl, als er schilderte, dass er sich die Vielzahl der Mängel nicht erklären könne.

          Umstellungen in Offensive erwartet

          Bei der Suche nach Auswegen aus dem Dilemma meinte der 47-Jährige halb scherzend, halb schimpfend, er müsse sich unter Umständen „einen hinter die Binde kippen“, um dadurch auf Gedanken zu kommen, die ihm bei klarem Bewusstsein so (bislang) nicht kommen wollten. Nach allem, was am Dienstag in Erfahrung zu bringen war, überstand der Österreicher, der sonst zur Askese neigt, das Wochenende aber ohne größeren Kater, der ihn an der Arbeit gehindert hätte; hinter verschlossenen Türen an der WM-Arena nahmen er und die Mannschaft die Vorbereitung auf das dritte Match in der Europa League auf.

          Nach dem 1:1 gegen Fenerbahçe Istanbul und dem 1:0-Sieg in Antwerpen rangiert die Eintracht in der Gruppe D mit vier Zählern hinter Olympiakos, das gegen die Türken 3:0 gewann und Antwerpen ebenfalls 2:1 bezwang. Wie genau Glasner es anstellen will, dass die Frankfurter sich über neunzig Minuten spielerisch ansehnlich (und am Ende erfolgreich) verkaufen, wird er an diesem Mittwoch verkünden.

          Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kommt es in der Offensive zu Umstellungen. Jens Petter Hauge, Jesper Lindström und Sam Lammers blieben gegen die Berliner nahezu alles schuldig. Gonçalo Paciência bietet sich als erste Alternative im Sturmzentrum an, während Ragnar Ache kein Thema ist: Der frühere U-21-Nationalspieler, der bei Glasner auch sonst nicht hoch im Kurs steht, wurde im Sommer von der Eintracht bei der UEFA nicht für die Gruppenphase nominiert.

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