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Frankfurt patzt in Straßburg : Alle Hoffnung auf Teil zwei

  • -Aktualisiert am

Frankfurts David Abraham (l.) und Goncalo Paciencia (r.) können Lebo Mothiba von Racing Straßburg nicht stoppen. Bild: AFP

Eintracht Frankfurt muss um den Einzug in die Gruppenphase der Europa League bangen. Im Play-off-Hinspiel bei Racing Straßburg konnte der Bundesligaverein vor allem in der ersten Hälfte nicht überzeugen und verlor mit 0:1.

          Herzlich willkommen waren sie nicht. Den Frankfurter Fußballanhängern wurden diesmal wenige Möglichkeiten eingeräumt, ihre Sympathien mit der Eintracht offen zur Schau zu stellen. Lediglich im Gästeblock des Meinau-Stadions konnten sie sich, ohne Restriktionen der Ordnungsbehörden fürchten zu müssen, als Fans des Bundesligaklubs zu erkennen geben. Und das taten sie lautstark. Selbst, als sich abzeichnete, dass es für das Team von Adi Hütter in der Qualifikation für die Europa League nicht wunschgemäß laufen würde.

          Durch das 0:1 im Hinspiel bei Racing Straßburg müssen die Hessen um das Erreichen der Gruppenphase bangen. Die Frankfurter Hoffnungen ruhen nun auf dem zweiten Teil dieses K.o.-Duells, dessen Sieger von Mitte September an auf der internationalen Bühne dabei ist. Zum alles entscheidenden Wiedersehen kommt es in sechs Tagen.

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          Für die Hessen war es schon das siebte Pflichtspiel der noch jungen Saison. Selbst bei den Auftritten in der Bergwelt von Vaduz oder an der Ostseeküste in Tallinn, wohin sie die ersten Reisen des Sommers geführt hatten, erhielten sie mehr Unterstützung als im Elsass. Hintergrund war eine Verbotsverfügung, die von der Präfektur Bas-Rhin erlassen worden war und darauf abzielte, dass den rund 1500 Eintracht-Supportern keine Gelegenheit geboten werden sollte, durch öffentliche Auftritte tagsüber Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen; befürchtet wurden unter anderem Zusammenstöße mit Hooligans aus dem Umfeld des Karlsruher SC.

          An den Grenzübergängen zwischen Deutschland und Frankreich überwachten Polizisten die Fahrzeuge. Bis zum Anstoß der Partie blieb es friedlich in der Arena, während sich auf den Straßen drum herum die Gendarmerie in großer Zahl versammelte, weil der Abmarsch der Massen in der Dunkelheit als problematisch eingeschätzt wurde.

          Dass es sportlich an diesem Abend zur Sache ging, kam nicht überraschend. Beide Mannschaften wollten mit einer aggressiven Grundausrichtung in den Zweikämpfen dem Gegner das Leben schwer machen. Wobei die Straßburger diese Marschroute erstmal besser in die Tat umsetzten. Hütter hatte gegenüber dem geglückten Liga-Auftakt seine Startformation auf einer Position geändert. Dominik Kohr saß nur auf der Ersatzbank. Für ihn rückte Lucas Torro nach und bildete mit Gelson Fernandes die Doppel-Sechs. Sie standen früh im Brennpunkt des Geschehens, denn Straßburg begann schwungvoll. Ein Ballverlust von Makoto Hasebe bescherte Racing eine erste gefährliche Szene durch Ludovic Ajorque. Der Stürmer traf aus spitzem Winkel das Außennetz (11.). Keine sechzig Sekunden darauf sorgte eine Unachtsamkeit von Mijat Gacinovic für die nächste Aufregung im Frankfurter Strafraum: Kevin Trapp stellte sich dem frei vor ihm auftauchenden Dimitri Lienard in den Weg (12.).

          Offensiv trat die Eintracht im ersten Abschnitt kaum in Erscheinung, wobei sich Filip Kostic noch am meisten mühte. Bei einem 30-Meter-Freistoß des Serben riss Keeper Matz Sels die Hände rechtzeitig hoch (29.). Eine unorganisierte Defensive begünstigte dann die Führung. Nach einem Eckball flog Torro unter der Kugel durch, die auch von Danny da Costa nicht kontrolliert werden konnte. Als Nutznießer des Durcheinanders erzielte Lucien Zohi das 1:0 (33.). „Wir waren nicht bereit, wir haben uns vorne überhaupt nicht bewegt“, kritisierte Hütter bei „Nitro“ den Halbzeitauftritt.

          Viele Chancen nach der Pause

          Nach der Pause blieben Ante Rebic, für dessen schwache Leistung Hütter „keine Erklärung und kein Verständnis“ fand, und Gacinovic in der Kabine. Sebastian Rode und Goncalo Pacienica kamen – und der Spielansatz war sofort couragierter. Rode leitete einen Vorstoß ein, den Daichi Kamada aus sieben Metern zu vollenden versäumte (46.). Der Japaner hatte zudem das Pech, dass Alexander Djiku seinen Schuss mit der Hand auf Höhe des Elfmeterpunkts blockte, der Schiedsrichter aber nicht auf Strafstoß entschied (50.).

          Aus vollem Lauf verzog auch Kostic knapp (61.), David Abraham scheiterte mit einem Kopfball (72.). Mit zunehmender Dauer wurde die Eintracht immer bestimmender, ohne die Niederlage abwenden zu können. Doch dank des knappen Resultats bleibt das Weiterkommen für sie nach wie vor eine realistische Option.

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