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1:1 in Bergamo : Dortmunder Drama mit glücklichem Ende

  • Aktualisiert am

Marcel Scmelzer trifft doch noch entscheidend für Borussia Dortmund. Bild: Reuters

Der BVB macht in Bergamo ein schlechtes Spiel und verspielt den Vorsprung aus dem ersten Duell früh. Danach haben die Dortmunder kaum Chancen – und nutzen ganz spät doch noch eine nach einem schweren Fehler der Italiener.

          2 Min.

          Mit einem späten Treffer von Marcel Schmelzer hat sich Borussia Dortmund ins Achtelfinale der Europa League gezittert. Beim glücklichen 1:1 (0:1) bei Atalanta Bergamo sah es am Donnerstagabend lange nach einem Aus für den schwachen Tabellenzweiten der Fußball-Bundesliga aus. Rafael Toloi hatte bereits in der elften Minute mit dem 1:0 den 3:2-Vorsprung des BVB aus dem Hinspiel zunächst wettgemacht. Der etatmäßige Kapitän Schmelzer sicherte dann bei seinem Comeback der Mannschaft von Trainer Peter Stöger vor 20.000 Zuschauern im Dauerregen von Reggio Emilia doch noch das Weiterkommen mit seinem Ausgleichstreffer in der 83. Minute.

          Europa League

          Der BVB schrammte nach der schwachen Gruppenphase in der Champions League knapp an einem weiteren herber Rückschlag auf internationalem Parkett vorbei. Der Tabellenachte der italienischen Serie A war über weite Strecken die dominante Mannschaft. Der von Stöger als „unverzichtbar“ bezeichnete Marco Reus kam erst nach 59 Minuten für Christian Pulisic. Offenbar erschien dem Chefcoach das Risiko zu hoch, ihn von Anfang an zu bringen und zu überlasten. Die Partie war für den von einem Kreuzbandriss genesenen Nationalspieler der vierte Einsatz binnen 13 Tagen.

          Der BVB geriet vor 3000 mitgereisten Fans von Beginn an mächtig unter Druck. Und der forsche Start von Bergamao wurde früh belohnt. Bereits nach gut zehn Minuten war der Hinspiel-Vorsprung dahin: Der zuletzt beim 1:0 in Mönchengladbach hochgelobte Torhüter Roman Bürki bekam nach einem Eckball von Kapitän Alejandro Gomez die Fäuste nicht an den Ball. Toloi reagierte am schnellsten und schoss zum 1:0 ein.

          Mit zuletzt acht Bundesliga-Spielen ohne Niederlagen hatte die Borussia viel Selbstbewusstsein getankt, kam aber gegen die aggressiven Italiener zunächst gar nicht ins Spiel. Von Stögers Wunsch, dass die Mannschaft mehr Eigeninitiative ergreifen soll, war wenig zu sehen. Nach einer knappen halben Stunde hatte der Tabellenzweite der Bundesliga Glück, als Bryan Cristante völlig frei knapp am Tor vorbei köpfte. Bürki rettete dann großartig gegen Marten de Roon, als die BVB-Abwehr mal wieder nicht im Bilde war (31.).

          Lange Zeit sah es aus, als würde Bergamo weiterkommen. Bilderstrecke
          Lange Zeit sah es aus, als würde Bergamo weiterkommen. :

          Erst in den letzten Minuten der ersten Halbzeit konnten sich die Dortmunder etwas befreien. Lange gar nichts zu sehen war von Winter-Neuzugang Michy Batshuayi, der mit fünf Pflichtspieltoren so stark in Dortmund gestartet war. Erst in der 74. Minute feuerte er mal einen Torschuss ab. In der Borussia-Problemzone Mittelfeld bekamen der überraschend von Beginn an aufgestellte Mahmoud Dahoud und Nuri Sahin erst im letzten Spieldrittel Zugriff. Nachdem André Schürrle in der 81. Minute den Ausgleich verpasste, verhinderte dann der etatmäßige Kapitän Schmelzer nach einem Patzer von Torwart Etrit Berisha das Ausscheiden und die erste Pflichtspiel-Niederlage in diesem Jahr. Seine Einwechslung erwies sich für Stöger als Glücksgriff.

          „Das wichtige Tor zu erzielen und dadurch weiterzukommen, ist natürlich eine sehr schöne Geschichte„, sagte der „sehr, sehr glückliche» Schmelzer im TV-Sender Sport1 und räumte ein: „Es war schwierig, genau das, was wir erwartet hatten. Wir haben nicht ganz so die Kontrolle über das Spiel bekommen.„ Stöger kritisierte nach dem Abpfiff: „Wir haben wenig Körperlichkeit ins Spiel reingebracht.“

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