https://www.faz.net/-gtl-a2551

Niederlage gegen Inter : Leverkusen geht im Viertelfinale K.o.

  • -Aktualisiert am

Bild: Reuters

Nach nur einem Spiel endet für Leverkusen das Europa-League-Turnier vor der eigenen Haustür. Gegen Inter Mailand ist Bayer zwar bemüht – verschläft jedoch den Start und findet dann kein Durchkommen.

          2 Min.

          Die faszinierenden Vibrationen, die ein großes, enges Fußballspiel in einem vollen Stadion entstehen lässt, konnten die wenigen Männer am Spielfeldrand während des Europa-League Viertelfinales zwischen Bayer Leverkusen und Inter Mailand selbstverständlich nicht erzeugen. Aber die mal wilden, mal verzweifelten, mal begeisterten Schreie der Trainer, Betreuer und Ersatzspieler vermittelten zumindest eine Ahnung davon, wie wichtig dieses Spiel für alle Beteiligten war. Am Ende gewannen die Italiener ein ebenso spannendes wie intensives Duell knapp 2:1. Sie waren einfach gefährlicher im Strafraum und verteidigten in der spannenden Schlussphase souverän.

          Europa League

          Aber das waren nicht die einzigen Qualitäten der Mailänder. Der Druck, den das Team ausübte, war von Beginn an enorm. Bei jeder Ballannahme hatten die Leverkusener einen Gegenspieler im Nacken, selbst am eigenen Strafraum. Die körperliche Präsenz der Lombarden, die Giftigkeit aller Mailänder Mannschaftsteile stresste die Spieler von Peter Bosz enorm. Und wenn doch mal eine Befreiung gelang, agierten Kevin Volland und Moussa Diaby rund um den Mailänder Strafraum nicht präzise genug.

          Es entsprach also dem Spielverlauf, dass die Werkself schnell 0:2 zurück lag. Zunächst traf Nicolò Barella mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze zum 1:0 (15.), bevor dem beeindruckenden Romelu Lukaku im Fallen ein kunstvoller Treffer zum 2:0 gelang (21.). Und als der belgische Weltklassestürmer zwei Minuten später alleine auf das Leverkusener Tor zulief, lag ein frühes Desaster für Bayer 04 in der Luft. Doch Lukas Hradecky hielt Lukakus Schuss, und praktisch im Gegenzug meldete sich der letzte deutsche Europa-League Vertreter doch wieder in diesem Spiel zurück. Kai Havertz vollendete den besten Leverkusener Angriff der ersten Hälfte aus sechs Metern zum 1:2 (24.).

          Die leere Düsseldorfer Multifunktionsarena bot die Kulisse für ein ziemlich aufregendes Spiel, in dem das spanische Schiedsrichtergespann nach 26 Minuten auch noch einen Handelfmeter für Inter pfiff. Erst nach ausgiebiger Überprüfung am Bildschirm nahmen sie die Entscheidung richtigerweise zurück, wobei eine Führung für die Mailänder mit zwei oder drei Treffern zur Pause nicht unpassend gewesen wäre. Aber es war nun ein offenes Spiel, in dem auch Bayer nach der Pause versuchte, energischer und robuster zu agieren.

          Die Leverkusener kamen nach der Pause zu immer mehr Ballbesitzphasen in der Hälfte der Italiener, immer wieder fehlte aber die letzte durchschlagende Aktion. Nur einmal flog Havertz am Fünfmeterraum knapp an einer Hereingabe von Leon Bailey vorbei. Inter blieb aber gefährlicher. Zweimal hielt Hradecky stark gegen Alexis Sanchez (66.) und Victor Moses (76.). Am Ende scheiterten die Leverkusener auch an der starken Defensive von Inter.

          Der Werksklub hat damit mal wieder ein großes Spiel verloren und eine wunderbare Chance auf einen historischen Erfolg verpasst. In der Endphase der Bundesligasaison verspielten sie die Teilnahme an der Champions League, im Pokalfinale mussten sie sich nach einer fehlerhaften Leistung gegen den FC Bayern geschlagen geben, und nun sind sie auch im letzten Wettbewerb des Spieljahres ausgeschieden.

          Die lange Geschichte der schmerzlichen Niederlagen des Vereins hat ein neues Kapitel, und noch eine zweite Serie wird sich fortsetzen: Seit 1997 hat kein Bundesligaverein mehr diesen kleineren der beiden Europapokale gewonnen. In den kommenden Tagen wird der Wettbewerb nun in Nordrhein-Westfalen zu Ende gespielt, aber schon im Halbfinale, in dem die Italiener auf Basel oder Donezk treffen, ist keine deutsche Mannschaft mehr vertreten.

          Europa League

          Manchester United müht sich ins Halbfinale

          Manchester United steht im Halbfinale des Finalturniers der Fußball-Europa League in Nordrhein-Westfalen. Der Tabellendritte der englischen Premier League setzte sich am Montagabend in Köln gegen den FC Kopenhagen mit Mühe durch ein 1:0 (0:0) nach Verlängerung durch. Der Portugiese Bruno Fernandes erzielte per Foulelfmeter in der 95. Minute den entscheidenden Treffer. Zuvor war Anthony Martial im Strafraum der Dänen zu Fall gebracht worden. Durch den Erfolg wahrte das Team von Trainer Ole Gunnar Solskjaer seine Chance auf den zweiten Europa-League-Triumph nach 2017.

          Bei auch abends noch hohen Temperaturen zeigten beide Mannschaften eine müde Vorstellung. Anfangs hatten die Kopenhagener mit dem früheren Kölner Trainer Ståle Solbakken zunächst mehr vom Spiel. Erst allmählich wurde Man United seiner Favoritenrolle gerecht, ohne aber zu überzeugen. Nach dem Führungstreffer der Engländer hatte der FC Kopenhagen keine Kraft mehr, um noch einmal zu kontern. Der überragende Karl-Johan Johnsson im Tor der Dänen verhinderte noch eine höhere Niederlage.

          United trifft in der Vorschlussrunde auf den Sieger des Spiels Wolverhampton Wanderers gegen den FC Sevilla. Die beiden Mannschaften spielen am Dienstag (21.00 Uhr) in Duisburg gegeneinander. Das Halbfinale ist am Sonntag (21.00 Uhr) in Köln, das Endspiel der Finalrunde in Nordrhein-Westfalen ist am 21. August ebenfalls in der Rhein-Metropole. (dpa)

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die Deutsche Bank will jede fünfte Filiale schließen.

          Sparbemühungen : Deutsche Bank trimmt sich für Fusionen

          Die Deutsche Bank will jede fünfte deutsche Filiale schließen, um zu sparen. In der Branche wird jetzt immer lauter über Zusammenschlüsse diskutiert. Offen ist, wie die Aufseher das Vorhaben sehen.
          Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz bei einer Veranstaltung im August 2020 in Ahlen

          Allensbach-Umfrage : Die SPD kann nicht von Scholz profitieren

          Nur eine Minderheit glaubt, dass der Kanzlerkandidat der SPD die Unterstützung seiner Partei hat. Und das ist noch nicht das größte Problem der Sozialdemokraten, wie eine neue Umfrage zeigt.

          Spenden nach Ginsburgs Tod : Die Angst, die großzügig macht

          Kaum war Ruth Bader Ginsburg tot, flossen demokratischen Wahlkämpfern Spenden in Millionenhöhe zu – mehr denn je. Fällt Trumps Supreme-Court-Plan den Republikanern auf die Füße?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.