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Niederlage im Rückspiel : Die Europa-Reise der Eintracht endet in Basel

Fragen, aber keine Antworten: Dominik Kohr und die Eintracht scheiden aus. Bild: dpa

Das 0:3 aus dem Hinspiel ist eine zu schwere Hypothek. Frankfurt will das „Wunder von Basel“. Doch es fehlen die Mittel, um die Schweizer in Gefahr zu bringen. Nach dem 0:1 findet das Finalturnier ohne die Eintracht statt.

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          Am Vormittag hatten sie noch vom „Wunder von Basel“ gesprochen. Doch aus dem von Eintracht-Assistenztrainer Armin Reutershahn kommunizierten Wunschtraum ist nichts geworden. Für die Frankfurter Fußballprofis ist das Achtelfinale die Endstation in der Europa League. Zu schwer lastete die 0:3-Hinspielniederlage im März auf der Eintracht, die auch 147 Tage später im Rückspiel keine Mittel fand, dem FC Basel entscheidend zuzusetzen. „Wir sind sehr mutig in die Aufgabe reingegangen. Wir wollten was reißen“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic bei RTL: „Aber wir sind nicht heute, sondern im Hinspiel ausgeschieden.“

          Europa League

          Am Donnerstagabend, ohne Zuschauer im St. Jakob-Park, musste sich die Mannschaft von Trainer Adi Hütter wieder geschlagen geben – diesmal hieß es 0:1. Das war eindeutig zu wenig, um den Sprung in das Viertelfinale zu schaffen, in dem am kommenden Dienstag Schachtar Donezk in der Schalker Arena in Gelsenkirchen auf die Eintracht gewartet hätte. Nun bekommen es die Schweizer, die sich zuvor noch nie im Europapokal gegen ein deutsches Team durchgesetzt hatten, mit den Ukrainern zu tun.

          Die Eintracht brauchte Tore – viele Tore. Hütter wähnte sein Team dafür bestens vorbereitet. „Die Mannschaft ist heiß“, sagte er. Doch schon vom Anpfiff an war zu sehen, dass es dem Frankfurter Spiel an Fortüne fehlte. Zwingende Chancen blieben Mangelware. Martin Hinteregger versuchte es mit dem Kopf (19. Minute), Filip Kostic mit Wucht (32.) – und Danny da Costa mit einem Freistoß (41.). Doch keine der Aktionen brachte den gewünschten Erfolg.

          Auch die defensiv starken Basler vermochten im ersten Spielabschnitt gegen den mehrmals stark parierenden Eintracht-Schlussmann Kevin Trapp kein Tor zu erzielen. Doch ihre Aktionen waren besser und gefährlicher. So hatte Silvan Widmer gleich zwei Gelegenheiten, die Schweizer in Führung zu bringen (25. und 27.). Bruno Hübner, der Sportdirektor der Eintracht, bemängelte in der Halbzeitpause gegenüber dem Fernsehsender RTL, „dass der letzte entscheidende Ball fehlt. Das ist einfach zu schlampig.“

          Hütter reagierte, brachte im zweiten Spielabschnitt mit Makoto Hasebe für Evan Ndicka und Goncalo Paciencia für André Silva zwei frische Kräfte, von denen neuer Schwung ausgehen sollte. Die größte Chance aber hatten wieder die Schweizer. Wieder war es Widmer, der frei vor Trapp auftauchte und seinen Meister in dem Nationalkeeper fand (49.). Hoffnung kam auf, als Eintracht-Mittelfeldspieler Dominik Kohr in den Basler Strafraum eindrang, aber an Torhüter Djordje Nikolic (57.) scheiterte.

          Kohrs Vorpreschen als Signal für die lange Schlussoffensive? Die Eintracht übernahm jetzt das Spielkommando, und abermals war es Hinteregger, der mit Macht auf das erste Frankfurter Tor drängte (60.). Trotzdem galt es, Vorsicht walten zu lassen. So wähnte der Basler Kapitän Valentin Stocker sein Team schon in Führung, doch Kostic, der offensiv weit hinter seinen Möglichkeiten blieb, klärte kurz vor der Torlinie (62.).

          Hütter setzte abermals auf neue Kräfte und schickte für das letzte Spieldrittel Stefan Ilsanker (für Sebastian Rode) und Timothy Chandler (für da Costa) in die Partie. Der wichtigste Mann aber war weiterhin Trapp, der zumindest das 0:0 festhielt. So auch in der 75. Minute, als er famos gegen Eray Cömert rettete. Zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit war aber auch der starke Trapp machtlos. Fabian Frei beseitigte letzte Restzweifel am verdienten Viertelfinal-Einzug des FC Basel, als er zum 1:0-Siegtreffer einschoss.

          Für die Eintracht ist die vor mehr als einem Jahr in Tallinn gestartete Europa-Reise damit beendet. Für einen jungen Frankfurter Profi geht die Reise auf der Suche nach dem richtigen Klub und der richtigen Klasse unterdessen weiter. So gab die Eintracht vor Spielbeginn bekannt, dass Rodrigo Zalazar an den Zweitligaklub FC St. Pauli ausgeliehen wird. Schon im vergangenen Sommer hatten die Frankfurter den aus Malaga transferierten Uruguayer sofort für eine Saison an den polnischen Erstligaverein Korona Kielce verliehen. Vertraglich ist Zalazar bis einschließlich 30. Juni 2023 an die Eintracht gebunden.

          Rückspiele im Achtelfinale:

          Mittwoch, 5. August 2020

          FC Kopenhagen - Istanbul Basaksehir (Hinspiel 0:1) 3:0 (1:0)
          Schachtar Donezk - VfL Wolfsburg (Hinspiel 2:1) 3:0 (0:0)
          Manchester United - LASK Linz (Hinspiel 5:0) 2:1 (0:0)
          Inter Mailand - FC Getafe (Hinspiel annulliert) 2:0 (1:0)

          Donnerstag, 6. August 2020:

          Bayer Leverkusen - Glasgow Rangers (Hinspiel 3:1) 1:0 (0:0)
          FC Sevilla - AS Rom (Hinspiel annulliert) 2:0 (2:0)
          Wolverhampton Wanderers - Olympiakos Piräus (Hinspiel 1:1) 1:0 (1:0)
          FC Basel - Eintracht Frankfurt (Hinspiel 3:0) 1:0 (0:0)

          Viertelfinale:

          Montag, 10. August 2020 (21.00 Uhr):

          Manchester United - FC Kopenhagen
          Inter Mailand - Bayer Leverkusen

          Dienstag, 11. August (21.00 Uhr):

          Schachtar Donezk - FC Basel
          Wolverhampton Wanderers - FC Sevilla

          Halbfinale:

          Sonntag, 16. August 2020 (21.00 Uhr):

          Inter Mailand/Bayer Leverkusen gegen FC Basel/Schachtar Donezk

          Montag, 17. August 2020 (21.00 Uhr):

          Wolverhampton Wanderers/FC Sevilla gegen Manchester United/FC Kopenhagen

          Finale:

          Freitag, 21. August 2020 in Köln (21.00 Uhr):

          Sieger Halbfinale I - Sieger Halbfinale II

          Europa League

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