https://www.faz.net/-gtl-72ig8

Europa League : Attraktive Gruppen für Bundesliga-Teams

  • Aktualisiert am

Die Trophäe im Blick: Vier deutsche Teams spielen in der Europa League um diesen Pokal Bild: REUTERS

Der ganz große Reisestress zu Exotenklubs Europas bleibt den deutschen Teams in der Europa League erspart. Mönchengladbach, Leverkusen, Stuttgart und Hannover treffen stattdessen in der Gruppenphase auf einige starke Gegner..

          Auf ihrer Fußball-Reise kreuz und quer durch Europa müssen die vier Bundesliga-Klubs vor keinem Zwischenstopp große Angst haben. Attraktive und lösbare Aufgaben erwischten Borussia Mönchengladbach, Bayer Leverkusen, Hannover 96 und der VfB Stuttgart am Freitag bei der Auslosung zur Gruppenphase der Europa League im Grimaldi Forum von Monte Carlo.

          Die Europa League im Liveticker bei FAZ.NET

          Am schwierigsten dürfte der Weg in die K.o.-Runde für Mönchengladbach werden. Olympique Marseille, Fenerbahce Istanbul und AEL Limassol sind die Kontrahenten für den Bundesliga-Vierten der Vorsaison in der Gruppe C. Deutlich leichter ist das Los für den VfB Stuttgart. In Gruppe E warten der FC Kopenhagen, Steaua Bukarest und Molde BK.

          Richtige Kracher zogen die Glücksfeen Radamel Falcao und Patrick Kluivert auch für Bayer Leverkusen nicht aus den Lostöpfen. Metalist Charkow, Rosenborg Trondheim und Rapid Wien sollten für der Werksclub in der Gruppe K kein zu großes Hindernis sein. In Hannover lösten die Gegner Twente Enschede, UD Levante und Helsingborg IF fast schon routinierte Europa-League-Reaktionen aus.

          „Ich finde, das sind interessante Herausforderungen und schöne Reisen für unsere Fans“, sagte Sportdirektor Jörg Schmadtke. „Levante ist spielstark, bei Twente erwartet uns ein Hexenkessel und Helsingborg ist sehr robust“, warnte er aber vor Leichtsinn in der Gruppenphase, die am 20. September beginnt und am 6. Dezember beendet ist.

          Die deutschen Vereine spielen in den Gruppen C, E, K und L

          Bei Bayer Leverkusen stellt man sich angesichts der Reisen nach Norwegen (Trondheim) und in die Ukraine (Charkow) auf einen kalten Fußball-Herbst ein. Besondere Freude löste bei Sportdirektor Rudi Völler der österreichische Kontrahent aus. Noch nie hat Leverkusen gegen Rapid Wien gespielt. Das Ziel in Gruppe K ist klar: „Unser Anspruch ist, die nächste Runde zu erreichen. In anderen Gruppen sind andere Kaliber. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen“, sagte Völler.

          Auch in Stuttgart herrschte Zuversicht. „In der Gruppe, ganz klar, da wollen wir weiterkommen“, sagte Sportdirektor Fredi Bobic. Der frühere Nationalspieler Serdar Tasci bekräftigte: „Als Ziel müssen wir uns da auf jeden Fall den Gruppensieg setzen, wenn man sich die Gegner anschaut. Wir wollen so weit kommen, wie es geht“, sagte Tasci - am liebsten natürlich bis ins Finale am 15. Mai in Amsterdam.

          Stimmungsvollste Reise: Borussia Mönchengladbach muss unter anderem zum Europapokalrückkehrer Fenerbahce Istanbul reisen

          Nach der knapp verpassten Champions-League-Qualifikation war Gladbach nach 16 Jahren Europacup-Abstinenz als schlechtestes deutsches Team in Topf drei eingruppiert - und erwischte somit die vermeintlich härtesten Gegner. Marseille und Fenerbahce kommen mit Königsklassen-Erfahrung in den Borussia-Park.

          Bange machen gilt aber nicht: „Olympique Marseille ist ein Traditionsverein aus Frankreich mit internationalem Renommee. Das wird eine große Aufgabe für uns. Ich denke aber, dass wir sportlich dagegen halten können. Bei Fenerbahce Istanbul wird uns ein Hexenkessel erwarten“, sagte Sportdirektor Max Eberl. „Wichtig wird sein, die Heimspiele erfolgreich zu bestreiten, aber auch in Istanbul wollen wir bestehen. Und Limassol ist die Unbekannte der Gruppe.“

          Immerhin vermieden die Gladbacher ganz große Namen wie Inter Mailand oder den FC Liverpool. Härter als alle deutschen Clubs traf es Nationalstürmer Miroslav Klose. Mit Lazio Rom spielt er gegen Tottenham Hotspur, Panathinaikos Athen und NK Maribor in einer der schwersten Gruppen.

          An die dicken Geldtöpfe der Champions League kommen die Europa-League-Klubs nicht. Dennoch ist auch im kleinen Europacup Geld zu verdienen. 208,75 Millionen Euro fließen von der Uefa an die 48 Vereine. 1,3 Millionen Euro beträgt das Startgeld. Pro Sieg gibt es 200.000 Euro, pro Remis 100.000. Mit speziellen Bonifikationen kann der Europa-League-Sieger fast zehn Millionen Euro einstreichen.

          Die Gruppen der Europa League im Überblick

          Gruppe A:
          FC Liverpool
          Udinese Calcio
          Young Boys Bern
          A. Machatschkala

          Gruppe B:
          Atlético Madrid
          Hapoel Tel Aviv
          Viktoria Pilsen
          Académica Coimbra

          Gruppe C:
          Olympique Marseille
          Fenerbahce Istanbul
          Bor. Mönchengladbach
          FC Limassol

          Gruppe D:
          Girondins Bordeaux
          FC Brügge
          Newcastle United
          Marítimo Funchal

          Gruppe E:
          VfB Stuttgart
          FC Kopenhagen
          Steaua Bukarest
          Molde FK

          Gruppe F:
          PSV Eindhoven
          SSC Neapel
          Dnjepr Dnjepropetrowsk
          AIK Solna

          Gruppe G:
          Sporting Lissabon
          FC Basel
          KRC Genk
          Videoton Szekesfehervar

          Gruppe H:
          Inter Mailand
          Rubin Kasan
          Partizan Belgrad
          Neftschi Baku

          Gruppe I:
          Olympique Lyon
          Athletic Bilbao
          Sparta Prag
          Hapoel Kirjat Schmona

          Gruppe J:
          Tottenham Hotspur
          Panathinaikos Athen
          Lazio Rom
          NK Maribor

          Gruppe K:
          Bayer Leverkusen
          Metalist Charkow
          Rosenborg Trondheim
          Rapid Wien

          Gruppe L:
          Twente Enschede
          Hannover 96
          UD Levante
          Helsingborg

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Regierungskrise in Italien : Mit dem „Plan Ursula“ gegen Salvini?

          Der Streit um das Rettungsschiff „Open Arms“ dauert an – und in Rom wird weiter über Szenarien zur Überwindung der Regierungskrise spekuliert. Ein prominenter Politiker stellt sich nun hinter einen Plan zur Bildung einer breiten Front gegen den italienischen Innenminister.

          Klimaschutz : Vertraut nicht den Verboten!

          Im Kampf um das Klima gibt es viele Einzelideen. Sie versperren den Blick auf das Notwendige: ein sinnvolles Gesamtkonzept. Dafür gilt: Lieber gründlich als überhastet.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.