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Europa League der Anderen : Arsenal und der blutjunge Wundersturm

  • Aktualisiert am

Joe Willock (r.) wird von seinen Arsenal-Kollegen, Kieran Tierney und Reiss Nelson, gefeiert – alle sind unter 22 Jahren. Bild: EPA

Arsenal London hat auch am zweiten Spieltag seine Klasse unter Beweis gestellt. Einem jungen Sturm gelangen gegen Lüttich in 22 Minuten drei Tore. In Düdelingen flog eine Drohne über das Spielfeld.

          2 Min.

          Nach dem 3:0 bei Eintracht Frankfurt hat der FC Arsenal auch am zweiten Spieltag der Fußball Europa League seine Erfolgszug fortgesetzt. Im ersten Heimspiel der Gruppe F deklassierten die Gunners Standard Lüttich 4:0 (3:0) und führen nun mit sechs Punkten klar die Tabelle an. Trainer Unai Emery hatte von Anbeginn einigen Spielern eine Einsatzchance gewährt, die sonst eher der zweiten Reihe angehörten. So nahm Torhüter Bernd Leno ebenso auf der Auswechselbank Platz wie Pierre-Emerick Aubameyang.

          Vor allen nutzte der erst 18 Jahre alte Brasilianer Gabriel Martinelli mit einem Doppelpack innerhalb von nur drei Minuten (13./16.) seine Chance. Joe Willock, der auch schon in Frankfurt getroffen hatte, baute die Führung noch vor der Pause auf 3:0 aus (22.). Dani Ceballos erhöhte nach Eingabe von Youngster Martinelli zum Endstand von 4:0 (57.). Der frühere deutsche Nationalspieler Mesut Özil gehörte indes abermals nicht zum Arsenal-Aufgebot.

          Europa League

          Gladbach-Schreck Wolfsberger AC sorgt dank eines Traumtors des früheren Bundesliga-Spielers Michael Liendl (51.) weiter für Furore. Nach dem 4:0-Erfolg zum Auftakt bei Borussia Mönchengladbach gelang dem österreichischen Underdog beim 1:1 (0:1) gegen den dreimaligen italienischen Meister AS Rom die nächste Überraschung. Beide Teams liegen mit vier Punkten gleichauf an der Spitze der Gruppe J. In der Wolfsburger Gruppe I holte Außenseiter PFK Olexandrija seinen ersten Punkt auf internationalem Parkett. Die Ukrainer kamen zu einem überraschenden 1:1 (0:1) gegen den belgischen Pokalfinalisten KAA Gent.

          Manchester auswärts weiter harmlos

          Der englische Rekordmeister Manchester United konnte dagegen auch in der Europa League seine Auswärtsmisere nicht beenden. Die „Red Devils“ kamen in Gruppe L bei AZ Alkmaar nicht über ein 0:0 hinaus und warten damit wettbewerbsübergreifend seit zehn Spielen auf einen Erfolg auf fremdem Platz. Den bislang letzten Auswärtssieg feierte Manchester United am 6. März beim 3:1 im Champions-League-Achtelfinale gegen Paris St. Germain.

          Der deutsche Trainer Thomas Doll kassierte mit dem zyprischen Meister Apoel Nikosia in Gruppe A bei Europa-League-Rekordsieger FC Sevilla beim 0:1 (0:1) die zweite Niederlage. Auch Torhüter Loris Karius musste mit Besiktas Istanbul in Gruppe K durch einen Last-Minute-Gegentreffer gegen die Wolverhampton Wanderers (0:1) die zweite Pleite einstecken. Coach Uwe Rösler konnte das gleiche Szenario mit Malmö FF nach Rückstand noch abwenden und holte in der Gruppe B ein 1:1 (0:1) gegen den dänischen Champion FC Kopenhagen im Nachbarduell. Die dänische Hauptstadt und die Schweden trennt nur die knapp acht Kilometer lange Öresundbrücke. Dagegen feierte der frühere Bayern-Profi Mark van Bommel als Trainer des PSV Eindhoven in Gruppe D durch ein 4:1 (3:0) gegen den norwegischen Meister Rosenborg Trondheim bereits den zweiten Erfolg.

          Drohne über Düdelingen

          Das Europa-League-Gruppenspiel zwischen dem luxemburgischen Klub F91 Düdelingen und Qarabag Agdam aus Aserbaidschan musste beim Stand von 0:2 in der 36. Minute (Endergebnis: 1:4) zwischenzeitlich für mehr als 20 Minuten unterbrochen worden. Zunächst flog eine Drohne wenige Meter über den Köpfen der Spieler über den Rasen. An dieser Drohne war offenbar die Flagge von Bergkarabach befestigt, die stark der Flagge Armeniens ähnelt. Darauf stürmten Qarabag-Anhänger das Spielfeld, worauf der Schiedsrichter die Partie unterbrach und die Spieler zeitweilig in die Kabine schickte.

          Seit 1993 kann Qarabag Agdam infolge des Bergkarabach-Konflikts zwischen Aserbaidschan und Armenien nicht mehr in seiner Heimatstadt spielen, sondern bestreitet seine Heimpartien in der Hauptstadt Baku. Formal gehört die Enklave zu Aserbaidschan, sie hat jedoch eine armenische Mehrheit und war in der Praxis zum größten Teil unabhängig nach dem Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, der 1988 begann und 1994 endete. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind allerdings unverändert angespannt und von Feindseligkeiten geprägt.

          Es ist nicht das erste Mal, dass der Konflikt Auswirkungen auf den Fußball hat. Im Mai entschloss sich der armenische Mittelfeldspieler Henrich Mchitarjan vom englischen Spitzenklub FC Arsenal, aus Sicherheitsgründen nicht am Finale der Europa League in Baku gegen den FC Chelsea teilzunehmen.

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