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Schreck vor Europapokal-Spiel : Abendlicher Angriff auf Union Berlin in Rotterdam

  • Aktualisiert am

Union-Präsident Dirk Zingler gehörte zum Berliner Tross, der angegriffen wurde. Bild: picture alliance / Joachim Bywaletz

Union Berlin freut sich auf das Europapokalspiel bei Feyenoord. Doch am Vorabend wird eine Delegation des Bundesligaklubs tätlich angegriffen. Die Polizei ist schnell vor Ort. Es gibt eine Festnahme.

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          Eine Delegation des Fußball-Bundesligaverein 1. FC Union Berlin ist am Abend vor dem Spiel in der Conference League bei Feyenoord Rotterdam tätlich angegriffen worden. „Zum Glück gab es keine ernsthaften Verletzungen. Mit sowas rechnet man nicht. Es waren ja auch rund ein Drittel Frauen und auch ältere Personen darunter“, sagte Union-Pressesprecher Christian Arbeit am Donnerstagmorgen. Zuerst hatte der „Berliner Kurier“ darüber berichtet.

          Europa Conference League

          Die rund 25 Personen zählende Gruppe um Union-Präsident Dirk Zingler und Präsidiumsmitglied Oskar Kosche wollte demnach am Mittwoch in einer Bar unweit des Hotels den Abend ausklingen lassen, als eine größere Gruppe von Leuten die Berliner Abordnung, die vor der Bar stand, angriff und mit Tischen und Stühlen bewarf.

          Die Polizei war schnell vor Ort. Eine Person sei festgenommen, eine Person ins Krankenhaus eingeliefert worden, teilte die Rotterdamer Polizei per Twitter mit. „Die Person ist aus dem Krankenhaus raus. Es war wohl vor allem der Schock. Es ging ja alles relativ schnell“, sagte Arbeit.

          Feyenoord entschuldigte sich am Vormittag für die Attacken und versprach Aufklärung. „Der Verein distanziert sich in jeder Hinsicht von den Leuten, die sich zu dieser feigen Tat herabgelassen haben, und ist der Meinung, dass sich niemand, der Feyenoord und die Stadt auf so wahnsinnige Weise in ein negatives Licht rückt, als Anhänger bezeichnen kann oder darf“, hieß auf Twitter. „Feyenoord hofft auch, dass die Täter gefunden und für diesen schockierenden Fall von Gewalt in der Öffentlichkeit bestraft werden.“

          Corona-Infektion bei Friedrich

          Zum Spiel an diesem Donnerstag werden rund 2500 Union-Fans in der niederländischen Hafenstadt erwartet. Der Verein appellierte an die Anhänger, sich nach ihrer Ankunft zum Treffpunkt zu begeben und nicht durch die Stadt schlendern. Die Partie im Stadion De Kuip wird am frühen Abend (18.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Europa Conference League und bei TV Now) angepfiffen.

          Union peilt den zweiten Sieg im dritten Spiel an. Die Hauptstädter hatten zum Auftakt ihres besonderen Europa-Abenteuers eine 1:3-Niederlage bei Slavia Prag hinnehmen müssen und konnten zuletzt in Berlin mit 3:0 gegen Maccabi Haifa aus Israel gewinnen. In der Gruppe E belegt der Tabellenfünfte der Bundesliga Rang zwei. Der ungeschlagene Spitzenreiter Feyenoord steht nach zwei Spieltagen nur einen Zähler davor, Union könnte mit einem Erfolg vorbeiziehen.

          Marvin Friedrich konnte die Reise gar nicht erst antreten. Der Abwehrspieler war am Dienstagabend positiv auf das Coronavirusgetestet worden und musste sich in häusliche Quarantäne begeben. Für ihn dürfte Timo Baumgartl in den Abwehrverbund rücken. Nach strapaziösen letzten Wochen wird erwartet, dass Fischer auf einigen Positionen Wechsel vollzieht. Chefcoach Fischerbedauert den kurzfristigen Ausfall von Friedrich: „Er fehlt uns. Wie sehr, werden wir sehen. Der Spieler, der seinen Platz einnimmt, wird seine Sache gut machen.“

          Mehr als 40.000 Zuschauer werden im Stadion De Kuip erwartet. Vor so vielen Menschen hat Union seit dem Beginn der Corona-Pandemie nicht mehr gespielt. Rund 2500 Fans der Eisernen machen sich auf den Weg in die Niederlande. Fischer erwartet ein „Stadion mit einer außergewöhnlichen Stimmung. Darauf musst du dich ein bisschen vorbereiten“, sagte er: „Ich glaube aber auch, dass wir die Stimmung ein bisschen genießen sollten.“

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