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Eurogoals: FAZ.NET mit DAZN : Feuerwerk für Guardiola – Denkmal für Buffon

Rekordspieler, kurz vor der Heiligsprechung: Gianluigi Buffon Bild: AFP

Buffon steht bei Juventus kurz vor der Heiligsprechung. City schießt Rekordsieg heraus. Klopp kann wieder lachen. Ter Stegen eher nicht. Und in Österreich bleibt alles anders. Europas Fußball-Wochenende im Video.

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          Nicht viele Fußballfans nördlich der Alpen wussten vor vergangenem Donnerstag mit dem „RZ Pellets Wolfsberger Athletiksport Club“ etwas anzufangen. Doch mittlerweile hat der Verein in seiner Kurzform als Wolfsberger AC vor allem am Niederrhein für Angst und Schrecken gesorgt, gewann doch das Kärntner Kicker-Ensemble aus der 25.000-Einwohner-Gemeinde aus den Lavanttaler Alpen mit 4:0 bei Borussia Mönchengladbach. Auswärts! In der Europa League. Und was machen die Wolfsberger Wölfe am Wochenende? Gewinnen einfach weiter.

          Beim TSV Hartberg brannten die Fußball-Angestellten des Holzpellets-Herstellers Dietmar Riegler vielleicht kein Feuerwerk ab, gewannen aber wieder auswärts, diesmal mit 2:0. Liendl und Novak trafen. Und damit rückt der WAC sogar dem Spitzenreiter der Alpen-Bundesliga ein wenig näher auf die Pelle – denn RB Salzburg schaffte im Spitzenspiel beim Linzer ASK nur ein 2:2-Unentschieden. Leichte Einkorkung der Champagnerlaune bei den Salzburger Festspielen, die unter der Woche mit einem 6:2 gegen den KRC Genk eine glänzende Ouvertüre in der Champions League gefeiert hatten.

          Als Mozart unter den Fußball-Trainern könnte Pep Guardiola angesehen werden, schließlich ist er ein Verfechter der schönen Fußball-Künste. Nach dem 8:0-Rekordsieg seiner Mannschaft in der Premier League gab der Coach von Manchester City nun das ganze Lob an sein Ensemble weiter: „Man spielt für die Zuschauer. Ich hätte es nicht gerne gesehen, wenn meine Spieler nach der 5:0-Führung in der zweiten Hälfte nicht mehr rennen. Das wäre ein Mangel an Respekt“, sagte Guardiola und wiegelte bescheiden ab: „Wir haben nichts Besonderes gemacht. Das ist die beste Art zu spielen.“ Hätte der Tabellenletzte FC Watford sicher gerne auch gemacht, war allerdings völlig überfordert und lag schon nach 18 Minuten 5:0 zurück.

          Eher Hardrock predigt Jürgen Klopp, und auch der Mann mit dem Haifischgrinsen hatte am Wochenende wieder Grund, es zu zeigen. Fünf Tage nach dem Fehlstart als Titelverteidiger in der Champions League gewannen seine Reds mit 2:1 beim FC Chelsea und können nun auf sechs Siege in den ersten sechs Spielen verweisen. Der Vorsprung vor Meister Manchester City beträgt weiter fünf Punkte. Alexander-Arnold und Firmino erzielten die Tore für Liverpool. Chelsea wurde ein Treffer von Azpilicueta nach Videobeweis aberkannt. Kante verkürzte, mehr aber auch nicht.

          Der FC Arsenal besiegte Aston Villa mit 3:2 und kletterte in der Tabelle auf Rang vier. Mesut Özil durfte wieder mal nicht mitspielen. Rekordmeister Manchester United steckt nach dem 0:2 bei West Ham United im Tabellenmittelfeld fest.

          In Italien hat sich die ohnehin unsterbliche Torwart-Ikone Gianluigi Buffon im Alter von 41 Jahren ein neues Denkmal gesetzt. Mit seinem 902. Pflichtspieleinsatz egalisierte Buffon den Rekord von Milans ewigem Star-Verteidiger Paolo Maldini. Oldie Buffon stand zum ersten nach 490 Tagen wieder bei Juventus Turin im Tor, nachdem er zwischendurch ein Auslandspraktikum bei Paris St. Germain einlegte. „Die alte Dame“ Juventus, bei weitem rüstiger als die gleich titulierte Hertha aus Berlin, setzte sich 2:1 gegen Hellas Verona durch. Ramsey und Ronaldo erzielten die Tore. Veloso hatte die Majestät beleidigt und die Führung für Verona erzielt.

          Italiens Sportpresse rastete dennoch vor Glück aus: „Der Heilige Gigi leistet einen entscheidenden Beitrag zu Juves Sieg. Der Alte ist wieder zurück", huldigte die Gazzetta dello Sport. „Ein Rekord und eine Super-Leistung: Gigi ist stets eine Garantie für Qualität, einfach eine Legende", schwärmte Corriere dello Sport. Für Buffon war es das 641. Match in der Serie A. Sein 640. hatte er 2018 absolviert – ebenfalls bei einem 2:1-Sieg gegen Hellas Verona. Zur Wahrheit gehört aber auch: er ist bei Juve eigentlich nur die Nummer zwei hinter dem Polen Wojciech Szczesny.

          Spitzenreiter in Italien bleibt trotzdem Inter Mailand nach einem 2:0-Sieg im Stadtderby gegen Milan, das auf ein Comeback von Maldini überraschend verzichtete. Brozovic und Lukaku erzielten die Tore.

          Ein anderer Altstar erzielte sein erstes Tor an neuer Wirkungsstätte: Doch obwohl Franck Ribéry erfolgreich war, bleibt der AC Florenz Tabellenletzter der italienischen Serie A. Die Fiorentina kam bei Atalanta Bergamo nur zu einem 2:2 und wartet weiterhin auf den ersten Saisonsieg. Neben Ribéry traf Chiesa. Doch Ilicic und Castagne glichen noch aus.

          Ein anderer Torwart erlebte eine abwechslungsreiche, eher unerfreuliche Woche, mit der so nicht zu rechnen war. Marc-André ter Stegen ist binnen Tagen von einem höflichen Vertreter seiner Zunft zum Entfacher eines zünftigen Sturms im Wasserglas avanciert, weil er gerne öfter als deutscher Nationaltorwart spielen würde. Im Hauptberuf hütet der das Tor des FC Barcelona, und das hielt er dank seines gehaltenen Elfmeters in der Champions League bei Borussia Dortmund unter der Woche auch sauber, doch am Wochenende brachte ihm sein Job keinen Spaß. Beim FC Granada kassierte der frühere Gladbacher mit der Startruppe um Lionel Messi eine 0:2-Niederlage. Azzez und Vadilla per Handelfmeter erzielten die Tore. Ter Stegen war an beiden Treffern schuldlos, hatte ansonsten wenig Arbeit. Nach fünf Spieltagen hat der Titelverteidiger in der Primera División nur sieben Punkte auf dem Konto: Platz acht. So schlecht sind die Katalanen zuletzt vor 25 Jahren gestartet.

          Damals war Johan Cruyff Trainer in Barcelona – und der war und ist ja trotzdem eine Fußball-Legende. Sein anderer Herzensverein, Ajax Amsterdam, musste wenige Tage nach seinem glanzvollen 3:0 in der Champions League gegen Lille an diesem Sonntag bereits das Spiel der Spiele in der „Eredivisie“ austragen: Dabei trennte sich Ajax vom PSV Eindhoven auswärts 1:1 unentschieden. In der Tabelle hat deshalb Vitesse Arnheim zu den Topteams aufgeschlossen. Alle haben 14 Punkte – und 14 war bekanntlich die Nummer von Johan Cruyff. Ein Zeichen? Oder Zufall. Egal, Hauptsache Fußball.

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