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Höchste Bayern-Niederlagen : „Der Franz war nur am Abwinken“

Schlimmer geht immer: Die Bayern haben in Frankfurt auch schon mal ein halbes Dutzend Tore bekommen. Bild: Picture-Alliance

Zwar ist der FC Bayern mit 1:5 bei Eintracht Frankfurt untergegangen. Doch die Münchner haben schon deftigere Schlappen kassiert. Selbst mit Rummenigge und Hoeneß in der Startelf.

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          Die 1:5-Niederlage bei Eintracht Frankfurt an diesem Samstag wird als böses Debakel für den FC Bayern in die Bundesliga-Geschichte eingehen. Für Sonntag ist eine Krisensitzung an der Säbener Straße an-, das öffentliche Training ausgesetzt. Doch es gab schon schlimmere Niederlagen für die großen Bayern. Der negative Höhepunkt ereignete sich am 9. Oktober 1976, als die Münchner sogar zu Hause mit 0:7 gegen Schalke 04 untergingen. Diese Schlappe ist bis heute die höchste Niederlage in den 55 Bundesliga-Jahren der Münchner geblieben.

          Immerhin noch sechs Weltmeister von 1974 standen damals in der Münchner Mannschaft. „In dem Spiel spielten wir aber nicht mal so wie die Hausmeister“, erinnerte sich Torwart-Legende Sepp Maier. Vor allem Klaus Fischer war nicht zu stoppen – er alleine düpierte des Kaisers Abwehrgerade mit vier Toren. „Der Franz war nur am Abwinken“, sagte der „Bomber des Tages“, Klaus Fischer, angesprochen auf die Reaktionen von Franz Beckenbauer nach den Münchner Gegentoren. Die Schalker Erwin Kremers, Manfred Dubski und Rüdiger Abramczik besorgten schließlich den Rest.

          Auf Platz zwei der „ewigen“ bayrischen Pleite-Rangliste rangiert der 9. Dezember 1978 mit einem 1:7 bei Fortuna Düsseldorf. Auch in diesem Spiel stand Sepp Maier im Bayern-Tor. Trainer war Gyula Lorant – allerdings nicht mehr lange. Der Ungar wurde seinerzeit entlassen und durch seinen Assistenten Pal Czernai ersetzt. „Ich weiß, wie das Geschäft läuft. Ich bin nicht naiv oder blauäugig“, sagt der aktuelle Trainer Niko Kovac nach der Niederlage von diesem Samstag. Zur Einordnung muss erwähnt werden: Fortuna Düsseldorf gewann damals den DFB-Pokal und erreichte das Endspiel des Europacups gegen den FC Barcelona.

          Auf Münchner Seite stand übrigens auch Karl-Heinz Rummenigge auf dem Platz – nur als Erinnerung, sollte er sich nach dem 1:5 bei der Eintracht dergestalt äußern, dass ein solcher Auftritt eines FC Bayern nicht würdig sei.

          Bayrische Rekord-Pleite: 0:7 zu Hause gegen Schalke.

          Rummenigge hat auch schon einmal ein halbes Dutzend Frankfurter Tore um die Ohren bekommen – und zwar im alten Waldstadion. Am 22. November 1975 gingen die Bayern 0:6 bei der Eintracht unter – genau wie schon ein Jahr zuvor am 24. August 1974 als Gast von Kickers Offenbach, die jenes Heimspiel ebenfalls in Frankfurt austrugen. Seinerzeit gehörte neben Maier, Beckenbauer, Rummenigge und Co. auch ein gewisser Uli Hoeneß zur Startelf.

          Neben zwei 1:6-Niederlagen in Köln (11. Dezember 1965) und Saarbrücken (16. April 1977) stehen für die Bayern auch schon drei 0:5-Schlappen in der Statistik (am 18. Mai 1974 bei Borussia Mönchengladbach, am 1. April 1977 beim Hamburger SV sowie am 29. April 1978 beim 1. FC Kaiserslautern).

          Das 1:5 von diesem Samstag rangiert also nur auf dem zehnten Platz der höchsten Bayern-Niederlagen, torgleich mit den ebenso hohen Pleiten beim SC Freiburg (23. August 1994) bei Schalke 04 (26. Januar 2002) und zuletzt beim VfL Wolfsburg (4. April 2009). Kovac flüchtete sich nach der aktuellen Schlappe dennoch nicht in die wohltuende Welt der Statistik, sondern auf das dünne Eis der Ironie: „Einfach kann jeder, deshalb müssen wir zusehen, die schweren Sachen zu regeln.“

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