https://www.faz.net/-gtl-9n1hg

WM-Stadion in Qatar eröffnet : Kein Grund zur Freude

  • Aktualisiert am

Feuerwerk in Doha: Das Al-Wakrah ist eingeweiht Bild: EPA

Das Al-Wakrah-Stadion südlich von Doha ist den traditionellen Segelschiffen der Region nachempfunden. Amnesty International erinnert an die unmenschlichen Bedingungen, unter denen es errichtet wurde.

          1 Min.

          Mehr als drei Jahre vor der Fußball-WM hat Gastgeber Qatar das erste komplett neu gebaute Stadion eröffnet. Die Arena Al-Wakrah südlich der Hauptstadt Doha bietet fast 40.000 Plätze, die am Donnerstagabend fast alle besetzt waren. Nach einer etwa 30-minütigen Eröffnungszeremonie spielte dort das Team Al-Sadd mit dem früheren spanischen Nationalspieler Xavi im Pokalfinale des Golfemirats gegen Al-Duhail. Das Spiel gewann Al Duhail mit 4:1.

          In der Arena werden WM-Spiele bis zum Viertelfinale ausgetragen. Nach dem Turnier soll der Oberrang abgebaut und damit die Kapazität auf 20.000 Zuschauer gesenkt werden. Insgesamt plant Qatar für die WM 2022 mit acht Stadien. Alle Stadien sind mit Klimaanlagen ausgestattet, um Ränge und Spielfeld bei Bedarf auf angenehme Temperaturen herunter zu kühlen. Wegen der heißen Sommertemperaturen wird die WM erstmals im November und Dezember ausgetragen.

          Die Baukosten beziffert das Emirat auf rund 5,8 Milliarden Euro. Das von der britisch-irakischen Architektin Zaha Hadid entworfene Al-Wakrah-Stadion ist den traditionellen Segelschiffen der Region, den Daus, nachempfunden. Er sei sehr beeindruckt von dem „wunderschönen Stadion“, sagte der frühere niederländische Nationalspieler Ronald de Boer vor Journalisten.

          Bereits in der vergangenen Woche war das erste Teilstück der neuen Metro eröffnet worden. Mit ihr sollen die Fans schnell von einem Stadion zum anderen kommen. Die meisten Arenen stehen in Doha. Qatar hat bei seiner Kandidatur mit einer WM der kurzen Wege geworben.

          Amnesty: Kein Grund zur Freude

          Die Menschenrechts-Organisation Amnesty International hat am Tag der Stadion-Eröffnung noch einmal die Bedingungen in Qatar kritisiert. „Viele Millionen sind immer noch unter unmenschlichen Bedingungen beschäftigt“, sagte Amnestys Qatar-Expertin Regina Spöttl dem SWR. Vielen Arbeitern werde kein Lohn gezahlt, etliche müssten ihre Pässe abgeben, damit sie nicht ausreisen. Zwar habe das Emirat in letzter Zeit mehrere Gesetze erlassen, um die Situation der Arbeiter auf den WM-Baustellen zu verbessern. Allerdings liege zum Beispiel der Mindestlohn lediglich bei 200 Dollar im Monat.

          Einen Fonds, den Qatar auflegen wollte, um die Arbeiter zu unterstützen, existiere nach wie vor nicht. Den Weltfußballverband Fifa forderte Spöttl einmal mehr auf, Druck auf die Regierung in Qatar auszuüben, um die Situation der Arbeiter zu verbessern. Insgesamt sei der Tag der Eröffnung des ersten Stadions kein Grund zur Freude.

          Weitere Themen

          Vettel wird brutal ausgebremst

          Große Probleme bei Ferrari : Vettel wird brutal ausgebremst

          Lewis Hamilton fährt in Silverstone zur Tagesbestzeit. Nico Hülkenberg verblüfft bei seinem zweiten Einsatz für Racing Point. Ferrari-Mann Sebastian Vettel kommt vor dem 70. Formel-1-Jubiläum nicht hinterher.

          Topmeldungen

          Demo am 1. August in Berlin

          „Querdenken 711“ : Und wieder die Politiker!

          Eine Initiative peitscht Bürger in der Corona-Pandemie auf, um sie zu ihren Demos zu locken. Doch angebliche Belege sind gefälscht, Fotos aus dem Zusammenhang gerissen.
          Mitarbeiter vom Bayerischen Roten Kreuz nehmen an einem Corona-Testzentrum an der Autobahn 8 (A8) einen Abstrich

          In Bayern : Corona-Tests für Reiserückkehrer in vielen Fällen nutzlos

          Mehr als 40.000 Reiserückkehrer haben sich an Teststationen an Autobahnen und Bahnhöfen in Bayern freiwillig auf Corona testen lassen – viele haben ihr Testergebnis aber nie erhalten. Beim zuständigen Landesamt gibt man sich zerknirscht.
          Während der Corona-Pandemie arbeitslos gewordene Amerikaner warten in der Nähe der Grenze zu Mexiko in Kalifornien darauf, einen Antrag auf staatliche Hilfe ausfüllen zu können.

          Konjunktur in Corona-Zeiten : Amerika steckt tief in der Krise

          Die Arbeitslosenquote in den Vereinigten Staaten sinkt zwar, bleibt aber auf einem hohen Niveau. Die Hilfen für die Betroffenen laufen in Kürze aus. Was kommt dann?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.