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Deutschlands 2:2 gegen Holland : Erst die reine Freude – dann der große Frust

Enttäuschte Gesichter: Deutschland gibt gegen die Niederlande den Sieg noch aus der Hand. Bild: Reuters

Lange Zeit sah es nach einem souveränen Sieg aus, doch in der Nachspielzeit gibt die DFB-Elf den Sieg noch aus der Hand. Es hätte ein versöhnlicher Jahresabschluss werden sollen. Daraus wurde nichts.

          Das schwarze Jahr des deutschen Fußballs ist mit einigen Aufhellungen, aber dennoch ohne Erfolgserlebnis zu Ende gegangen. Die deutsche Mannschaft hatte beim 2:2 gegen die Niederlande lange wie der sichere und verdiente Sieger ausgehen, doch im Schlussspurt sicherte sich die Mannschaft von Trainer Ronald Koeman noch einen Punkt und damit den Gruppensieg vor Frankreich in der Nations League. Die Deutschen hatten vor allem in der ersten Halbzeit mit Energie und Tempo vor allem der jungen Angreifer Leroy Sané, Timo Werner und Serge Gnabry überzeugt.

          Nations League
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          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Werner hatte mit einem schönen Tor zum 1:0 den Anfang (9.) gemacht, Sané sorgte kurz darauf mit dem 2:0 für den nächsten Wirkungstreffer, der die Niederländer lange, aber nicht bis zum Ende auf Distanz halten sollte. In der 85. Minute gelang Quincy Promes der Anschlusstreffer, in der 91. Minute traf Virgil van Dijk zum 2:2. Damit hielt das Jahr 2018 für die Deutschen doch noch ein enttäuschendes Ende bereit.

          „Ich bin enttäuscht über das Ergebnis. Über die gesamte Spielzeit haben wir aber mehr Positives als Negatives gesehen. Wir sind am Ende bestraft worden. Das ist natürlich bitter. Es zieht sich ein bisschen durch das Jahr“, sagte Bundestrainer Joachim Löw und ergänzte: „Es ist manchmal auch der Preis, den man bezahlen muss. Es ist eine relativ junge Mannschaft.“

          Der deutsche Abstieg aus der Topgruppe der Nations League war durch die Versäumnisse in den Monaten zuvor, als es für die jungen Spieler noch nicht den nötigen Raum gab, ohnehin nicht mehr zu verhindern gewesen. Nun wartet in diesem Jahr noch die Auslosung der EM-Qualifikation auf die deutsche Mannschaft, in der sie nun bangen muss, noch in den Topf der zehn besten Nationen zu kommen, der ihnen eine leichtere Gruppe bescheren würde.

          Rein formal hatte sich die deutsche Mannschaft zwei Siege zum Jahresabschluss vorgenommen, mehr hatte sie auch selbst nicht mehr in der Hand nach der WM-Pleite und einem bis dahin verpassten Neubeginn. Und nach dem 3:0 gegen eine schwache russische Mannschaft in Leipzig machte ein wieder ziemlich junges deutsches Team, in das vier Tage später die Weltmeister Mats Hummels und Toni Kroos zurückkehrten, schon unmittelbar nach dem Anpfiff deutlich, seine Chance auch gegen einen weit stärkeren Gegner mit viel Tempo nutzen zu wollen. Nach 26 Sekunden brachte der Tabellenletzte dieser Nations-League-Gruppe seinen ersten schnellen Angriff über Werner durch Thilo Kehrer zum Abschluss. Der frühere Schalker verfehlte das Tor knapp.


          Es dauerte dennoch nicht lange, und die Deutschen lagen gegen die Niederländer, die am Freitag noch mit einem glanzvollen 2:0-Sieg gegen Weltmeister Frankreich beeindruckt hatten, nach einem schnellen und entschlossenen Angriff in Führung. Es war Gnabry, der zusammen mit Sané und Werner wieder den deutschen Hochgeschwindigkeitsangriff bildete und ein Zuspiel von Toni Kroos mit einem Ballkontakt auf Werner weiterleitete, der den Ball im vollen Lauf direkt aus rund zwanzig Metern mit einem satten Schuss an Torwart Jasper Cillessen vorbei zum 1:0 ins Tor beförderte.

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