https://www.faz.net/-gtl-9lapz

Schweizer Bundesanwaltschaft : Ermittler vernehmen Blatter in der WM-Affäre 2006

  • Aktualisiert am

„Auskunftsperson“ der Schweizer Ermittler: der frühere Fifa-Präsident Joseph Blatter. Bild: Reuters

Noch immer ist unklar, wofür die 6,7 Millionen Euro des DFB in der WM-2006-Affäre waren. Nun wird der frühere Fifa-Präsident Joseph Blatter von der Schweizer Bundesanwaltschaft vernommen. Die Ermittler stehen unter Zeitdruck.

          1 Min.

          Der frühere Fifa-Präsident Sepp Blatter ist am Dienstag im Rahmen der Affäre um die WM-Endrunde 2006 in Deutschland von der Schweizer Bundesanwaltschaft (BA) vernommen worden. Das berichtet das Schweizer Fernsehen SRF. Der 83 Jahre alte Schweizer, von 1998 bis 2016 Boss des Fußball-Weltverbandes Fifa, sei in Bern als „Auskunftsperson“ befragt worden, hieß es in einer kurzen Stellungnahme der Bundesanwaltschaft, die keine Details bekannt gab.

          Die BA hatte im November 2015 im Zusammenhang mit der WM-Vergabe ein Strafverfahren gegen den früheren WM-Organisationschef Franz Beckenbauer, die ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach sowie den Ex-DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt eröffnet. Den Angeklagten wird unter anderem Betrug, Untreue sowie Geldwäscherei vorgeworfen. Auch in Deutschland beschäftigt dieser Vorgang seit Jahren die Gerichte. Das Oberlandesgericht Frankfurt/Main wird sich kommenden Monat noch einmal mit dieser Angelegenheit beschäftigen.

          Dabei geht es vor allem um eine Zahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro in der Steuererklärung des DFB für das Jahr 2006, die zu Unrecht als Betriebsausgabe deklariert worden sei und damit gewinnmindernd geltend gemacht worden war. Der Verband hatte die 6,7 Millionen 2005 als Kostenbeitrag zu einer WM-Gala verbucht, die aber nie stattgefunden hat.

          Das Geld diente mutmaßlich zur Rückzahlung eines Darlehens an den früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus. Blatter war von einem ehemaligen Mitarbeiter schwer belastet worden. Er soll in diese Angelegenheit eingeweiht gewesen sein und sogar im Hintergrund die Strippen gezogen haben. Ein Ende der Ermittlungen in der Schweiz sei derzeit nicht absehbar, teilte die BA mit. Nach wie vor gelte aber die Unschuldsvermutung. Falls es bis April 2020 in der Schweiz kein erstinstanzliches Urteil gibt, wären jegliche Ansprüche verjährt.

          Weitere Themen

          FC Bayern trifft auf Olympiakos Video-Seite öffnen

          Champions League : FC Bayern trifft auf Olympiakos

          Am dritten Spieltag müssen die Bayern nach Griechenland zu Olympiakos Piräus, dem Tabellen-Dritten in der Gruppe B. Trainer Niko Kovac warnte auf der letzten Pressekonferenz vor der Partie und vor dem Gegner.

          Bayern retten sich ins Ziel

          3:2 in Piräus : Bayern retten sich ins Ziel

          Die Bayern geraten bei Olympiakos Piräus früh in Rückstand und unter Druck – aber auf Torjäger Lewandowski ist Verlass. Für die Münchner Abwehr gilt das beim 3:2-Sieg schon wieder nicht.

          Topmeldungen

          Das britische Unterhaus am Dienstag Abend

          Johnson-Zeitplan abgelehnt : Brexit zum 31.Oktober nahezu ausgeschlossen

          Das britische Parlament hat den Gesetzesrahmen für den Brexit-Deal im Grundsatz gebilligt. Unmittelbar nach diesem Zwischenerfolg lehnte das Unterhaus jedoch den Zeitplan von Boris Johnson ab. EU-Ratspräsident Tust will eine Verlängerung der Brexit-Frist empfehlen.
          Mal wieder Münchner Mitarbeiter des Abends: Robert Lewandowski

          3:2 in Piräus : Bayern retten sich ins Ziel

          Die Bayern geraten bei Olympiakos Piräus früh in Rückstand und unter Druck – aber auf Torjäger Lewandowski ist Verlass. Für die Münchner Abwehr gilt das beim 3:2-Sieg schon wieder nicht.
          Kurze und höchst umstrittene Amtszeit: Stefan Jagsch spricht vor dem Gemeinschaftshaus in Altenstadt-Waldsiedlung.

          Nur einen Monat im Amt : NPD-Ortsvorsteher nach Eklat abgewählt

          Die Wahl eines NPD-Parteimitglieds zum Ortsvorsteher im hessischen Ort Altenstadt hatte bundesweit für Empörung gesorgt. Nun wurde Stefan Jagsch wieder abgewählt. Er fechtet die Entscheidung an – und versammelt einige Unterstützer hinter sich.

          AKK-Vorstoß : Gezielte Überrumpelung

          Annegret Kramp-Karrenbauer hat den Koalitionspartner mit ihrem Syrien-Vorstoß schwer düpiert. Jetzt muss sie ihre Idee so seriös weiterentwickeln, dass sie dem Vorwurf entgeht, es sei ihr nur um die eigene Profilierung gegangen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.