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Kinder gefesselt und bedroht : Raubüberfall schockt niederländischen Fußball

  • Aktualisiert am

Stellte seinen Spieler umgehend frei: PSV-Trainer Roger Schmidt Bild: dpa

„Das überschattet alles“: Vor dem Spiel der PSV Eindhoven mit dem deutschen Trainer Roger Schmidt erfährt Profi Eran Zahavi, dass in seinem Haus eingebrochen wurde. Die Täter hatten Waffen bei sich.

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          Ein Raubüberfall auf die Familie des israelischen Fußball-Nationalspielers Eran Zahavi hat den niederländischen Topklub PSV Eindhoven um Trainer Roger Schmidt erschüttert. Während der Auswärtsfahrt zum Spiel bei Willem II Tilburg (2:0) am Sonntag wurde Zahavis Ehefrau sowie die drei Kinder im Alter zwischen fünf und acht Jahren im Haus der Familie im Süden Amsterdams festgebunden und mit Waffen bedroht. Das bestätigte die Amsterdamer Polizei.

          „Es ist schrecklich, was passiert ist“, sagte Trainer Schmidt: „Auf der Hinfahrt erfuhren wir davon, das überschattet alles. Wir waren mit unseren Gedanken vor, während und nach dem Spiel bei Eran, und wir haben auch für ihn das Spiel gewonnen.“

          Schmidt hatte Zahavi gleich nach der Ankunft am Stadion vom Spiel freigestellt, der 33-Jährige kehrte umgehend nach Amsterdam zurück. Nachbarn berichteten Reportern vor Ort, die Einbrecher hätten sich als Paketboten ausgegeben. So äußerte sich später auch die Polizei zum Vorfall.

          Nach deren Darstellung hatten zwei junge Männer geklingelt und sich als Mitarbeiter eines Paketdienstes ausgegeben. Sie waren dann mit Waffen in die Wohnung eingedrungen. Die Einbrecher hätten die Wohnung durchsucht und seien mit Wertgegenständen und Geld geflohen, die Familie blieb hilflos zurück. „Die Frau und die Kinder haben zum Glück keine Verletzungen, aber der Überfall war für alle Beteiligten sehr heftig und traumatisch,“ erklärte die Polizei. 

          Seit dieser Saison für Eindhoven auf dem Platz: Eran Zahavi (vorne)
          Seit dieser Saison für Eindhoven auf dem Platz: Eran Zahavi (vorne) : Bild: AFP

          Teamkollege Mario Götze fehlte in Tilburg derweil angeschlagen, Nationalspieler Philipp Max kam über die volle Distanz zum Einsatz. „Das war nicht einfach“, sagte Max, „aber wir haben uns vor Spielbeginn gesagt, dass wir für ihn gewinnen mussten. Für uns war das eine zusätzliche Motivation.“

          Die Polizei setzte auf der Suche nach den Tätern Hubschrauber und Hunde ein, es gab aber zunächst keine Festnahmen. Zahavi, der seit Saisonbeginn für Eindhoven spielt, war mit seiner Familie nach Amsterdam-Buitenveldert gezogen, um in der Nähe einer jüdischen Gemeinde zu leben.

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