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EM-Qualifikation : Enttäuschte Engländer hadern nach Niederlage

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Harry Kane traf zwar per Elfmeter, England verlor das Spiel dennoch. Bild: Reuters

Erstmals nach 43 Spielen in Qualifikationen zu großen Turnieren verliert England wieder. Trainer Gareth Southgate ist selbstkritisch. Besser läuft es für die Türkei, Frankreich und Portugal.

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          Gareth Southgate steckte die Hände in die schicke Anzughose und sah zu seinen enttäuschten Spielern. „Wir haben nicht genug getan, um das Spiel zu gewinnen. Wir waren nicht gut genug“, sagte der Trainer der englischen Fußball-Nationalmannschaft nach der historisch anmutenden 1:2 (1:1)-Niederlage am Freitagabend in Prag gegen Tschechien. Erstmals seit zehn Jahren und 43 Spielen gingen die Three Lions in einem WM- oder EM-Qualifikationsspiel wieder als Verlierer vom Platz.

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          „Wir brauchen nicht in Panik zu verfallen“, sagte Stürmerstar Harry Kane, der England in der fünften Minute per Foulelfmeter in Führung gebracht hatte. Jakub Brabec (9.) und Zdenek Ondrasek (85.) drehten die Partie. „Jedes Spiel in Europa ist schwierig“, sagte Kane. „Es ist ein Weckruf für uns – wir sind in einer guten Position.“

          Trotz der Niederlage führt der WM-Halbfinalist die Gruppe A mit zwölf Zählern vor den punktgleichen Tschechen an, die aber ein Spiel mehr absolviert haben. Gewinnen die Briten am Montag (20.45 Uhr bei DAZN) in Bulgarien, und Verfolger Kosovo (8) gewinnt zeitgleich nicht gegen Montenegro, hätte England das EM-Ticket für die Endrunde 2020 sicher, bei der im Londoner Wembley-Stadion sieben Spiele inklusive der Halbfinals und des Finales ausgetragen werden.

          „Beim Fußball geht es darum, auf Rückschläge zu reagieren. Wir hatten nicht allzu viele, also fühlt es sich noch unangenehmer an, weil es schon eine Weile her ist, dass wir so empfunden haben“, sagte Southgate. Sergej Nasarenko fügte den Engländern vor zehn Jahren in der Ukraine beim 0:1 die zuvor letzte Niederlage in einem Qualifikationsspiel zu. Borussia Dortmunds Star Jadon Sancho, der am Freitag in der Startelf stand, war damals neun Jahre alt.

          Besser lief es für die Türkei in Gruppe H. Das Team von Nationaltrainer Senol Günes setzte sich gegen eine gut organisierte Defensive von Albanien mit 1:0 (0:0) durch und bleibt punktgleich (18) vor Weltmeister Frankreich auf Rang eins. Cenk Tosun vom FC Everton traf per Kopf (90.) zum umjubelten Siegtreffer im Ülker-Stadion von Istanbul.

          Die Franzosen gewannen zeitgleich nach harten Kampf mit 1:0 (0:0) bei Verfolger Island. Olivier Giroud erzielte den Siegtreffer per Strafstoß (66.), Antoine Griezmann war zuvor im Strafraum zu Fall gebracht worden. „Das ist ein wichtiger Sieg mit Blick auf das große Spiel, das uns am Montag erwartet“, sagte Frankreichs Weltmeister-Trainer Didier Deschamps mit Blick auf das Spitzenspiel gegen die Türkei im Stade de France.

          Zwischen den beiden Außenseitern in der Gruppe, die keine Chance mehr auf die EM-Teilnahme haben, setzte Andorra sich 1:0 (0:0) gegen Moldau durch. Für die Gastgeber war es der erste Sieg in der Qualifikation für eine Europameisterschaft überhaupt. Der 139. der Fifa-Weltrangliste hatte zuvor alle 56 Partien seit dem Debüt gegen Armenien am 5. September 1998 verloren.

          Portugals Superstar Cristiano Ronaldo erzielte beim lockeren 3:0 (1:0) gegen Luxemburg seinen 94. Länderspieltreffer und den 699. Pflichtspieltreffer insgesamt. Im Stadion Jose Alvalade von Lissabon traf der fünfmalige Weltfußballer per Heber zum zwischenzeitlichen 2:0 (65.), an identischer Stätte hatte der 34-Jährige am 7. Oktober 2002 im Trikot von Sporting seine ersten beiden Tore erzielt.

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