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Cottbus gegen den FC Bayern : Wenn man nicht mehr träumen darf

Ein Märchen aus uralten Zeiten: Cottbus’ Efstathios Aloneftis foult Bayerns Luca Toni im Bundesliga-Spiel zwischen Energie und München 2008. Bild: dpa

Aus Energie wird Utopie: Vor gut zehn Jahren schafften die Cottbuser eine Sensation gegen die großen Bayern – da betrug deren Marktwert aber auch noch nicht das Vierhundertfache.

          Es wird immer wieder mal darüber gesprochen und auch geklagt, wie dramatisch sich der Profifußball in den vergangenen zehn Jahren verändert hat. Diese Feststellung ist eine Binsenweisheit, mehr als ein Schulterzucken ruft sie selten hervor. Doch welche Realität die entfesselten Marktkräfte in den vergangenen zehn Jahren geschaffen hat, wie unendlich groß die Gräben zwischen Fußballklubs geworden sind, die sich heute wie damals gegenüberstehen, lässt sich in Deutschland vermutlich an kaum einem Beispiel besser illustrieren als am Duell von Energie Cottbus mit dem FC Bayern München, die an diesem Montag im DFB-Pokal (um 20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zum DFB-Pokal und in der ARD sowie bei Sky) im einst landesweit bekannten Stadion der Freundschaft aufeinandertreffen.

          DFB-Pokal
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          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Vor gut zehn Jahren hat Energie Cottbus die Bayern in der Bundesliga zu Hause 2:0 besiegt. In den Tagen vor dem aktuellen Duell hat der Cottbuser Trainer Claus-Dieter Wollitz die Chance auf eine Pokalsensation auf exakt „null Prozent“ taxiert – obwohl seine Mannschaft in den beiden vergangenen Jahren gegen den VfB Stuttgart und den SC Freiburg erst nach Elfmeterschießen im DFB-Pokal ausgeschieden ist. Die einzige Hoffnung, die Wollitz vor ausverkauftem Haus hat, ist vermutlich eine ganz realistische: Dass es schon ein toller Pokalabend für Cottbus sein wird, wenn seine Mannschaft nicht unter die Räder kommt und sich dieses Ergebnis nicht negativ auf die kommenden Wochen in der Regionalliga auswirkt. Willkommen in der Cottbuser Wirklichkeit 2019.

          Wollitz: Wer auf eine Sensation hofft, dem ist nicht zu helfen

          „Der Unterschied ist zu groß, um ihn in 90 Minuten zu kaschieren. Ich glaube an so etwas nicht – und Dinge, an die ich nicht glaube, kann ich nicht nach außen verkaufen“, sagt Wollitz. Angesichts der rasanten kommerziellen Entwicklungen hält der ehemalige Bundesligaspieler Pokalsensationen ohnehin für ein Auslaufmodell. „Zumindest, wenn der Gegner Bayern München heißt. Die Bayern waren ja schon früher immer Favorit, aber früher waren die Unterschiede nicht so groß.“ Das kann man so sagen. Im Jahr 2008 hatte sich Energie Cottbus noch mit einem 2:0-Heimsieg gegen den damaligen Tabellenführer und kommenden Meister am 24. Spieltag auf Rang 15 vorgearbeitet – und rettete sich damit noch in ein weiteres Bundesligajahr, das dann aber das letzte sein sollte. Damals gehörte auch noch ein anderer Klub aus der ehemaligen DDR-Oberliga der Bundesliga an: Hansa Rostock, mittlerweile auch schon seit Jahren in die Dritte Liga durchgereicht, an diesem Montagabend ist der VfB Stuttgart im Pokal zu Gast (um 18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zum DFB-Pokal und auf Sky).

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