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Endstation Ingolstadt : FSV verliert die Revanche

  • -Aktualisiert am

Am Boden und in der Luft: Während FSV-Schlussmann Klandt verzweifelt, reißt Ingolstadts Stürmer Philipp Hofmann die Hände hoch zum Jubel Bild: dpa

Im Zweitligaspiel am Wochenende hatte der FSV Frankfurt noch 4:1 gewonnen. Im Pokalspiel hat sich Ingolstadt nun revanchiert. Dem FSV entgeht eine schöne Zusatzeeinnahme.

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          Diesmal war alles anders. Sehr zum Ärger des FSV Frankfurt, der eigentlich als Favorit in der Pokalbegegnung galt. Doch die hessischen Fußballprofis schüttelten am Mittwochabend nach dem Abpfiff vor lauter Frust ihre Köpfe oder sanken enttäuscht zu Boden. Die Ingolstädter hingegen lagen sich in den Armen. Durch das 2:0 bei den Bornheimern zogen sie im Duell der beiden Zweitligavereine in das Achtelfinale des DFB-Pokals ein. Tamas Hajnal (27. Minute) und Philipp Hofmann (47.) erzielten die beiden Treffer für die verbesserten Oberbayern. Sie waren am vergangenen Sonntag noch in tiefe Depression gefallen, weil sie das Punktspiel in Frankfurt aufgrund einer desolaten Leistung 1:4 verloren hatten.

          Mit dem Ausscheiden entgingen den Hessen dank Garantiesummen aus den Fernsehverträgen Einnahmen in Höhe von weit mehr als 400.000 Euro, die sie gut hätten gebrauchen können. „Die Enttäuschung ist sehr groß“, sagte Finanzchef Clemens Krüger. „Vielleicht sind wir ein bisschen zu spät aufgewacht.“ Die Runde der letzten 16 Mannschaften wird am 3. und 4. Dezember ausgetragen – wieder einmal ohne den FSV, der zuletzt 1982 im Achtelfinale gestanden hatte.

          Der Bornheimer Präsident Julius Rosenthal hielt die Pokalpartie für das „bedeutendste Spiel“ seines Vereins in diesem Jahr. Die Ingolstädter hingegen wollten Wiedergutmachung für das 1:4, Trainer Marco Kurz hatte vor dem Spiel gesagt: „Der Mannschaft wird es weh tun, in das Stadion einzulaufen, in dem sie erst vor wenigen Tagen eine solche Schmach erlitten hatte.“ Diesmal aber waren die Oberbayern zunächst das aktivere Team. Nur führte das Engagement nicht zu guten Tormöglichkeiten vor 3100 Zuschauern. Im Frankfurter Spiel war kaum Bewegung, trotzdem blieb Trainer Benno Möhlmann ruhig.

          Unglücklich abgefälscht

          Ein wenig Abwechslung brachte ein Konterversuch des FSV über Denis Epstein. Stürmer Mathew Leckie konnte sich jedoch vor dem Ingolstädter Tor nicht durchsetzen. Anders als auf der Gegenseite FC-Profi Tamas Hajnal, dessen Schuss vom Bornheimer Mittelfeldspieler Manuel Konrad unglücklich zum 1:0 für Ingolstadt abgefälscht wurde. Der Weckruf für den FSV? Ja, denn er legte seine Zurückhaltung ab – ohne dabei torgefährlich zu werden. Ein Weitschuss von Linksverteidiger Nils Teixeira weit am Ingolstädter Tor blieb zunächst die einzige „Torchance“. „Ich kann nur hoffen, dass die Mannschaft kapiert, worum es geht“, sagte Geschäftsführer Krüger in der Halbzeitpause.

          Sie verstand nicht. Es dauerte in der zweiten Hälfte nicht einmal zwei Minuten, bis Ingolstadt 2:0 führte. Nun war Hajnal der Torvorbereiter; dessen Freistoß nutzte Philipp Hofmann mit dem Kopf. Seinen ersten Treffer im Spiel glaubte der FSV dann in der 55. Minute durch Edmond Kapllani erzielt zu haben. Doch Schiedsrichter Christian Dingert entschied auf Abseits. Es war eine Fehlentscheidung, wie die Fernsehbilder bewiesen.

          Nun kam es mit ein paar Abstrichen zu einem Pokalkampf, den Kapllani noch spannender hätte machen können, wenn sein Kopfball (61.) das Ingolstädter Tor nicht verfehlt hätte. Nicht torgefährlich genug gewesen zu sein – das war das große Manko der Hessen. So entwickelte sich der zweite Akt gegen Ingolstadt zum Abschied für den FSV aus dem Rennen um den Pokal. Das Team kann sich jetzt auf die zweite Liga konzentrieren. Ingolstadt, Tabellenletzter in der zweiten Liga, klammert sich an den Pokaltriumph. Dafür gibts zwar keine Punkte, aber Geld.

          FSV Frankfurt - FC Ingolstadt 04 0:2 (0:1)

          FSV Frankfurt: Klandt - Huber, Schlicke, Oumari, Teixeira (72. Rukavytsya) - Görlitz, Konrad, Kauko (64. Yelen), Epstein - Leckie (84. Roshi), Kapllani
          FC Ingolstadt 04: Özcan - da Costa, Gunesch, Matip, Danilo - Cohen (64. Morales), Roger - Eigler, Hajnal (58. Lappe - 90.+2 Groß), Caiuby - Hofmann
          Schiedsrichter: Dingert (Lebecksmühle)
          Zuschauer: 3089
          Tore: 0:1 Hajnal (27.), 0:2 Hofmann (47.)
          Gelbe Karten: Epstein, Kapllani, Konrad / Danilo, Lappe

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