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Emre Can im Gespräch : „Ich bin anders als viele andere“

Man in Red: Mit 22 Jahren hat Emre Can beim FC Liverpool schon eine Führungsrolle inne. Bild: Reuters

Mit Liverpool kann Emre Can erstmals die Europa League gewinnen. Vor dem Finale gegen Sevilla (20.45 Uhr) spricht der Nationalspieler über Anführerqualitäten, die Ansprüche von Jürgen Klopp und besondere Europapokal-Abende.

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          Alle Welt spricht über Leicester, dass Liverpool jetzt im Finale der Europa League gegen den FC Sevilla (20.45 Uhr / Live auf Sport1, Sky und im Europa-League-Ticker auf FAZ.NET) steht, ist aber auch ein kleines Fußballwunder, oder?

          Als Wunder würde ich es nicht bezeichnen. Liverpool hat in seiner Geschichte schon viele Pokale gewonnen, und wir haben es in dieser Saison wirklich verdient. Die Europapokal-Nächte hier waren sehr, sehr besonders.

          Aber nach einer Viertelstunde gegen Dortmund hätten Sie vermutlich auch nicht mehr damit gerechnet ...

          Ich muss da ehrlich sein und sagen, dass ich irgendwie daran geglaubt habe, auch als wir beim Stand von 0:2 in die Kabine gingen. Nach dem 1:2 haben wir gedacht: Wir packen das auf jeden Fall. Dann kam das 1:3. Da brauchst du schon ein paar Minuten, um wieder zu dir zu kommen. Dass wir es dann noch geschafft haben - von dem Wunder kann man schon sprechen, klar.

          War das auch der größte Moment Ihrer Fußballkarriere, oder gab es noch ähnliche Erlebnisse?

          Das war schon mein größtes Erlebnis. Etwas Einmaliges. Man hat gespürt, dass Fans und Spieler einfach nur ein Team sind. Wir haben alle zusammen das Spiel gewonnen.

          Danach ist viel über die Halbzeitansprache von Jürgen Klopp gesprochen worden. Erzählen Sie mal, wie das war - besonders emotional?

          Ich glaube, viele Spieler haben erwartet, dass er reinkommt und loslegt. Dass er brüllt oder sonst was. Aber es war überhaupt nicht so. Er war ganz sachlich. Er hat gesagt, ihr könnt jetzt einen Moment schaffen, von dem ihr noch euren Enkelkindern erzählen könnt. Natürlich: Sehr emotional war es trotzdem. Es waren einfach die richtigen Worte.

          Bestens gelaunt: Can und Trainer Klopp

          Gab es überhaupt eine Taktikbesprechung, oder war es Motivation pur?

          Puh, das weiß ich ehrlich gesagt gar nicht mehr so ganz genau. Er hat schon die positiven Dinge der ersten Halbzeit angesprochen. Und ich glaube, er hat uns auch gesagt, was wir besser machen sollen, aber was das genau war? Ich weiß es gar nicht mehr. Es war schon mehr die emotionale Sprache, das haben wir auch gebraucht.

          Ist seitdem noch mal der große Klopp-Hype in Liverpool ausgebrochen, oder ist das nur die deutsche Perspektive?

          Klar, das ist hier so. Die Leute lieben einfach den Trainer, weil er so ist, wie er ist.

          Und die Spieler? Die wussten natürlich so ungefähr, was auf sie zukommt. Aber wie war es dann, als es wirklich losging?

          Er ist vom ersten Tag an sehr gut bei den Spielern angekommen. Er ist einfach Jürgen Klopp, er verstellt sich nicht. Die Mannschaft hat ein Super-Verhältnis zu ihm, das merkt man auch an der Stimmung im Team, die ist sehr, sehr gut.

          Die Umstellung war aber bestimmt ziemlich groß. Sein Vorgänger Brendan Rodgers hat einen ganz anderen Fußball spielen lassen.

          Jeder Trainer hat seinen eigenen Style, und wer Jürgen Klopp kennt, weiß, dass er das Pressing und das Gegenpressing mag. Wenn man uns in den letzten Wochen und Monaten gesehen hat, sieht man schon, wo das hinführen soll. Wir haben uns sehr weiterentwickelt.

          Sind Sie schon da, wo er hinwill? Oder ist Liverpool vor allem ein Team für die besonderen Momente? In der Liga waren die Leistungen ja sehr schwankend.

          Wir sind noch lange nicht da, wo wir sein wollen, aber wir haben auf jeden Fall einen großen Schritt gemacht. Nächstes Jahr werden wir sehen, was passiert. Eine ganze Vorbereitung mit dem neuen Trainer wird uns schon noch mal weiterhelfen. Ich habe gerade gelesen, dass wir schon 50 Pflichtspiele gemacht haben, seit er hier ist. Da sieht man, wie wenig Zeit ist, um zu trainieren.

          Kann man sagen, dass er auch Ihnen gutgetan hat? Sie spielen jetzt endlich auf Ihrer Lieblingsposition, als „Sechser“ im Mittelfeldzentrum.

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