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EM-Umfrage : Mehrheit gegen paneuropäische Idee

Das Ziel ist klar: Der EM-Pokal - nur wie und wo soll er ausgespielt werden? Bild: dpa

Uefa-Chef Michel Platini will die Fußball-EM 2020 in 13 Metropolen des Kontinents austragen lassen. Wir haben unsere Leser gefragt, was sie davon halten. Das Resultat ist eindeutig.

          „Mein Gefühl sagt mir, dass es eine große Mehrheit für diesen Plan gibt“, sagte Michel Platini jüngst über seine verwegene Idee, die Fußball-EM 2020 nicht mehr an ein oder zwei Ausrichterländer zu vergeben, sondern in 13 Metropolen auf dem ganzen Kontinent austragen zu lassen. Das Gefühl des Uefa-Chefs könnte trügerisch sein, zumindest wenn nicht seine Funktionäre, sondern die FAZ.NET-Leser bestimmen dürften.

          Wir hatten gefragt, was von der paneuropäischen Idee zu halten sei, und jeweils drei Pro- und drei Contra-Argumente vorgegeben. Das Resultat ist niederschmetternd für die Befürworter der großen Lösung: 66 Prozent der gut 11.000 Abstimmenden sind dagegen. Eine satte Zweidrittel-Mehrheit, die freilich nicht repräsentativ sein muss. Hauptargument ist für die FAZ.NET-Fußballfans dabei auch ein Gefühl - allerdings negativ besetzt, nämlich „der Verlust des EM-Gefühls“ (39 Prozent). Weitere 16 Prozent finden schon zwei Gastgeber einen zu viel. Und elf Prozent denken bange an die Wege, die viel zu weit würden, wenn zwischen den europäischen Metropolen gependelt werden müsste. Für die internationale EM-Lösung sprachen sich dagegen nur 34 Prozent aus, die meisten gewinnen der Idee genau deshalb etwas ab, weil es eben eine Europameisterschaft sei.

          39 Prozent befürchten, dass bei einer Meisterschaft in ganz Europa das EM-Gefühl ausbleiben werde

          Skeptikern wie Befürwortern kann gesagt werden, dass das Modell nicht für die Ewigkeit sein soll, sondern nur als Jubiläumsausgabe für das 60-jährige EM-Bestehen in jenem Jahr. Hinter vorgehaltener Hand wird freilich auch die Euro-Krise angeführt, weshalb keine Nation mehr alleine so ein Großprojekt stemmen könne.

          Doch gerade mit Blick auf die erste EM-Ausgabe könnte man meinen, weniger wäre mehr. Die damals noch überschaubare Kontinentalmeisterschaft hatte 1960 noch als „Europapokal der Länder“ seinen Anfang genommen. Gerade mal 17 Nationen wollten daran teilnehmen und nach einem einzigen  Qualifikationsduell und zwei Runden im K.o.-System (mit Hin- und Rückspiel) fand eine Finalrunde mit vier Mannschaften statt.

          Mittlerweile ist Europa zwar als Landmasse nicht größer geworden, aber die Zahl der Nationen ist enorm gestiegen. Weshalb die Zahl der Endrunden-Teilnehmer nach und nach auf 8 und 16 anwuchs, und bald bei 24 anlangt. Was möglicherweise schon der wahre Fehler an der großen EM ist. Erstmals wird 2016 mit dieser Mammutzahl gespielt - in Frankreich übrigens, das auch 1960 Gastgeber war und damals nur vier Spiele (2016 werden es 51 sein) in zwei Städten austragen musste.

          Erster Sieger war übrigens die Sowjetunion, die es längst nicht mehr gibt. Stattdessen stehen für 2020 die ehemaligen Teilrepubliken Aserbaidschan und Georgien bereit, als gemeinsame Gastgeber die Europameisterschaft auszutragen. Ein Gegenkandidat ist die Türkei, die sich allerdings im gleichen Jahr auch um die Olympischen Spiele beworben hat und beim paneuropäischen Großturnier mit Istanbul als Finalstandort im Gespräch ist. Außerdem wollen Irland, Schottland und Wales gemeinsam antreten - und sich so die einmalige gleichzeitige Teilnahmeberechtigung sichern.

          Angesichts der Alternativen sollte man vielleicht doch noch mal fragen, was von der europaweiten Austragung zu halten ist?

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