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EM-Qualifikation : Norwegen will wieder mitspielen

  • -Aktualisiert am

Ein großes, aber noch sehr junges Talent: Der 16-jährige Martin Ødegaard. Bild: Reuters

Lang ist’s her: Mit einem Sieg in Italien wäre Norwegen erstmals seit 16 Jahren wieder bei einem großen Turnier dabei. Besonders Martin Ødegaard weckt große Hoffnungen. Ist die Entwicklung nachhaltig?

          Der norwegischen Nationalmannschaft fehlt nur noch ein Sieg zum größten Erfolg seit 16 Jahren, der Teilnahme an der Europameisterschaft im nächsten Jahr. Dennoch sind die Norweger eher skeptisch. Am Dienstagabend wartet mit Italien am letzten Spieltag der EM-Qualifikation ein viermaliger Weltmeister auf dem Weg nach Frankreich. Die gute Nachricht: Die Italiener sind bereits qualifiziert, werden sich womöglich nicht mit letzten Kräften mit den Skandinaviern auseinandersetzen. Die schlechte: Ein Unentschieden wird dem Team von Trainer Per-Mathias Høgmo aller Voraussicht nach nicht reichen, um Platz zwei und damit die direkte Qualifikation für die EM zu sichern. Denn bei zwei Punkten Vorsprung vor dem Dritten, Kroatien, der gegen Malta mit einem Sieg rechnen darf, entschiede bei Punktgleichheit das direkte Duell zwischen den beiden Teams (1:5, 2:0) - zuungunsten Norwegens.

          Für übertriebenen Optimismus sind die Norweger ohnehin nicht bekannt. Der staatliche Rundfunksender NRK publizierte nach dem souveränen 2:0-Erfolg im vorletzten Gruppenspiel gegen Malta aber gleich eine ganze Reihe von Statistiken, die gegen einen Sieg des „Landslag“ in Rom sprechen: „Es hört sich schon so nach einer schweren Aufgabe an, doch unser Überblick zeigt, dass es ans Unmögliche grenzt“, schrieb NRK.

          Viele junge Spieler

          Immerhin glauben die Spieler allem Anschein nach an eine Überraschung: „Wenn wir so spielen wie zu Hause gegen Kroatien, ist alles möglich. Italien ist eine der besten Mannschaften der Welt, also wird es nicht leicht. Aber wir haben dort nichts zu verlieren“, sagte Even Hovland (1. FC Nürnberg) der Zeitung „Aftenposten“. Eine EM-Teilnahme der Norweger, sei es dank eines Sieges in Rom oder über die Qualifikationsrunde der Drittplazierten, wäre in jedem Fall ein dringend benötigter Schub für Fußball-Norwegen.

          Alexander Tettey trifft für Norwegen zur 1:0-Führung gegen Malta.

          „Wir haben viele junge Spieler, die im Ausland spielen und sich langsam entwickeln“, sagt Kjetil Rekdal. Der 83-malige norwegische Nationalspieler spielte in den späten 80er und 90er Jahren im Ausland (unter anderem Hertha BSC Berlin)  und trainiert heute den Hauptstadtklub Vålerenga Oslo, der im Nationalstadion im Osloer Viertel Ullevål seine Heimspiele austrägt. „Die Spielstärke ist größer als früher, unsere Spieler können mehr, als nur zu kontern“, sagt Rekdal zum Stil des Nationalteams.

          Team ohne Top-Spieler

          Dabei finden sich in den Reihen des „Landslag“ anders als bei den skandinavischen Nachbarn Schweden (Zlatan Ibrahimovic/Paris St-Germain) und Dänemark (Christian Eriksen/Tottenham Hotspur) keine Spieler von internationaler Spitzenklasse, sondern vor allem Fußballer, die sich in der heimischen Liga oder verstreut über den Kontinent in mittelgroßen Klubs verdingen, wie etwa Per Ciljan Skjelbred von Hertha BSC Berlin.

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