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EM-Gegner Niederlande : Der Oranje-Wirbel - zuviel für deutsche Trainer

Auch in der Nationalmannschaft erfolgreich: Der Münchener Roy Makaay Bild: dpa/dpaweb

Die Holländer meinen es nicht gut mit deutschen Trainern vorerst. 0:6 verloren die Schotten von Berti Vogts im November in Amsterdam. 0:4 verloren die Griechen von Otto Rehhagel am Mittwoch in Eindhoven.

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          Diese Holländer meinen es nicht gut mit Deutschen - mit deutschen Trainern vorerst. 0:6 verloren die Schotten von Berti Vogts im November in Amsterdam. 0:4 verloren die Griechen von Otto Rehhagel diesen Mittwoch in Eindhoven. Noch sechseinhalb Wochen, und man wird wissen, ob wenigstens Rudi Völler und sein Team bei der Europameisterschaft dem neuen Oranje-Wirbel entkommen können.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Von Hollands "Superteam" sprach Rehhagel nach Schlußpfiff. Er wirkte fast erleichtert, den Niederländern schon jetzt und nicht in der Vorrunde in Portugal über den Weg zu laufen. Für die Griechen war es das Ende einer großartigen Serie von 15 Spielen ohne Niederlage. "Da muß man auch mal eine solches Ergebnis hinnehmen", sagte der deutsche Altmeister, der nicht unzufrieden wirkte. Seine Stammelf hatte in der ersten Halbzeit den heiter kombinierenden, aber noch nicht zwingenden Holländern kein Tor und kaum eine Torchance erlaubt. Die Griechen gaben mit defensiver Raumgestaltung dem deutschen Team ein brauchbares Vorbild, wie man die spiellaunische Elf der Holländer ein bißchen frustrieren kann.

          Erst durch mehrere Auswechslungen in der Pause "sind wir etwas aus dem Rhythmus gekommen", fand Rehhagel. Als Bayern-Stürmer Roy Makaay in der 49. Minute das 1:0 geschafft hatte, geschah das, worauf man gegen die Niederländer immer gefaßt sein muß: Daß man richtig unter die Räder gerät. Binnen kurzem hatten Zenden (58.) und Haitinga (61.) erhöht. Kurz vor Schluß komplettierte der eingewechselte van Hooijdonk zum Endstand von 4:0.

          "Sehr zufrieden" zeigte sich Trainer Dick Advocaat. "Wir haben das Spiel von Beginn an kontrolliert." Wenn die Niederländer das erst einmal tun, haben sie in der Regel auch die Endverwerter, um das in Tore umzusetzen. Als erster schaffte das Makaay und steigerte nicht nur dadurch, auch dank eines gelungenen taktischen Versuchs von Advocaat seine Einsatzchance für die EM, selbst wenn dann Ruud van Nistelrooy wieder den Stammplatz im Sturm einnehmen sollte. Statt des üblichen 4-3-3-Systems, mit nur einem zentralen Angreifer und zwei Flügelmännern, traten die Holländer diesmal mit einem rautenförmigen Vierermittelfeld und zwei Spitzen an (neben Makaay der nach Verletzung zurückgekehrte Kluivert) - eine taktische Option, die neue Möglichkeiten für die EM eröffnen soll. Zum Beispiel auch die mit van Nistelrooy und Makaay.

          Aller Voraussicht nach werden die Holländer im Juni noch stärker sein, wenn ihr Antreiber Edgar Davids, derzeit beim FC Barcelona in glänzender Form, wieder dabei ist. Zudem hat die Bandbreite der Torgefahr, die der Oranje-Jahrgang 2004 entfaltet, zugenommen. Während die klassische Ajax-Schule mit ihrem Hang zum Kombinationsfußball das simple, nicht erspielte, sondern erzwungene Tor als eher zweitklassig betrachtete, ist Advocaats Team auch bei jenen unspektakulären Szenen stark, die in einem Turnier gegen gut organisierte Gegner oft entscheiden: Ecken und Freistöße. Mit dem Linksfuß Rafael van der Vaart, der das 3:0 gegen Griechenland per Freistoßflanke vorbereitete, und dem Rechtsfuß Wesley Sneijder, der gegen die Schotten drei Treffer aus Standardsitutationen vorgelegt hatte, verfügt es über schnittig-scharfe Beschleuniger des ruhenden Balles. Rudi Völler und anderen EM-Gegnern droht eine Beschleunigung des Ruhepulses.

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