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Einzelkritik zum Pokal-Finale : Pechvogel Reus – Aubameyang frech

  • Aktualisiert am

Marco Reus musste schon zur Halbzeit verletzt ausgewechselt werden. Bild: dpa

Dortmund muss hart kämpfen, um im Endspiel gegen Frankfurt den DFB-Pokal zu gewinnen. Dabei entscheidet der Torjäger des BVB die Partie, während der Eintracht-Torwart zum tragischen Helden wird.

          Borussia Dortmund hat nach drei verlorenen Cup-Endspielen in Serie endlich den DFB-Pokal gewonnen. Der BVB besiegte am Samstag Eintracht Frankfurt im ausverkauften Berliner Olympiastadion mit 2:1 (1:1) und sicherte sich damit den insgesamt vierten Pokalerfolg bei der neunten Endspielteilnahme. Die beiden Mannschaften in der Einzelkritik:

          Borussia Dortmund

          Bürki: Erstmals gegen Rebic aus kurzer Distanz gefordert (25.). Beim Gegentor machtlos.

          Bartra: Im zweiten Auftritt seit dem Anschlag auf den BVB-Bus zunächst umsichtig. Patzte danach rechts in der Dreierkette mehrfach.

          Sokratis: Ihm unterlief der entscheidende Ballverlust im Mittelfeld vor dem 1:1 (29.). Gewann danach aber an Sicherheit.

          Schmelzer: Dortmunds Kapitän schaffte nach Muskelproblemen den Sprung in die Startelf. Mehrfach zu zaghaft im Zweikampf, zur Pause runter.

          Piszczek: Über rechts lief lange fast alles im BVB-Angriffsspiel. Gute Flanken zu Beginn. Schaltete vor dem 1:1 zu langsam um.

          Ginter: Ordentlicher Start auf ungewohnter Sechser-Position. Konnte BVB-Offensivspiel jedoch in Schwächephase zu selten ordnen.

          Guerreiro: Blühte nach völlig unauffälliger erster Hälfte auf. Nutzte die neuen Räume. Ganz feiner Lupfer-Pass vor Elfmeter.

          Dembélé: Wie beim 3:2 gegen Bayern der Mann für besondere Aktionen. Ließ vor 1:0 Vallejo stehen. Bereitete Aubameyangs Riesenchance vor.

          Kagawa: Fleißiger Auftritt. Arbeitete und grätschte bis zum eigenen Strafraum. Traf bei Großchance den Ball nicht richtig (50.).

          Reus: Bleibt Dortmunds Pechvogel. Früh angeschlagen, dadurch kaum Bindung zum Spiel. Nur 20 Ballkontakte. Musste zur Halbzeit raus.

          Aubameyang: Schwerer Stand gegen Abraham. Pech, dass Fabian seinen Seitfallzieher von der Linie kratzte. Frecher Lupfer beim Elfmeter.

          Pulisic: Brachte reichlich Schwung in Dortmunds Offensive. Vor Strafstoß zum 2:1 von Hradecky nur durch Foul zu stoppen.

          Castro: Stabilisierte nach seiner Einwechslung das defensive Mittelfeld. Freistoß aus aussichtsreicher Position weit vorbei.

          Durm: Kam in der Schluss-Viertelstunde für Bartra, fügte sich ordentlich ein.

          Der Torjäger ist zur Stelle: Aubameyang macht das 2:1 für Dortmund. Bilderstrecke

          Eintracht Frankfurt

          Hradecky: Tragisch. Seine Paraden brachten Frankfurt erst ins Finale. Nun führte sein Foul an Pulisic zum entscheidenden Elfmetertor.

          Hector: Technisch der BVB-Offensive eklatant unterlegen. Musste die Defizite durch Kraft kompensieren. Immerhin kein grober Schnitzer.

          Abraham: Der Abwehrchef war souverän. Ließ Aubameyang wenig Raum. Rettete nach Kagawas Pass kurz vor der Linie (50.).

          Vallejo: Wurde beim Gegentor von Dembélé ausgetanzt. Musste hart arbeiten und wirkte nach langer Verletzungspause nicht komplett fit.

          Chandler: Der Kapitän ließ nach dem Rückstand den Kopf nicht hängen. Sein Kopfball (20.) war das erste Lebenszeichen der Eintracht.

          Medojevic: Kovac’ Überraschungstrumpf. Kam im Finale zum Saisondebüt und machte im Zentrum die Räume eng. In der 56. Minute ausgewechselt.

          Gacinovic: Zunächst viel zu zaghaft. Kämpfte sich dann in die Partie und bereitete den Ausgleich sehenswert vor.

          Oczipka: Hatte auf der linken Außenbahn Startschwierigkeiten. Auch er steigerte sich, hatte aber kaum Gelegenheit zu Offensivaktionen.

          Fabian: Rackerte im Zentrum fleißig und eroberte den Ball vor dem Ausgleich. Ebenso wichtig: Seine Rettungstat auf der Linie (63.).

          Rebic: Voller Energie. Nach dem Halbfinale noch gescholten, diesmal ein echter Leistungsträger. Sein Treffer machte das Finale spannend.

          Seferovic: Der klassische Mittelstürmer. Oft nicht zu sehen, aber mit langen Wegen. Traf in der besten Eintracht-Phase den Pfosten (39.).

          Tawatha: Für Medojevic eingewechselt. Sollte über links Druck nach vorne machen. Konnte sich aber kaum in Szene setzen.

          Meier: Frankfurts Fußball-Gott kam in der 72. Minute. Ein abgefälschter Schuss (79.) war die einzige nennenswerte Aktion.

          Blum: Wurde elf Minuten vor Schluss als zusätzlicher Offensivmann eingewechselt. Konnte die Niederlage nicht mehr verhindern.

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