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Einzelkritiken zum Endspiel : Alaba und Gnabry trickreich, Havertz wirkungslos

  • Aktualisiert am

Zielsicher: David Alaba brachte die Bayern in Führung. Bild: dpa

Der FC Bayern ist eine Klasse für sich: Im DFB-Pokalfinale kann Bayer Leverkusen den Rekordsieger nicht stoppen. Dabei zeigen längst nicht alle Spieler, was sie können. Die Einzelkritiken zu beiden Mannschaften.

          2 Min.

          Im Endspiel um den DFB-Pokal setzt sich der FC Bayern 4:2 (2:0) gegen Bayer Leverkusen durch und sichert sich so zum bereits 20. Mal die prestigeträchtige Trophäe. Dabei überzeugten nicht nur die Münchner Torschützen David Alaba und Serge Gnabry – auch ein anderer Akteur spielt sich in den Vordergrund. Bei Leverkusen werden nicht alle Spieler den hohen Erwartungen gerecht. Die FAZ.NET-Einzelkritiken zu beiden Mannschaften:

          Bayern München

          Neuer: Kommandogeber und sicherer Rückhalt. Assist beim 3:0 auf Lewandowski. Beim Havertz-Elfmeter in Nachspielzeit machtlos.

          Pavard: Hatte anfänglich gut zu tun mit dem flinken Bailey, aber gefährlich wurde es nicht. Souveräner Auftritt hinten rechts.

          Boateng: In der Geburtsstadt mit gutem Stellungsspiel und Timing. Schaltete sich gut in Angriffe ein. Krasse Rettungsgrätsche (63.).

          Alaba: Sein Traum-Freistoß ebnete den Weg (16.). Lautstarker Abwehrchef, präzise im Aufbau. Beim 1:3 nicht auf der Höhe (64.).

          DFB-Pokal

          Davies: Der 19 Jahre alte Saisonaufsteiger agierte auch im ersten Finale mit Bayern abgeklärt. Sein Handspiel brachte Havertz das Tor.

          Kimmich: Immer anspielbar, Stabilisator und ideenreicher Taktgeber auf der Sechs. Musste öfter einstecken. Traumpass auf Gnabry vor dem 2:0.

          Goretzka: Der Muskelmann war sehr präsent, ackerte als Vorarbeiter, gewann reichlich Zweikämpfe. Von Wendell hart getroffen (27.).

          Coman: Sein Warnschuss war kein Problem für Hradecky (10.). Einige unglückliche Aktionen. Machte für Perisic Platz (65.).

          Müller: Lautstarker Antreiber, war viel unterwegs. Das Tor im Rekordfinale Nummer achtverpasste er nur knapp (21.).

          Gnabry: Trickreich auf dem Flügel, eiskalt beim 2:0. Riss mit seinen Läufen immer wieder Lücken in die Bayer-Kette.

          Lewandowski: Erst glücklos, dann aus großer Distanz erfolgreich. Eine Winzigkeit fehlte nach Perisic-Flanke (74.). Legte spät nach.

          Perisic: Als Joker wieder einmal zuverlässiger Backup. Bediente Lewandowski vor dessen zweitem Tor.

          Hernández: Der Rekordeinkauf kam für den verletzten Boateng zum ersten Finale mit Bayern. Gut fürs Gefühl vor einer Verschnaufpause.

          Thiago: Nach seiner Leistenoperation durfte er kurz nochmal für Müller ran. Jubelte beim Schlusspfiff mit. Zum letzten Mal DFB-Pokal?

          Coutinho: Er durfte die Trikotnummer zehn in seinem letzten nationalen Spiel für Bayern präsentieren. Bald bekommt sie Sané.

          Bayer Leverkusen

          Hradecky: Bei den ersten beiden Toren machtlos, rettete glänzend gegen Müller (21.). Dann mit dem Riesen-Bock beim 0:3.

          L. Bender: Die lange Verletzungspause war ihm anzumerken. Kämpferisch ein Vorbild, aber mit ungewohnten Fehlern beim Abspiel und Timing.

          S. Bender: Bester Leverkusener. Stark in Zweikämpfen mit Lewandowski, mit einem Tor des Willens, aber mit Stellungsfehler vor dem 0:3.

          Ohne entscheidende Akzente: Leverkusen-Profi Kai Havertz im DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern

          Tapsoba: Bayers Shooting-Star der Rückrunde war oft ein Unsicherheitsfaktor. Verursachte ungestüm den Freistoß vor dem 0:1.

          Wendell: Mit viel Offensivdrang, seine linke Seite war dadurch aber nicht nur beim 0:2 viel zu offen.

          Aranguiz: Konnte das Bayer-Spiel nicht wie gewohnt ordnen und die Kreise von Kimmich und Goretzka nicht eindämmen.

          Baumgartlinger: Gab nicht die erhoffte Sicherheit. Völlig unnötiger und fataler Aufbau-Fehler vor dem 0:2. Zur Pause raus.

          Diaby: Bester Offensiv-Spieler Bayers. Eindrucksvolle Sprint-Duelle mit Davies. Tolles Solo (57.), bevor Volland über den Ball trat.

          Amiri: Eroberte viele Bälle, verlor sie aber schnell wieder. Vertändelte kurz vor der Pause den Ball im Strafraum und musste raus.

          Bailey: Der Bayern-Schreck vom November begann gut, ließ dann aber schnell stark nach. Ohne wirklich klare Offensiv-Aktion.

          Havertz: Bekam vorne keine Bälle. Trieb von der Zehn an und war deutlich wirkungsvoller. Verwandelt den Elfer zum 2:4, sonst ohne Wirkung.

          Volland: Kam zur Pause als echter Stürmer, traf aber nach zwei hervorragenden Diaby-Hereingaben den Ball nicht (57./66.).

          Demirbay: Deutlich präsenter als Vorgänger Baumgartlinger auf der Sechs. Wichtig auch bei Standards wie der Ecke zum 1:3.

          Bellarabi: Kam eine Viertelstunde vor Schluss. Mit einigen guten Szenen. Beschimpfte Diaby nach ungenauer Hereingabe lautstark.

          Weiser: Durfte gegen seinen früheren Klub für acht Minuten plus Nachspielzeit ran.

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