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Europa-League-Halbfinale : Eintracht-Gegner Chelsea hat ein „Riesenproblem“

  • Aktualisiert am

David Luiz und der FC Chelsea ließen gegen Prag drei Gegentore zu. Bild: AP

Zwischen den Frankfurtern und dem Finale der Europa League steht noch der FC Chelsea. Im Viertelfinal-Rückspiel zeigen die „Blues“ ein Tor-Feuerwerk. Doch der Trainer ist genervt.

          Trotz des Tor-Feuerwerks seines FC Chelsea war Trainer Maurizio Sarri genervt. „Wie immer in den letzten zwei Monaten sind wir schlecht in die zweite Halbzeit gestartet. Das war in den letzten zehn Spielen schon so. Das ist schwer zu verstehen“, kritisierte der Italiener sein Team, das kurz zuvor an der Stamford Bridge Slavia Prag mit 4:3 besiegt hatte.

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          Der Einzug in das Halbfinale der Europa League war nach dem 1:0 im Hinspiel nie wirklich in Gefahr, doch die Nachlässigkeiten in der zweiten Halbzeit wurmten den ehrgeizigen Coach: „Ein Riesenproblem für uns.“ Insgesamt war Sarri aber schließlich doch zufrieden mit dem Weiterkommen: „Wir wussten, dass das Spiel hart sein würde. Aber ich bin glücklich, weil meine Spieler in den ersten 45 Minuten sehr gut gespielt haben“, sagte Sarri.

          Der im Vorjahr verpflichtete Coach freut sich nun auf Eintracht Frankfurt als Halbfinal-Gegner und strahlt Zuversicht aus, dass sein Team auch diese letzte Hürde auf dem Weg ins Finale von Baku am 29. Mai überspringen wird. In der Premier League will Chelsea nun zunächst aber am Ostermontag als Tabellenfünfter mit einem Pflichtsieg gegen den FC Burnley den Kontakt zu den Champions-League-Plätzen wahren. Sollte nicht zumindest noch Platz vier gelingen, wäre man aber auch im Falle des Gewinns der Europa League für die Königsklasse im kommenden Jahr qualifiziert. In den bisherigen zwölf Saison-Spielen in der Europa League hat Sarris Team bei elf Siegen und einem Remis bisher einen glänzenden Lauf und verbucht die beeindruckende Treffer-Quote von 30:7 Toren. Die Eintracht ist also gewarnt.

          Größten Anteil daran hat Weltmeister Olivier Giroud, der gegen Prag dank seines zehnten Saisontreffers für einen Vereinsrekord in der Europa League sorgte. „Ich liebe es, deutsche Mannschaften zu spielen. Dort herrscht eine gute Atmosphäre. Wir erwarten ein wirklich hartes Spiel“, meinte der Franzose erwartungsfroh vor den Duellen mit den Hessen. „Sie sind ein gutes Team mit guten Stürmern, daher müssen wir fokussiert und vorsichtig sein“, äußerte Giroud auf der Vereins-Homepage.

          „Vier Tore in einer Halbzeit zu erzielen, ist sehr schön, aber in der zweiten Halbzeit hätten wir die Kontrolle behalten müssen“, urteilte der 32-Jährige, der mit dem 3:0 für eine Vorentscheidung gesorgt hatte. Aber nach dem Halbzeitstand von 4:1 löste Petr Sevcik mit zwei famosen Fernschuss-Toren den kurzzeitigen Ärger bei Sarri aus. Der Hunger des Italieners auf den ersten internationalen Titel ist riesig, für Chelsea wäre es nach 2013 der zweite Erfolg in der Europa League. In seiner 61-jährigen Europapokal-Geschichte holte der Traditionsverein nach der Champions League im „Finale dahoam“ 2012 beim FC Bayern München zudem zweimal den Cup der Pokalsieger (1971, 1998) und einmal auch den europäischen Supercup.

          Ob der deutsche Nationalspieler Antonio Rüdiger im Hinspiel am 2. Mai bei der Eintracht auflaufen kann, ist derzeit ungewiss. Der frühere Stuttgarter hatte sich im Match gegen den FC Liverpool eine Knieverletzung zugezogen und fehlte daher im Viertelfinalrückspiel. In den Fokus der Eintracht-Abwehr sollte aber auf jeden Fall auch der quirlige Pedro rücken, der gegen Prag stetig für Unruhe sorgte und zweimal selbst traf. Auch Eden Hazard der vor einem Transfer für mehr als 100 Millionen Euro zu real Madrid steht, ist ein Weltklasse-Spieler.

          Sollte Chelsea die Hürde Frankfurt überspringen, wäre ein Londoner Final-Duell gegen den FC Arsenal in Baku denkbar. Die Gunners um die beiden ehemaligen deutschen Nationalspieler Mesut Özil und Shkodran Mustafi müssen nun im Halbfinale den FC Valencia ausschalten. Arsenal setzte sich gegen den SSC Neapel ebenso mit zwei Siegen durch wie Valencia im spanischen Duell gegen den FC Villarreal.

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