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Eintracht-Gegner FC Basel : Ein Riese, der mit sich selbst kämpft

Ein Versprechen auf ältere, bessere Zeiten: Valentin Stocker jubelt vor sieben Jahren in der Champions-League-Qualifikation. Bild: dpa

Der FC Basel ist der „FCB“ der Schweiz – nicht nur vom Namen her. Doch in der Liga kriselt es. In Europa ist der Klub beim Wiedersehen mit alten Bekannten aber immer für große Spiele gut.

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          Die Eintracht empfängt am Donnerstag (18.55 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Europa League und bei DAZN) den Dominator der jüngeren Schweizer Fußballgeschichte. Zwölf Meistertitel gewann der FC Basel in den Jahren 2002 bis 2017, die letzten sieben in Serie. Im vergangenen Jahrzehnt stand der „FCB“ der Schweiz dreimal im Champions-League-Achtelfinale, schied zudem 2013 in der Europa League erst im Halbfinale gegen den FC Chelsea aus. Ein Schicksal, das die Eintracht sechs Jahre später ereilte. Emotionale Höhepunkte waren am Rheinknie die Sternstunden, für die der frühere Basler Meistertrainer Christian Gross den Begriff „A night to remember“ verwendete, seither eine Art geflügeltes Wort in Basel. Als der Klub 2011 in der Champions League gegen Manchester United auswärts 3:3 spielte, und zu Hause 1:0 gewann, spielte in der Basler Innenverteidigung der aktuelle Eintracht-Kapitän David Abraham.

          Europa League
          Niklas Zimmermann
          Redakteur in der Politik.

          Seit der FC Basel vor zweieinhalb Jahren zum bisher letzten Mal Schweizer Meister wurde, schwächelt der Klub jedoch. Die Meisterschaft ging zweimal an den BSC Young Boys, den bis dato „ewigen Zweiten“. Den ersten Titel holten die Berner unter dem heutigen Eintracht-Trainer Adi Hütter. Weil sie in der laufenden Saison ebenso stagnieren, grüßt aktuell der FC St. Gallen mit attraktivem Vollgasfußball von der Tabellenspitze. Was die zuvor langweilige Liga spannend macht, aber in Basel einigen zu denken gibt. Vor allem, weil der FC Basel von den letzten sechs Liga-Spielen vier verlor.

          Trotzdem ist Basel die Fußballstadt in der Schweiz. Nirgendwo sonst im Lande identifiziert sich die Bevölkerung derart stark mit ihrem Verein. Dass die Stimmung in Basel schon einmal besser war, zeigt sich aber unter anderem daran, dass das „Joggeli“ genannte Stadion St. Jakob-Park mittlerweile nur noch selten ausverkauft ist. Der Bruch mit der vorherigen Erfolgsgeschichte erfolgte im Sommer 2017, als der Filmproduzent Bernhard Burgener den FC Basel übernahm. Er installierte den früheren Basler Kapitän Marco Streller als Sportchef. Die neue Führung entließ prompt Trainer Urs Fischer, der zum Abschied Meister und Pokalsieger wurde. Der heutige Trainer von Union Berlin verkörperte nicht die attraktive Spielweise, die sich die neuen Herren wünschten. Gegen Fischer sprach außerdem wohl, dass er eine Klub-Ikone beim Erzrivalen FC Zürich ist.

          Die Talente laufen davon

          Nach einem erfolglosen Versuch mit dem aus dem Nachwuchs beförderten Raphael Wicky kam im August 2018 der erfahrene Marcel Koller. Erfolgreicher wurde der FC Basel aber auch unter dem früheren Trainer von Köln, Bochum und der österreichischen Nationalmannschaft nicht, vom Schweizer Pokalsieg in der vergangenen Saison abgesehen. Koller gewann im Sommer allerdings einen Machtkampf gegen Sportchef Streller, der den Trainer entlassen wollte, am Ende aber selbst gehen musste. Seine Zukunft in Basel ist dennoch ungewiss. Kritiker halten ihm vor, zu wenig Nachwuchsförderung zu betreiben. Erst in der Winterpause wechselte der 19 Jahre alte Flügelspieler Noah Okafor zu Red Bull Salzburg, weil er in Österreich bessere Perspektiven sieht.

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          Dabei ist der FC Basel stolz darauf, Spieler wie Mohamed Salah, Ivan Rakitic, Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri großgemacht zu haben. Der Klub ist auf Ausnahmetalente als Einnahmequelle angewiesen. Doch sie sind gegenwärtig nicht in Sicht: Kapitän Valentin Stocker, einst bei Hertha BSC, ist ein schlauer und effektiver Offensivspieler, aber mit 30 nicht unbedingt ein Versprechen für die Zukunft. Das gilt auch für Taulant Xhaka und Fabian Frei, ehemals bei Mainz 05, im defensiven Mittelfeld.

          Qualität(en) in der Defensive

          Qualität hat die Mannschaft im Tor. Schlussmann Jonas Omlin wurde jüngst mit Schalke 04 in Verbindung gebracht. Er dürfte im Sommer nicht zu halten zu sein. Talentiert sind auch die jungen Innenverteidiger Eray Cömert und Omar Alderete. Rechtsverteidiger Silvan Widmer hat für Udinese Calcio 142 Serie-A-Spiele gespielt. Er dürfte versuchen, die Kreise von Filip Kostic zu stören. Im Sturmzentrum kann Marcel Koller zwischen dem wuchtigen Kemal Ademi und dem Brasilianer Arthur Cabral wählen. Auf außen gibt es nach dem Okafor-Abgang kaum Alternativen zum verspielten Edon Zhegrova.

          In der Schweiz ruht seit dem letzten Februar-Wochenende der Meisterschaftsbetrieb, eine Vorsichtsmaßnahme wegen des Coronavirus. Wie hält der FC Basel die Spannung hoch? „Trainieren und Testspiele, wie in der Vorbereitung“, sagt Klubsprecher Simon Walter. Er sagt aber auch: „Für das Spiel in Frankfurt müssen wir niemanden motivieren.“ Ein Achtelfinale in der Europa-League ist für Spieler noch immer eine Bühne, um sich zu präsentieren. Zumal der Klub auf dieser in der laufenden Spielzeit durchaus überzeugen konnte: Der FC Basel gewann die Gruppe C der Europa-League noch vor dem aktuellen spanischen Meisterschaftsvierten Getafe.

          Seit Montag ist bekannt, dass das Rückspiel am 19. März nicht in Basel stattfinden kann. Nach alternativen Austragungsorten werde fieberhaft gesucht, sagt Sprecher Walter, der bekennt: „Es ist eine komische Situation für uns alle.“ Zugleich deutet er an, dass die Zwangspause dem einen oder anderen Spieler des FC Basel durchaus gutgetan hat.

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