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Niederlage im Elfmeterschießen : Der große Eintracht-Traum endet an der Stamford Bridge

Der Traum endet an X-Beinen: Kepa hält Hintereggers Elfmeter höchst unkonventionell. Bild: Reuters

Was die Dramen von Liverpool und Amsterdam nicht bieten konnten, liefert Frankfurt: Verlängerung und Elfmeterschießen. Aber am Ende darf Chelsea nach Baku, wo Arsenal zum Londoner Derby in fünf Flugstunden Entfernung wartet.

          4 Min.

          Der große Traum von Baku ist vorbei. Am Ende eines famosen Europapokalabends, an dem die heroisch kämpfende Eintracht über sich hinauswuchs, musste sich die Mannschaft von Trainer Adi Hütter dem nur scheinbar übermächtigen FC Chelsea erst im Elfmeterschießen 3:4 geschlagen geben. Martin Hinteregger und Gonzalo Paciencia, die beiden letzten Eintracht-Schützen, waren mit ihren Strafstößen gescheitert, nachdem Kevin Trapp seinem Team zuvor im Elfmeterschießen mit einer Parade gegen Azpilicueta  einen Vorteil verschafft hatte. Nach Hintereggers Schuss blieb der Ball kurios zwischen den Beinen von Chelsea-Schlussmann Kepa hängen. Chelsea-Star Eden Hazard war schließlich der gefeierte Mann mit dem letzten Schuss eines denkwürdigen Europa-League-Halbfinales. Er schoss die Engländer nach den beiden Paraden seines Torhüters Kepa ins Finale in die aserbaidschanische Hauptstadt, wo der Gegner für ein Londoner Derby in fünf Flugstunden Entfernung von der englischen Hauptstadt Arsenal heißt. Der Lokalrivale von Chelsea hatte sich mit zwei Siegen gegen Valencia durchgesetzt.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          „Die Enttäuschung ist natürlich da, wenn man eigentlich schon mit einem Bein im Finale stand. Es sind Tränen geflossen, wir sind alle niedergeschlagen in der Kabine“, sagte Hütter. „Aber wir können alle stolz sein, was wir erreicht haben. Das hat die Mannschaft heute in einem einzigen Spiel noch mal alles gezeigt. Und der Elfmeter von Martin HInteregger könnte natürlich auch durch die Beine rutschen.“

          Erwartete Umstellungen

          Hütter hatte sich erwartungsgemäß dazu entschieden, seine Abwehr umzubauen. Anders als noch bei der bitteren 1:6-Niederlage am Sonntag in der Bundesliga bei Bayer 04 Leverkusen setzte er für das zweite Kräftemessen mit Chelsea auf eine Dreierkette. Simon Falette durfte sich statt Evan Ndicka als linker Verteidiger versuchen, Martin Hinteregger wurde zentral aufgeboten, um die Kreise des französischen Weltmeisters Olivier Giroud einzuengen. Rechts hinten, das war auch an der Stamford Bridge der Stammplatz von Kapitän David Abraham. Makoto Hasebe, in dieser so famosen Saison zumeist als Libero aufgeboten, sollte gegen die spielstarken Engländer gemeinsam mit Sebastian Rode vor dem Dreierblock erste Absicherungsdienste leisten.

          Europa League

          Schon nach drei Minuten tauchten die Frankfurter im prallgefüllten und stimmungsvollen Stadion vor dem Tor von Chelsea auf und spielten sich einen ersten Eckball heraus. Als eine Minute später Jovic erstmals mit dem Kopf Maß nahm, war Torwart Kepa Arrizabalaga auf dem Posten. Chelsea hielt sich zunächst ein wenig zurück und hatte Glück, dass Danny da Costa mit einem wunderbaren Volleyschuss seinen Meister im Torhüter der Engländer fand, der prächtig parierte (14.).

          Führung für Chelsea

          Ein Schuss als Signal, denn umgehend übernahm Chelsea das Kommando, machte das Spiel schneller als zuvor und hätte auch jubeln können. Doch Hasebe klärte nach einem Kopfball von David Luiz auf der Linie (24.). Der Tabellendritte der Premier League, einen Spieltag vor Saisonende schon für die Champions League qualifiziert, machte munter weiter und belohnte sich in der 28. Minute mit dem verdienten 1:0.

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