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1:2 bei Standard Lüttich : Drama für Frankfurt in letzter Minute

Filip Kostic trifft und vergibt die große Chance zum Sieg. Bild: dpa

Was für eine ärgerliche Niederlage! Die Eintracht kämpft sich in Lüttich ins Spiel zurück und hat in der Nachspielzeit die große Chance zum Sieg. Die nutzt sie nicht – und wird im Gegenzug auf bittere Weise bestraft.

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          Die Entscheidung ist vertagt. Weil sich die Frankfurter Eintracht am Donnerstagabend bei Standard Lüttich 1:2 geschlagen geben musste, ist es wieder schwieriger geworden, die K.o.-Phase in der Europa League zu erreichen. Bei noch zwei ausstehenden Spielen beim FC Arsenal in London sowie zum Abschluss der Gruppenphase zu Hause gegen Vitoria Guimaraes muss sich die Mannschaft von Trainer Adi Hütter strecken, um europäisch zu überwintern. „Ich ärgere mich selten über ein Spiel so wie heute. Das 1:1 oder ein Sieg hätte uns natürlich gut getan“, sagte Hütter.

          Europa League

          In Lüttich, das durch Zinho Vanheusden in Führung gegangen war (56. Minute), erzielte Filip Kostic mit einem schönen Freistoßtor den 1:1-Ausgleichstreffer (65.). Der Vorsprung von drei Punkten vor Standard, gegen das sich die Eintracht vor zwei Wochen im Hinspiel in Frankfurt 2:1 durchgesetzt hatte, schien lange Zeit gewahrt. Doch in der letzten Minute der vierminütigen Nachspielzeit schlug Standard noch einmal zu. Der eingewechselte Maxime Lestienne versetzte der Eintracht mit seinem Tor zum 2:1 den K.o.

          Kurz zuvor war Kostic alleine auf das Tor von Lüttich zugerannt, verzog den Ball jedoch völlig und verpasste den vermeintlichen Siegtreffer. „Das ist sehr bitter. Wir haben eigentlich ein ordentliches Spiel gemacht. Wir hatten die Riesenchance zum 2:1, aber es hilft alles nichts. Es ist nun alles offen. Wir haben jetzt ein schweres Spiel in London. Wir müssen mindestens vier Punkte holen, um weiterzukommen“, sagte Frankfurts Sebastian Rode bei DAZN.

          Um für das „absolute Schlüsselspiel“ (Hütter) in Lüttich gewappnet zu sein, entschied sich Hütter nur zu marginalen Personaländerungen. Anders als noch beim 5:1-Spektakel gegen die Bayern, brachte der Eintracht-Coach für das zweite europäische Kräftemessen gegen Lüttich mit Makoto Hasebe und André Silva zwei Spieler zum Einsatz, die zuletzt im Bundesliga-Alltag nicht für die Startelf nominiert worden waren. Hasebe, der seit Monaten überragende Libero, sollte im Duell mit den heimstarken Belgiern mit strategischem Weitblick die Eintracht-Defensive anleiten. Silva fand sich diesmal sofort an der Seite seines stürmischen Landsmanns Goncalo Paciencia wieder. Evan Ndicka und Bas Dost, gegen die Bayern noch erste Wahl, schauten sich das Treiben im Lütticher Stadion Maurice Dufrasne zunächst von der Bank aus an.

          Der Portugiese Silva wieder in der Startelf: Diese Entscheidung hatte sich schon am Vorabend angedeutet, denn Hütter sagte: „Ich habe ihn gegen Bayern eingewechselt, weil ich das Gefühl hatte, dass er noch etwas bewegen kann und er gallig war. Ich bin froh, dass er zurück ist.“ Zurück im Team nach ausgestandenen Achillessehnenproblemen – und gegen Standard in der Stammelf. Eine gute Wahl, denn als das vierte Europa-League-Gruppenspiel begann, war es Silva, der zügig die Initiative ergriff und auf sich aufmerksam machte. Silva war es auch, der den ersten Schuss des Abends abgab. In der zehnten Minute versuchte er es von jenseits der Strafraumgrenze aus, doch Standard-Keeper Arnaud Bodart hatte keine Probleme, den Ball zu parieren.

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