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5:3 in Mannheim : Die Eintracht verhindert ein Waldhof-Wunder

  • -Aktualisiert am

Retter in der Not: Ante Rebic erzielt einen späten Hattrick. Bild: EPA

Ante Rebic rettet Eintracht Frankfurt: Der Kroate, um den es weiterhin Wechselgerüchte gibt, erzielt in der Schlussphase einen Hattrick. Zuvor war Waldhof Mannheim auf dem Weg zu einer Überraschung.

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          Den Spielball gab Ante Rebic nach dem Abpfiff nicht mehr her. Ihn hatte sich der Frankfurter Stürmer zum Andenken an eine außergewöhnliche Leistung unter sein Trikot gesteckt, weil das 5:3 gewonnene Pokalspiel bei Waldhof Mannheim zum Schluss für ihn durch seinen Hattrick zu einer runden Sache geworden war. Pokalheld und Matchwinner in einem mitreißenden Pokalfight – diese beiden Attribute konnte sich der kroatische Nationalspieler am Sonntag durch seine Treffer zum 3:3, 4:3 und 5:3 (76., 82. und 88. Minute) mit Fug und Recht zuschreiben lassen. Vor allem die torreiche Reaktion von Rebic, der sich in der zweiten Halbzeit erheblich steigerte, sorgte dafür, dass die Frankfurter nicht zum zweiten Mal nacheinander schon in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals ausschieden.

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          Zweimal, beim 0:2 und 2:3, musste die Eintracht, bei der Torhüter Kevin Trapp sein Debüt gab, in dem Duell mit dem Drittligaklub jeweils einem Rückstand hinterherlaufen. Der Favorit aus Frankfurt, der durch Daichi Kamada und Filip Kostic (45.) den zwischenzeitlichen Gleichstand zum 2:2 schaffte, brauchte einen kolossalen Kraftakt, um sich nach ein paar großen Schreckmomenten in den ersten Minuten am Ende doch noch durchzusetzen. „Das war richtig schlecht heute“, sagte Kapitän David Abraham, der selbst einen schweren Stand hatte. „Aber wichtig ist nur der Sieg.“ Ins gleiche Horn stieß Sportdirektor Bruno Hübner: „Es zählt nur das Weiterkommen.“

          Rebic schweigt nach Hattrick

          Rebic hatte Tore für sich sprechen lassen. Zu Wort meldete er sich hinterher nicht. Ihn zu würdigen, übernahmen seine Mitspieler. Die Leistung des Angreifers sei „Weltklasse“ gewesen, sagte Abraham. Und Defensivspieler Makoto Hasebe hob hervor, dass Rebic „den Unterschied machen“ könne.

          Das ist aber nur der Fall, wenn er sein großes Potential auch ausschöpft. In Halbzeit eins deutete noch nichts auf die Fußballgala des Stürmers hin. Aus Frust über den Fehlstart seiner Mannschaft donnerte er sogar den Ball auf die Tribüne. Rebic kam wie ein Großteil seiner Mitspieler kaum in die Zweikämpfe. Erst im furiosen Finale der Frankfurter katapultierte sich Rebic mit seinen Fähigkeiten in den Mittelpunkt. Deshalb wollen ihn die Frankfurter auch behalten. Nur: Es wird ein Zeitspiel. Lockt ihn noch ein lukratives Angebot oder nicht? „„Wir sind nach wie vor optimistisch“, sagte Sportdirektor Bruno Hübner am Sonntag in dieser Angelegenheit.

          Vor dem Anpfiff fühlten sich die Eintracht und ihre Anhängerschaft in Mannheim für einen Moment heimisch. Zur besonderen Begrüßung der Gäste lief die Frankfurter Vereins-Hymne „Im Herzen von Europa“ vom Frankfurter Polizeichor vom Band. Danach war es mit der Mannheimer Herzlichkeit jedoch vorbei. Die bemerkenswerte Desorientierung der Frankfurter Hintermannschaft nutzte der wie die Feuerwehr loslegende Drittliga-Verein gnadenlos aus. Nachdem Trapp den Schuss von Gianluca Korte nur zur Seite abwehren konnte, legte Maurice Deville im Anschluss an eine kurze Täuschung den Ball zu Sulejmani quer, der mühelos das 1:0 (3.) erzielte.

          Acht Minuten später war die Eintracht dem heftigen Mannheimer Ansturm abermals nicht gewachsen. Ein langer Pass von Max Christiansen und ein schneller Antritt genügten dem technisch starken Deutschkosovaren Sulejmani beim 2:0. „Wir haben es am Anfang nicht gut gemacht“, sagte Trapp. „Mannheim hat das eiskalt ausgenutzt.“ Von einer gefestigten und souverän auftretenden Bundesliga-Mannschaft war kaum etwas zu sehen. Immerhin stimmte auf Seiten der Eintracht die Effektivität: Mit der ersten Torchance verkürzte Kamada auf 1:2 (21.). Die Trinkpause nach einer halben Stunde nutzte Hütter dazu, sein Team lautstark aufzurütteln. Seine Worte zeigten Wirkung: Die Aufholjagd setzte Kostic mit einem strammen Schuss aus 20 Metern Entfernung zum 2:2 (45.) fort.

          Starkes Waldhof Mannheim: Sulejmani erzielt zwei frühe Tore. Bilderstrecke

          Direkt nach der Halbzeitpause gab Hütter der Eintracht auf einer Position ein neues Gesicht: Erik Durm ersetzte auf der rechten Außenbahn da Costa. Der Neuzugang aus Huddersfield machte ein besseres Spiel als sein Kollege. Die Eintracht war nun sichtbar um die Spielkontrolle bemüht. Und sie hatte ihre Chancen vorne durch Joveljic und Dominik Kohr. Hinten setzte Rebic ein Zeichen, indem er sich den Ball erkämpfte. Die Blickrichtung der Eintracht ging jedoch mehr nach vorne. Zwei Kopfbälle des für Joveljic eingewechselten Goncalo Paciencia und Martin Hintereggers führten allerdings zu nichts. Nach einer Chance durch den Mannheimer Koffi, dessen Schuss (68.) das Eintracht-Tor verfehlte, meldete sich Mannheim wieder gewichtig zu Wort.

          Mit dem wuchtigen Fernschuss des ehemaligen Offenbachers Jan Hendrik Marx zum 3:2 (73.) legte der Außenseiter abermals vor. Die Antwort der Eintracht ließ aber nicht lange auf sich warten: Mit dem Treffer zum 3:3 startete Rebic seine späte Tor-Show. Und Hütter und die Frankfurter Vereinsverantwortlichen erfreuten sich doch noch an der bewegenden Bühne DFB-Pokal. „Die Mentalität meiner Mannschaft nach dem 0:2 hat mir gefallen“, sagte der Cheftrainer. „Hintenraus war der Sieg dann auch verdient.“

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