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Gefährdete Fußball-Tanker : Die Last der Tradition

Traditionsverein Eintracht Frankfurt: Ob das noch mal gut geht? Bild: dpa

Einmal Bundesliga, immer Bundesliga? Diese Gleichung galt noch nie. Aber es gab Zeiten, da schützte eine große Tradition gut geführte Klubs vor dem Niedergang. In der modernen Fußball-Welt ist das nicht mehr gegeben.

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          Die Titanic konnte nicht untergehen? Die Geschichte hat anderes gelehrt, und auch die Tanker gleichen Traditionsvereine müssen Jahr für Jahr aufpassen, dass sie nicht auf einen Kollisionskurs geraten. Viele traditionsreiche Vereine sind fast schon in einer sportlichen Bedeutungslosigkeit versunken, einige wie Kaiserslautern, Karlsruhe und 1860 München dümpeln seit Jahren in der zweiten Klasse – andere kämpfen vehement darum, in der Bundesliga bleiben zu dürfen.

          An diesem Donnerstag stehen sich mit der Frankfurter Eintracht und dem 1. FC Nürnberg (20.30 Uhr / Live in der ARD, bei Sky und im Bundesligaticker auf FAZ.NET) im ersten von zwei Relegationsspielen zwei dieser Traditionsvereine gegenüber. Es sind über Jahrzehnte gewachsene Klubs, denen es immer schwerer zu fallen scheint, Schritt halten zu können mit Vereinen, die wie Schnellboote die Liga im Sturm erobern. Die Hoffenheimer schossen nach ihrem Aufstieg 2008 zur Hälfte der Spielzeit sogar an die Spitze der Tabelle. Das wird der Neue im Klub, RB Leipzig, mit seinem Turboantrieb wohl nicht auf Anhieb erreichen. Zu groß ist der Vorsprung, den sich Vereine wie Bayern München und Dortmund durch jahrzehntelange erstklassige Arbeit herausgespielt haben. Aber das wirtschaftliche Potential für einen steilen Aufstieg von Leipzig ist vorhanden.

          Schlankere Strukturen, schnellere Entscheidungen

          Doch auch kleinere Vereine ohne große Investoren haben viele Traditionsklubs – zumindest für den Moment – überholt: Mainz, Augsburg, Ingolstadt, Darmstadt, Freiburg kompensieren schlechtere finanzielle Rahmenbedingungen mit schlankeren Strukturen und schnelleren Entscheidungswegen. Und auch mit größerer personeller Kompetenz. Der Hamburger SV, das einzig übriggebliebene Gründungsmitglied der Bundesliga, musste zuletzt zweimal den Umweg über die Relegation nehmen, um auf den letzten Drücker erstklassig zu bleiben.

          Mit Hannover 96 und dem VfB Stuttgart müssen schon wieder zwei über einen langen Zeitraum zu Bundesligareife gewachsene Klubs die Bundesliga verlassen. Ihnen könnte Eintracht Frankfurt, viermal bislang in ihrer Vereinsgeschichte abgestiegen, folgen. Was den Klub rund 70 Millionen Euro kosten würde.

          Einmal Bundesliga, immer Bundesliga? Diese Gleichung galt noch nie. Aber es gab Zeiten, da schützte eine große Tradition gut geführte Klubs vor dem Niedergang, weil sie mit stabilen Einkünften verknüpft war, die Bundesliga-Debütanten in der Höhe so schnell nicht generieren konnten. In der modernen Fußball-Marktwirtschaft jedoch verschieben sich Hierarchien rascher, weil der größte Einnahmeposten, die TV-Gelder, gemäß sportlicher Leistung verteilt werden. Tradition verzeiht keine Fehler mehr, sie kaschiert eher echte Probleme.

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