https://www.faz.net/-gtl-9pwey

Frankfurt siegt in Vaduz : Der nächste Schritt für die Eintracht

Maßarbeit: Filip Kostic sieht die Lücke, zieht aus dreißig Metern ab und bringt die Eintracht mit seinem Distanzschuss 1:0 in Führung. Bild: dpa

Die Eintracht gewinnt das Hinspiel in Vaduz mit 5:0 – und kommt der Gruppenphase der Europa League immer näher.

          Ein nächster Schritt ist geschafft. Für die Eintracht stellte das Hinspiel beim FC Vaduz kein allzu hohes Hindernis dar. Die Frankfurter setzten sich in Liechtenstein 5:0 durch und können frei von größeren Sorgen dem zweiten Aufeinandertreffen am kommenden Donnerstag in der heimischen Arena entgegenblicken. Der Erfolg gegen die No Names aus dem Fürstentum, der allenfalls theoretisch noch in Gefahr geraten kann, ist eine Voraussetzung, um das erste Endspiel der noch jungen Saison zu erreichen: In der zweiteiligen Play-off-Runde gegen den Sieger der Begegnung zwischen Lokomotive Plovdiv und Racing Straßburg, die anschließend folgt, geht es Mitte August endgültig um die Teilnahmeberechtigung zur Gruppenphase der Europa League. Das erste Aufeinandertreffen der möglichen Gegner gewannen die Franzosen 1:0.

          Dass ihre Lust auf Reisen zu internationalen Schauplätzen nach wie vor groß ist, verdeutlichte der Anhang des hessischen Bundesligaklubs bei diesem Ausflug in die Berge aufs Neue. Schätzungsweise 3500 Fans der Frankfurter hatten sich auf den Weg gemacht, um ihr Team im ausverkauften Rheinpark-Stadion, in dem 5908 Besucher die Tribünen füllten, und Drumherum zu unterstützen. Sie sorgten für Heimspielatmosphäre in der Fremde und beschertem dem FC Vaduz nach Worten eines Vereinssprechers „den größten Festtag der Geschichte“. Aktuell spielt der Verein in der zweiten Liga der Schweiz, eine eigene Meisterschaftsrunde wird in dem Zwergstaat mit lediglich sieben Vereinen und 1700 registrierten Kickern nicht ausgetragen; die Europa-League-Qualifikation erreichte Vaduz als heimischer Pokalsieger. Adi Hütter wusste ein bisschen besser als alle andere im Kreis der Eintracht, was ihn und die Seinen gegen den Außenseiter erwarten würde. Der 47-Jährige wuchs dreißig Kilometer von Vaduz entfernt in Vorarlberg auf. Später, als Trainer, trat er mit Young Boys Bern viermal in der Mini-Arena an – ohne dabei einen Sieg zu erringen. Dass es an diesem Abend anders kommen würde, zeichnete sich früh ab.

          Europa League
          ANZEIGE

          Hütter hatte seine Elf gegenüber dem Sieg gegen Tallinn auf vier Positionen umgebaut: Gelson Fernandes erhielt als Sechser den Vorzug gegenüber Lucas Torro, Mijat Gacinovic begann als rechter Flügelstürmer, während David Abraham und Martin Hinteregger das Innenverteidiger-Paar bildeten. Der 26-jährige Österreicher stand sieben Tage nach seiner Verpflichtung in der Startformation. Für Hütter eine auf der Hand liegende Entscheidung, wie er unmittelbar vor Anpfiff sagte. Hinteregger habe sich im Training von seiner „besten Seite gezeigt“, nachdem er bereits zuvor in Augsburger Diensten optimal an seiner körperlichen Verfassung gearbeitet habe. „Wenn ich ihn jetzt nicht bringe, wann dann“, lautete Hütters rhetorische Feststellung.

          Wuchtiger Linksschuss zum Führungstreffer

          Hinteregger war es auch, der bereits in der 49. Sekunde die erste Möglichkeit besaß. Sein Kopfball nach einem Eckstoß von Daichi Kamada strich aber am rechten Pfosten vorbei. Viele Vorstöße wurden im ersten Abschnitt von Mijat Gacinovic initiiert. Doch so schnell er die Kugel erobert hatte, so rasch wurde er sie los, weil seine Aktionen durchsichtig abliefen und die Abwehr ihn stellen konnte; entmutigen ließ sich Gacinovic davon jedoch nicht und später wurde seine Einsatzbereitschaft belohnt. Nicht lange fackelte dagegen Filip Kostic bei seiner Gelegenheit, die sich ihm in der 11. Minute bot. Er nahm aus dreißig Metern Maß und überwand Keeper Benjamin Büchel mit einem wuchtigen Linksschuss.

          Europa League

          Mit der 1:0-Führung im Rücken übernahm die Eintracht das Kommando auf dem Rasen. Schlussmann Felix Wiedwald war aber zur Stelle, als er gebraucht wurde. Der 29-Jährige, von dem nicht klar ist, wie es fortan mit ihm weitergeht, wenn Kevin Trapp als Nummer eins dabei ist, klärte gegen Maximilian Göppel, der ansonsten von einem missglückten Rückpass des Frankfurters Danny da Costa hätte profitieren können (24.). Dank eines energischen Sprints von Kostic durften danach die Frankfurter wieder jubeln: Der Serbe lief seinem Bewacher davon und traf aus spitzem Winkel abermals mit dem linken Fuß zum 2:0 (27.). Beinahe wäre Kostic ein Hattrick gelungen, doch er scheiterte an Büchel (35.). Vor der Pause beseitigte aber Dominik Kohr mit seinem ersten Pflichtspieltreffer im Eintracht-Trikot alle Zweifel (41.), wer hier und heute das bessere Ende für sich haben würde.

          Mit dem beruhigenden Vorsprung ging es für die Frankfurter in die Kabine – und nach Wiederanpfiff machten sie konzentriert weiter. Goncalo Paciencia erzielte per Kopf nach einer Kostic-Hereingabe das 4:0 (53.), Gacinovic erhöhte auf 5:0 (63.). Der wiedergenesene Ante Rebic kam in der Schlussphase noch zu einem Kurz-Einsatz, als es der Eintracht darauf ankam, Kraft zu sparen für kommende Partien. Die nächste steht schon an diesem Sonntag beim Erstrunden-Pokalauftritt auswärts gegen Waldhof Mannheim an. So leicht wie in Vaduz dürfte das nicht werden.

          Weitere Themen

          Hütters Geduldsspiel

          Eintracht Frankfurt : Hütters Geduldsspiel

          Eintracht-Trainer Hütter braucht noch Zeit für den Umbau seiner Mannschaft – doch die nächste schwere Aufgabe wartet schon an diesem Sonntag. Borussia Dortmund kommt nach Frankfurt.

          Topmeldungen

          Länger leben : Kerle, macht’s wie die Frauen

          Von der Gleichstellung der Geschlechter profitieren auch Männer – sie sind gesünder und leben länger. Die regionalen Unterschiede, die in einer Studie sichtbar werden, überraschen.
          Viele Fragen an den Präsidenten in der Whistleblower-Affäre: Donald Trump beantwortet Reporterfragen vor dem Weißen Haus.

          Telefonat mit Selenskyj : Trumps Erpressung

          Für Donald Trump ist das Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten nicht verwerflich. Er sieht nichts Schlimmes darin, seine Macht zu nutzen, um politischen Konkurrenten wie Joe Biden zu schaden. Dabei beginnt der Skandal schon an anderer Stelle.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.