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Eintracht Frankfurt : Nur Funkel findet Stuttgart besser als die Bayern

Ärger über die vergebene Chance: Amanatidis Bild: dpa/dpaweb

Die Stärken des Gegners zu betonen, um die eigenen Schwächen zu überspielen, ist eine oft eingesetzte Taktik in der Bundesliga. So verfuhr auch Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel nach dem Remis gegen Stuttgart.

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          Daß ein Remis nicht einmal die Hälfte wert ist, seitdem der Fußball einen Sieg mit drei Punkten belohnt, wollten die Trainer an diesem Abend nicht hören. Friedhelm Funkel und Giovanni Trapattoni gaben sich am Sonntag abend nach dem eiskalten 1:1 zwischen Eintracht Frankfurt und dem VfB Stuttgart betont zufrieden.

          Cai Tore Philippsen

          Verantwortlicher Redakteur für die Redaktion FAZ.NET

          Dabei hätte Aufsteiger Frankfurt in der tiefgekühlten Commerzbank Arena locker gewinnen können, hätten die Hessen nach dem frühen Treffer von Ioannis Amanatidis (19.) aus den Chancen ein zweites Tor gemacht und sich nicht in die Defensive drängen lassen. Mit drei Punkten nämlich hätten die Eintracht ein angenehmes Polster zu den Abstiegsplätzen gehabt.

          „Nicht einmal die Bayern haben hier so stark gespielt

          Auch Stuttgart hätte sich als Sieger verabschieden können, anstatt sich mit dem neunten Remis der Saison begnügen zu müssen. „Nach vorne ging nicht viel. Ohne Laufarbeit und Spiel ohne Ball kann man keinen Gegner unter Druck setzen“, sagte Stuttgarts Sportdirektor Herbert Briem. Drei Punkte hätten das Team näher an die Uefa-Cup-Plätze heranrücken lassen, und da wollen die ehrgeizigen Schwaben ja schließlich hin.

          Er schimpft und schimpft und schimpft: Trapattoni an der Seitenlinie

          Trapattoni wollte sich der Kritik nicht anschließen. Wie nach fast jeder Partie verwies er lieber auf die vielen Neuzugänge und die in seiner Rechnung daraus resultierende Zeit, die ihm und seiner Mannschaft gegeben werden müßte. Einen Mitstreiter fand er in Friedhelm Funkel. Denn der wollte sein Team auch nicht kritisieren, lieber den großen Trapattoni loben: „Die Handschrift von Giovanni ist klar erkennbar. Wenn man Geduld hat, wird man noch viel Freude an der Mannschaft haben. Nicht einmal die Bayern haben hier so stark gespielt.“

          „Wir kriegen den Ball, wir verlieren den Ball“

          Leider ist die Stuttgarter Geduld endlich, die zehn bis Weihnachten von der Vereinsführung geforderten Punkte kann Trappatoni nur noch mit drei Siegen aus den verbleibenden drei Spielen erfüllen. „Wir kommen nicht von der Stelle“, sagte Stuttgarts bester Thomas Hitzlsperger. Daher wird die Debatte um die Arbeit des 66 Jahre alten Italiener anhalten, so sehr ihn die Trainer der Konkurrenten auch nach jeder Partie loben mögen. Und nächste Wochen kommen die Bayern nach Stuttgart, deren Stärke in dieser Spielzeit wohl nur Friedhelm Funkel anzweifelt.

          Die Taktik des Frankfurter Trainers, die Stärken des Gegners zu betonen, um die eigenen Schwächen zu überspielen, hatten die Spieler offenbar nicht verinnerlicht. „Wir kriegen den Ball, wir verlieren den Ball. Im Mittelfeld passiert das zu oft“, analysierte Mannschaftskapitän Jermaine Jones kurz und treffend. Vor allem die beiden Schweizer Christoph Spycher und Benjamin Huggel durften sich angesprochen fühlen. Die vielen Fehler führten dazu, daß sich die Eintracht immer mehr in die eigene Hälfte drängen ließ und Danijel Luboja (63.) schließlich den Ausgleich erzielen konnte.

          Amanatidis sah sich an das Unentschieden in Mainz vor einer Woche erinnert. Damals hatten die Frankfurter sogar 2:0 geführt. „Nach der 50. Minute haben wir zu ängstlich gespielt, uns in die Defensive drängen lassen. So haben wir die Chance verpaßt, uns klar abzusetzen“, sagte der Stürmer. Doch dafür hätten die Frankfurter drei Punkte benötigt, und davon wollten die Trainer an diesem Abend nichts hören.

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