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Eintracht Frankfurt : Neuer Vertrag für Bruchhagen, neue Spieler für Funkel

Flugeinlage zum Auftakt: Neuzugang Sotorios Kyrgiakos (r.) gegen Dominik Stroh-Engel Bild: F.A.Z. - Fricke

Vorstandschef Heribert Bruchhagen hat bei Eintracht Frankfurt einen neuen Dreijahresvertrag unterschrieben. Neu verpflichtete Spieler sind Michael Fink, Albert Streit, Naohiro Takahara und Sotirios Kyrgiakos.

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          Es war der Tag der Arbeit für die Frankfurter Eintracht. Es war aber auch der Tag, an dem Pflöcke eingeschlagen wurden. Noch ehe nämlich Trainer Friedhelm Funkel seine Profis Punkt 15 Uhr am Ausweichquartier Riederwald zur ersten Übungseinheit nach 38 freien Tagen im Stück um sich versammelte, durfte sich Vorstandschef Heribert Bruchhagen über eine Verlängerung seines Vertrages freuen. Danach bleibt Bruchhagen, der Mann mit Richtlinienkompetenz, der Eintracht für drei weitere Jahre bis zum 30. Juni 2009 erhalten.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Sein ursprünglich bis zum 30. November 2007 laufender Kontrakt wurde für null und nichtig erklärt und durch den neuen ersetzt, für den sich Herbert Becker, der Aufsichtsratsvorsitzende der Eintracht Frankfurt Fußball AG, gemeinsam mit Präsident Peter Fischer stark gemacht hatte. „Heribert Bruchhagen hat in seiner Eigenschaft als Vorstandschef und Sportdirektor hervorragende Arbeit geleistet. Gemeinsam mit ihm wollen wir Kontinuität wahren.“

          „Platz zehn bis elf“ ist realistisch

          Becker fand am Montag lauter lobende Worte für Bruchhagen, der seit Dezember 2003 an den Hebeln der Macht bei der Eintracht sitzt. „Er ist in die Frankfurter Gesellschaft eingetreten, er hat sich etabliert, er vertritt die Eintracht nach innen und außen.“ Der Aufsichtsratsvorsitzende hob noch einmal hervor, daß man in der kommenden Saison früher als zuletzt am 33. Spieltag den Klassenverbleib sichern will. Dafür steht ein Etat von insgesamt 50 Millionen Euro zur Verfügung, wobei die Hälfte ausschließlich in die Lizenzspielermannschaft fließt. „Ich bin sicher, daß wir die Saison gut bis hervorragend bewältigen werden“, versicherte Becker, der „Platz zehn bis elf“ für realistisch hält und gemeinsam mit Bruchhagen sowie den beiden Vorstandsmitgliedern Thomas Pröckl und Heiko Beeck den vor Jahren eingeleiteten Konsolidierungskurs fortführen will. „Große Sprünge aber können wir nicht machen.“

          Bruchhagen: Rudi Völler wird nicht Sportdirektor der Eintracht
          Bruchhagen: Rudi Völler wird nicht Sportdirektor der Eintracht : Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

          Bruchhagen selbst hat sich zum Ziel gesetzt, „die Eintracht in der Bundesliga zu etablieren. Das wird im modernen Städtekampf schwierig genug sein.“ Doch weil ihm seine Tätigkeit „vom ersten Tag an Spaß“ bereite und sich nicht nur das Verhältnis zu seinen Kollegen, sondern auch zum Mutterverein Eintracht als „ausgesprochen gut“ gestalte, sei er hoffnungsfroh, die selbstgesteckten Margen zu erreichen. „Man muß sich aber immer vor Augen führen, daß Erfolg in der Bundesliga nicht planbar ist. Das ist ein sehr schwerer Behauptungswettkampf.“

          Um in diesem Verdrängungswettbewerb von Beginn an gut aus den Startlöchern zu kommen, hat die Eintracht bekanntlich nach Michael Fink, Albert Streit und Naohiro Takahara den Griechen Sotirios Kyrgiakos verpflichtet, in den der Klub hohe Erwartungen setzt. „Das ist ein kompromißloser, exzellenter Abwehrspieler, der vielseitig einsetzbar ist“, sagte Trainer Friedhelm Funkel über die Qualitäten des Südosteuropäers. „Wenn wir Dreierkette spielen, kann er auf allen drei Positionen spielen. Er ist unglaublich flexibel.“

          Lauftrainingslager in Zell im Zillertal

          Erfahren sowieso, denn wer auf mehr als vierzig Champions-League-Spiele zurückblicken kann, muß zwangsläufig über gewisse Vorzüge verfügen. „Ich bin sehr froh, daß wir ihn verpflichtet haben“, sagte Funkel über Kyrgiakos, der noch kein Deutsch spricht, aber bei seiner Vorstellung am Montag versprochen hat, sich darum zu bemühen. Der 26 Jahre alte Zugang von den Glasgow Rangers, zuletzt bei allen acht Champions-League-Prüfungen der Schotten am Ball, ist aktuell der einzige Eintracht-Profi, der nicht in das ursprünglich aufgestellte Anforderungsprofil von Vorstandschef Bruchhagen paßt, wonach jeder Spieler deutsch sprechen muß. „Die Unternehmensgrundsätze gelten nur solange, bis sie nicht mehr gelten“, so Bruchhagen.

          Es war heiß, ziemlich heiß sogar, als Sotirios Kyrgiakos am Nachmittag erstmals Kontakt mit seinen neuen Spielkameraden aufnahm. Nicht wie ursprünglich geplant auf einem der Nebenplätze der Commerzbank-Arena, die noch immer Fifa-Hoheitsgebiet ist, sondern an altvertrauter, fast schon historischer Stätte am Riederwald. Doch weil auch dort der internationale Fußballverband noch das Sagen hatte, waren es kaum mehr als 300 Eintracht-Sympathisanten, die auf der abgeriegelten Sportstätte Einlaß fanden. Zu sehen bekamen sie traditionell kaum etwas. Am ersten Arbeitstag nach der langen Urlaubsperiode beschränkten sich die 24 versammelten Profis nach einer ausgedehnten Aufwärmphase auf ein kleines Trainingsspielchen, in dem Dominik Stroh-Engel das erste Tor der neuen Spielzeit erzielte.

          An diesem Dienstag bricht der Eintracht-Troß, unter ihnen auch die beiden dauerlaufenden Rekonvaleszenten Jermaine Jones und Chris, zu ihrem einwöchigen Lauftrainingslager nach Zell im Zillertal auf. Weil Funkel seine Leute zuvor noch in Frankfurt zum Laktattest bittet, hofft er, rechtzeitig bis 21 Uhr anzukommen. „Wir wollen die Deutschen gegen Italien siegen sehen.“

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