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Eintracht Frankfurt : „Wir müssen positiv sein“

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Nicht zu fassen: Filip Kostic ärgert sich Bild: AFP

Nach dem 0:3 gegen Arsenal hadern die Frankfurter Fußballer mit ihrer Chancenverwertung. Trainer Hütter warnt vor zu hohen Erwartungen. Doch der Blick geht schon voraus.

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          Und dann wurde Bas Dost von den vielen Medienvertretern gebeten, sich zu Borussia Dortmund zu äußern, der Bundesliga-Tabellenzweite ist der nächste schwere Gegner der Eintracht an diesem Sonntag (18 Uhr/F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) auf nationalem Parkett in Frankfurt. Der in Diensten der Hessen stehende Stürmer aus den Niederlanden nutzte den Moment in der Mixed-Zone der WM-Arena für einen an alle gerichteten Appell. „Wir müssen positiv sein“, sagte der 30-Jährige nach dem 0:3 zu Hause gegen Arsenal London vor 47.000 Zuschauern zum Auftakt der Gruppenphase in der Europa League. „Denn wir haben auch sehr viele Sachen gut gemacht. Vergesst das nicht!“

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          Das große Manko, das die Frankfurter zum missglückten Einstieg in die neue Europapokal-Saison an den Tag gelegt hatten, hatte Dost nicht schnell aus seinem Gedächtnis gestrichen, es wirkte auch bei ihm stark nach. „Wir hatten genug Torchancen. Wir haben nur die Tore nicht geschossen“, sagte er im Rückblick auf die ausgeprägte Abschlussschwäche des Außenseiters.

          Als Pierre-Emerick Aubameyang am Donnerstagabend nach 88 Minuten zum 3:0 für Arsenal traf, winkte Kevin Trapp verärgert ab. „Was soll ich machen?“ – diesen Gemütszustand drückten anschließend seine Gesten in Richtung seiner Vorderleute aus. Der Eintracht-Torhüter hatte seine Mannschaft mit einem starken Spiel lange im Spiel gehalten und Fehler tatkräftig ausgebügelt. Doch am Ende machten die Londoner auch durch den Treffer von Bukayo Saka zum 2:0 (85. Minute) den entscheidenden Schritt nach vorne. Begünstigt wurde der späte Einbruch der Eintracht durch die Gelb-Rote Karte ihres Spielers Dominik Kohr nach 79 Minuten. „Es war nicht einfach heute, wir mussten an unsere Stärken glauben und viel arbeiten für diesen Erfolg“, sagte Arsenal-Torschütze Saka, dessen Team durch Joe Willock 1:0 (38.) in Führung gegangen war. „Hier zu bestehen, war eine große Herausforderung.“

          Vor welcher Herausforderung nun Adi Hütter bei der Eintracht steht, machten seine Worte auf der Pressekonferenz deutlich. Der Frankfurter Trainer rief dazu auf, Realismus walten zu lassen und so die Dinge richtig einzuordnen. „Die Erwartungshaltung ist riesengroß geworden“, sagte er. Aber mit Luka Jovic, Sebastien Haller und Ante Rebic hätten die Frankfurter „eben Spieler zu ersetzen, die sehr viele Tore geschossen haben. Im Moment müssen wir vielleicht kleinere Brötchen backen“. Hütter bat darum, den neuen Spielern „Zeit zu geben, sich zu entwickeln. An der Chancenverwertung und dem Selbstvertrauen müssen wir hart arbeiten. Die Effizienz der vergangenen Spielzeit kam auch nicht von heute auf morgen“.

          Dost sagte am Donnerstag, dass er noch Zeit brauche, bis er im Vollbesitz seiner Kräfte sein wird. „Ich mache zwar Fortschritte, aber ich bin noch nicht da, wo ich sein möchte. Ich muss realistisch sein“. Der von Sporting Lissabon verpflichtete Angreifer vermisst seine Spritzigkeit, „das nervt, sie wird jedoch bald zurückkommen“. Es war bemerkenswert, wie Dost über seinen Leistungsstand reflektierte. Und wie offen und detailliert er dann darüber sprach. „Ich bin schon sehr beschäftigt mit mir“, bekannte er. „Körperlich bin ich richtig müde. Das tut etwas mit dir. Ich spüre es nach jedem Training, dass das hier eine andere Herausforderung ist. Man braucht viel Ausdauer.“

          Für ihn war es ein gelungener Abend: Pierre-Emerick Aubameyang freut sich nach seinem Treffer zum 3:0 für Arsenal

          Mit dem von ihm geleisteten Pensum – Dost hatte gegen Arsenal 66 Minuten lang gespielt – war der Niederländer „zufrieden“. Zum ersten Mal hatte er mit dem Portugiesen André Silva gemeinsam in der Startformation gestanden. „André hat es super gemacht, er hat eine gute Leistung gebracht“, lobte Dost seinen Kollegen. Nur mit dem Toreschießen haperte es auch bei dem spielstarken und engagierten Offensivspieler. Wie Dost seine Kopfballchancen nicht zu verwerten wusste. „Mein Kopfball in der ersten Halbzeit muss aufs Tor“, sagte er. „Das kann ich besser. Aber ich bin noch nicht da, wo ich sein muss.“

          Hütter, dessen Mannschaft 24 Torschüsse verzeichnete (Arsenal hatte 16), positionierte sich nach dem Spiel und stellte sich mit Nachdruck vor seine Spieler. Vor allem dem jungen Schweizer Neuzugang Djibril Sow, der sich in der ersten Halbzeit zwei eklatante Fehler geleistet hatte, der sich im zweiten Abschnitt aber steigerte, sprang der Cheftrainer zur Seite. Er werde Sow „jetzt noch mehr helfen und ihm die Hände reichen“, kündigte Hütter an. „Wir werden mit ihm noch viel Freude haben.“ Womöglich schon an diesem Sonntag gegen Dortmund. Der BVB sei „der Favorit“, sagte Hütter. „Sie haben zwei Tage mehr Zeit, sich zu erholen. Und wir müssen das 0:3 verdauen.“

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