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Eintracht Frankfurt : Jede Menge Arbeit auf den Baustellen

  • -Aktualisiert am

Zwangspause: Michael Fink auf Krücken Bild: Wonge Bergmann

Vor dem Start in die Fußball-Bundesligasaison ist die Stimmung bei der Frankfurter Eintracht gedämpft. Beim 2:2 gegen den Zweitligaklub Greuther Fürth zeigten die Hessen Schwächen. Zudem verletzte sich Neuzugang Michael Fink.

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          Viel schlechter hätte das letzte Wochenende vor dem Start in die neue Bundesliga-Saison auf Schalke für die Frankfurter Eintracht nicht laufen können. Beim 2:2 im letzten ernsthaften Testspiel bei der Spielvereinigung Greuther Fürth offenbarte die Mannschaft nicht nur große Schwächen in allen Mannschaftsteilen, sondern sie verlor mit Michael Fink noch einen weiteren Spieler für mehrere Wochen.

          Der Neuzugang aus Bielefeld hatte sich bei einem Zusammenprall mit dem Fürther Stefan Reisinger verletzt. Der Auswechslung am Samstag folgte am Sonntag eine deprimierende Diagnose: Fink hat sich den großen Zeh des rechten Fußes gebrochen und wird rund sechs Wochen pausieren müssen. Der Bruch sei nicht glatt, sondern etwas verschoben, sagte Mannschaftsarzt Dr. Christoph Seeger, „wir werden Anfang der Woche entscheiden, ob wir konservativ behandeln oder ob eine Operation nötig ist“.

          System ändern oder eine Notlösung finden

          Fink humpelte bei der offiziellen Saisoneröffnungsfeier in der Commerzbank-Arena auf Krücken durch die Gegend und verzichtete vor rund 10.000 Zuschauern auch freiwillig auf die Vorstellung durch Moderator Andre Rothe. Er sei „sehr niedergeschlagen“, sagte Fink. Ein Gefühl, das er mit Trainer Friedhelm Funkel teilte. Der Vierundzwanzigjährige gehörte zu jenen neuen Spielern, die sich auf Anhieb einen Stammplatz erkämpft hatten. Von dem vermeintlichen Überangebot im defensiven Mittelfeld ist bei der Eintracht nun zu Saisonbeginn nicht mehr viel übriggeblieben.

          Chris Hening wird womöglich bis zur Winterpause ausfallen, Kapitän Jermaine Jones muß noch einige Wochen pausieren, und nun hat es auch Fink erwischt. „Das ist sehr, sehr unglücklich“, sagte Funkel, der sich nun Gedanken macht, ob er das System ändern oder eine Notlösung finden soll. Bleibt der Coach bei der defensiven Grundordnung mit zwei sogenannten „Sechsern“, muß er einen neuen Partner für Benjamin Huggel finden. Marco Russ komme dafür in Frage, sagte Funkel.

          Das defensive Mittelfeld ist nicht die einzige offene Baustelle in der Frankfurter Formation. Im Tor ist die Entscheidung zwischen Oka Nikolov und Markus Pröll noch nicht gefallen. In Fürth hatte Nikolov beim zweiten Treffer der Gastgeber durch Reisinger nicht besonders gut ausgesehen. Auch in der Abwehr sucht Funkel noch die richtige Mischung. Russ wird nun nicht nur für eine andere Position gebraucht, er hat in Fürth auch große Schwächen nicht verbergen können. Neuzugang Sotirios Kyrgiakos konnte sich nach schwachem Beginn immerhin deutlich steigern, doch eine echte Stabilisierung bedeutet er aktuell noch nicht.

          Bald Verstärkung von außen

          Und so wird Aleksandar Vasoski wohl ziemlich sicher ins Team zurückkehren. „Wir hatten große Lücken in der Abwehr“, kritisierte Funkel, „da müssen wir noch hart arbeiten.“ Nach Alexander Meiers Führungstor waren die zweitklassigen Fürther stärker aufgekommen und hatten die zahlreichen Abwehrfehler der Eintracht durch Andre Mijatovic und Reisinger zu zwei Treffern genutzt.

          Funkel zeigte sich über die Leistung seiner Mannschaft in den ersten 45 Minuten erbost und hatte dies zur Pause auch deutlich gemacht. Neuzugang Albert Streit, der mehr mit Überheblichkeit als durch Tatendrang auffiel, mußte sich sogar eine Sonderansprache gefallen lassen. Immerhin, Streit nahm sich die Worte zu Herzen und gehörte nach dem Wechsel zu den aktiveren Spielern. Nun gelang es der Eintracht, Dominanz auszuüben und den Gegner zu beherrschen. Fürth kam zu keiner Torchance mehr und die Eintracht durch Streit zum insgesamt gerechten Ausgleich. Daß es nicht zum Sieg reichte, lag auch an der mangelnden Durchschlagskraft im Angriff. Ioannis Amanatidis war wegen einer leichten Blessur geschont worden, Francisco Copado hatte sich fleißig, aber ohne rechten Erfolg bemüht, und Benjamin Köhler stand völlig neben sich. Funkels Urteil, daß noch viel Arbeit nötig sein wird, um in Form zu kommen, gilt sicher neben der abwehrenden auch für die angreifende Abteilung der Eintracht.

          Der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen stellte den Fans jedoch in Aussicht, daß diese bald Verstärkung von außen erfahren könnte. Ob der neue Stürmer der Mainzer Michael Thurk sein wird, ließ er dagegen offen. Zum ersten Mal in seiner Amtszeit würde ein Transfer von den Medien öffentlich begleitet, klagte Bruchhagen, „und deswegen sagen wir dazu überhaupt nichts mehr“. Daß der Mainzer Manager Christian Heidel und der Spieler selbst um so mehr reden, gefällt dem Eintracht-Chef überhaupt nicht. „Sonst bereiten wir Transfers anders vor“, sagte er.

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