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Eintracht besiegt Inter 1:0 : Der Frankfurter Traum geht weiter

  • -Aktualisiert am

Die nächste Party: Eintracht-Spieler feiern in San Siro Bild: Reuters

Die Eintracht besteht auch den Härtetest gegen Inter Mailand. Luka Jovic schießt die Frankfurter zum 1:0 und ins Viertelfinale der Europa League.

          Der deutsche Fußball ist doch noch im Europapokal vertreten. Begleitet von 15.000 Fans zog die Frankfurter Eintracht durch ein 1:0 bei Inter Mailand ins Viertelfinale der Europa League ein. Luka Jovic erzielte schon in der sechsten Minute den Treffer des Abends, der nach dem 0:0 im Hinspiel den Frankfurtern reichte.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Noch nie zuvor reisten in Europa so viele Fans zu einem Auswärtsspiel in einem Europacup-Wettbewerb. Der alte Europa-Rekord war auch schon in Händen der Eintracht. 2012 waren 12.000 Frankfurter in Bordeaux dabei. Dass der gesperrte Trainer Adi Hütter an der Seitenlinie durch seinen Assistenten Christian Peintinger ersetzt wurde, wirkte sich in keiner Weise auf das Spiel der Frankfurter aus. Sie zeigten eine hervorragende kämpferische und spielerische Leistung und mussten sich nur einen Vorwurf machen: Verschwenderisch mit ihren Torchancen umgegangen zu sein.

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          In der zweiten Halbzeit ging Inter ein hohes Risiko, um die zum Weiterkommen nötigen zwei Tore zu schießen. Die Kontergelegenheiten, die sich den Frankfurtern zu einem Dutzend eröffneten, verpufften am Ende jedoch allesamt. Was am glücklichen Ende jedoch niemanden störte, weil die Abwehr Stand hielt.

          „Es ist toll. Es macht uns stolz, dass wir immer noch international vertreten sind. Wir haben Mannschaften geschlagen, die jedes Jahr in der Champions League vertreten sind“, sagte Torwart Kevin Trapp bei RTL. „Ich bin sehr stolz, weil sie von der ersten Minute im Spiel waren. Sie haben alles reingeworfen. Das Team lebt. Die Jungs haben sich das mehr als verdient“, betonte Sportvorstand Fredi Bobic.

          Im Viertelfinale allerdings könnte der Eintracht ein wichtiger Faktor ihrer Stärke fehlen. Es droht dem nach einigen Vorfällen unter Bewährung spielenden Verein ein Zuschauer-Teilausschluss. Nach Jovics Tor zündeten Eintracht-Fans wieder einmal Pyro-Technik. Und kurz vor dem Abpfiff landete eine im Frankfurter Block abgeschossene Leuchtrakete unter Mailänder Zuschauern.

          Die Frankfurter Fans im Guiseppe-Meazza-Stadion verwandelten für ihre Mannschaft die Auswärtsbegegnung in eine stimmungsvolle Auseinandersetzung mit Heimspiel-Attitüde. Sie pfiffen die Gesänge der Mailänder nieder, genauso die Namen der Inter-Profis bei der Verlesung der Mannschaftsaufstellung. Was die über 30.000 Italiener nicht schafften, wenn die Frankfurter ihre Schlachtrufe anstimmten.

          Der Matchwinner vorneweg: Luka Jovic erzielte das Tor des Tages Bilderstrecke

          Und die Eintracht-Spieler legten los, als befänden sie sich in der heimischen WM-Arena und nicht in der Mailänder, wo die deutsche Nationalmannschaft 1990 ihre erfolgreiche WM-Kampagne startete. Von wegen abwarten! Schon in der dritten Minute kam Filip Kostic im Inter-Strafraum frei zum Schuss. Torwart Handanovic wehrte mit Mühe den Ball nach vorne ab und Sébastien Haller konnte, bedrängt von Cedric, den Abpraller aufs Mailänder Tor bugsieren. Der Ball senkte sich an die Latte des Inter-Tores.

          Die Frankfurter mussten nicht lange der vergebenen Chance nachtrauern. Drei Minuten später stand es 1:0. Jovic hatte entschlossen eine missglückte Kopfballrückgabe von de Vrij genutzt. Diesmal prallte der Ball vom Innenpfosten ins Netz.

          Inter war konsterniert, die Eintracht spielte mitreißend auf. Sie gewann so gut wie jeden Zweikampf in der Anfangsphase und spielte sich fast nach Belieben in die Nähe des gegnerischen Strafraums. Doch dann ließen die Frankfurter wie schon häufiger in dieser Saison Präzision und Klarheit vermissen. Nach einer Viertelstunde hatten die Mailänder ihren Schock überwunden und kämpften sich ins Spiel zurück. Dabei wählten sie jedes Mittel, das ihnen Hilfe versprach, auch die unfairen.

          Der rumänische Schiedsrichter Hategan zeigte sich nachsichtig. Noch nicht einmal als Candreva Sebastian Rode umstieß, zückte der Unparteiische die Gelbe Karte. Erst als D‘Ambrosio mit gestrecktem Fuß Mijat Gacinovic niederstreckte, entschloss sich Hategan zu einer Verwarnung.

          In der immer heißblütiger geführten Begegnung verlor die Eintracht langsam die Übersicht. Die Mannschaft ließ sich zwar kaum einmal ausspielen. Doch sie konnte es auch nicht vermeiden, dass sie durch hohe und weite Flanken und bei Standardsituationen unter Druck geriet. Während Mailand eher eine latente Torgefahr entwickelte, machte es die Eintracht ziemlich konkret. Haller schoss sogar ein weiteres Tor, es wurde jedoch zurecht wegen Abseits nicht anerkannt. Mijat Gacinovic erarbeitete sich in der 37. Minute die Riesenchance zum 2:0. Der Serbe eroberte den Ball und konnte unbedrängt auf Handanovic zulaufen. Aber für einen plazierten Schuss fehlte ihm die Kraft.

          Was in der ersten Halbzeit ein intensives und spannendes Europapokal-Spiel war, wurde im zweiten Durchgang zu einem spektakulärem Schlagabtausch. Die Torszenen wechselten im Minutentakt, wobei die großen Chancen nur eine Mannschaft hatte: die Eintracht. Bis zur 60. Minute hatte Jovic mehrere Gelegenheiten, das beruhigende 2:0 zu schießen und Gacinovic eine. Aber es fehlte dem Eintracht-Sturm weiter an Zielstrebigkeit. In der Schlussphase konnten die Frankfurter noch nicht einmal eine 4:2-Überlegenheit im Mailänder Strafraum nutzen. Doch da die Abwehr aufopferungsvoll sich den immer verzweifelteren Mailänder Angriffen entgegenstellte, richtete diese Nachlässigkeit keinen Schaden an. Am Ende war Inter stehend k.o, und die Eintracht brachte die letzten Minuten sicher über die Bühne.

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