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Eintracht Frankfurt : Im Herzen von Europa

Schon so gut wie gewonnen: die Fans feiern den Einzug in die Europa League Bild: Wonge Bergmann

Europapokal: Das Sehnsuchtswort so vieler Frankfurter Fußballfans. Die Eintracht schafft als Aufsteiger tatsächlich die Qualifikation für die Europa League. Die Bilanz einer denkwürdigen Saison.

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          Als Kapitän Pirmin Schwegler zum Mikrofon greift, sich bei den Fans bedankt und die allseits bekannten Jubelgesänge anstimmt, sind die ersten Liter Bier längst verschüttet. Kevin Trapp, der verletzte, nur zuschauende Stammtorhüter der Frankfurter Eintracht, ist der Erste, der nach dem Schlusspfiff nach einem riesigen Anlauf über den halben Platz seiner Freude freien Lauf lässt und alle im Wortsinne nass macht, die sich ihm in den Weg stellen.

          Europapokal. Das Sehnsuchtswort so vieler Frankfurter. Seit Samstagnachmittag, 17.18 Uhr, ist es Wirklichkeit. Die Eintracht hat es tatsächlich geschafft, sich am Ende einer famosen Saison die Krone aufzusetzen. Sechster in der Fußball-Bundesliga nach dem 2:2 gegen den VfL Wolfsburg. Das hat als Aufsteiger zuletzt der 1. FC Kaiserslautern erreicht - vor fünfzehn Jahren.

          Der Eintracht ist also etwas Historisches geglückt. „Wir alle wollen, dass dieser Erfolg uns jetzt weiteren Schub gibt.“ Wilhelm Bender kommt aus dem Strahlen kaum heraus. Der einstige Fraport-Chef, seit ein paar Jahren als Aufsichtsratsvorsitzender der Eintracht Frankfurt Fußball AG einer der wichtigen Männer des Klubs, ist froh, dass alles noch einmal gutgegangen ist. „Ein Scheitern wäre schlecht für den Kopf gewesen“, sagt er. Denn die Eintracht, das sei doch mehr als nur ein erstklassiger Fußballverein. „Frankfurt ist die internationalste Stadt Deutschlands“, sagt Bender. „Vom Anspruch des Vereins, der Stadt und der Region gehören wir nach Europa.“

          Ab in den Urlaub: Trainer Veh ist glücklich, aber auch platt
          Ab in den Urlaub: Trainer Veh ist glücklich, aber auch platt : Bild: Wonge Bergmann

          Ein Ziel, das für die Männer von Trainer Armin Veh zum Greifen nah ist. Einiges hängt davon ab, wie das DFB-Pokalfinale am 1. Juni zwischen Meister Bayern München und dem VfB Stuttgart ausgeht. Sollte sich der Favorit durchsetzen und die Schwaben schlagen, muss die Eintracht auf dem Weg in die angestrebte Gruppenphase zwei Qualifikationsspiele bestreiten - am 22. und 29. August. Ein erfolgreiches Abschneiden vorausgesetzt, würden dann die Millionen sprudeln. Zwar längst nicht so üppig wie in der Champions League. Doch Eintracht-Finanzvorstand Axel Hellmann rechnet schon damit, dass zumindest fünf Millionen Euro in die Kassen kommen.

          Den Fans ist es an diesem glückseligen Tag egal. Immer wieder rufen sie lautstark den Namen des Mannes, der dieses kleine Wunder vom Main überhaupt erst möglich gemacht hat: Armin Veh. Der Trainer lässt sich nicht zweimal bitten. Fast schüchtern tritt er vor den prallgefüllten Fanblock und spricht nur ein paar Sätze. „Zuletzt haben wir mit euch den Aufstieg in die erste Liga gefeiert“, sagt er. „Ihr habt großen Anteil daran, dass wir es jetzt geschafft haben. Vielen Dank an alle zusammen.“ Veh ist gerührt, beeindruckt von der Kulisse und den Fans, die ihn nicht enttäuscht haben. Keine Pyrotechnik, keine Ausschreitungen. Auch Aufsichtsratschef Bender ist davon angetan, wie das große Saisonfinale abläuft. „Toll, wie das alle gemacht haben“, lobt er. „Das Fanverhalten hat sich geändert.“

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