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Eintracht Frankfurt : Im Herzen von Europa

Ausgelassene Spieler: „Etwas Einzigartiges geschafft“
Ausgelassene Spieler: „Etwas Einzigartiges geschafft“ : Bild: dpa

Fußballfreunde wie Verantwortliche wussten, dass nach den Januar-Ausschreitungen beim Auswärtsspiel in Leverkusen die Eintracht vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) unter besondere Beobachtung gestellt wurde. Am Horizont drohte im schlimmsten aller Wiederholungsfälle sogar ein Geisterspiel. Alles Makulatur. Beim großen Saisonkehraus in der ausverkauften Frankfurter Arena zeigt die Eintracht-Familie auch jenseits des Platzes Format. „Dieser Erfolg heute“, sagt Bender, „hat bei der Eintracht ein neues Selbstbewusstsein entfacht. Es könnte der Start in eine große Zukunft gewesen sein.“

Im Zusammenspiel mit Sportdirektor Bruno Hübner hat Trainer Veh fast ein Meisterstück gemacht: vier Aufstiege mit Augsburg, Reutlingen, Fürth und Frankfurt. Dazu der Titelgewinn mit Stuttgart - und nun der Durchmarsch von der zweiten Liga bis hoch auf Platz sechs der Bundesliga. Immer wieder hatte Veh betont, dass er dieser Mannschaft Großes zutraut. Vor dem Finale gegen Wolfsburg sagte er, „dass ich hier in Frankfurt etwas entwickeln kann. Dafür muss ich noch ein paar gute Jungs dazubekommen.“

Zwei hat er schon, beide vom derzeit direkt für die Europa League qualifizierten Ligarivalen SC Freiburg. Johannes Flum, 25 Jahre alt, und der ein Jahr ältere Jan Rosenthal sind schon für die kommende Saison verpflichtet. Weitere junge Kräfte wie beispielsweise der 23 Jahre alte Fürther Edgar Prib dürften folgen. Und weil mit Sebastian Jung und Sebastian Rode (beide 22), Carlos Zambrano (23), Bastian Oczipka und Takashi Inui (beide 24) sowie Stefan Aigner (25) schon etablierte Bundesliga-Profis den Eintracht-Adler auf der Brust tragen, hat Vehs Mannschaft wirklich Perspektive. Vorstand Hellman sagt: „Für das Renommee und die Marke ist die Teilnahme an europäischen Wettbewerben enorm wichtig. Wir werden damit sportlich und wirtschaftlich anders wahrgenommen.“

Strategischer Fußabdruck in der Wüste

Rückblickend ist es kein Zufall, dass der erste Klub der Stadt zu Beginn des Erfolgsjahres 2013 fern der Heimat in Arabien gewesen ist. Der umtriebige Hellmann hatte im Zusammenspiel mit Vorstandschef Heribert Bruchhagen vieles darangesetzt, im Trainingslagerort Abu Dhabi „aus langfristigen strategischen Überlegungen einen Fußabdruck zu hinterlassen“. Ziel damals unter arabischer Sonne: „Wir möchten uns als sympathischer Klub zum Anfassen präsentieren und zeigen: Die Eintracht hat internationale Qualität.“ Gut vier Monate später ist der Traum von Internationalität Wirklichkeit. „Wir haben das Gefühl, dort angekommen zu sein, wo man als Eintracht Frankfurt eigentlich hingehört“, sagt Hellmann.

13. Dezember 2006. Es war der Tag, an dem die Eintracht letztmalig jenseits der Grenzen spielend Werbung für sich und die Stadt betreiben durfte. Sogar jenseits von Europa, im asiatischen Teil der Millionenmetropole Istanbul. Knapp sieben Jahre später locken Spiele gegen Rom und Tottenham.

Draußen vor der Haupttribüne auf der Waldbühne, auf der sich die Eintracht-Spieler nach dem Coup gegen Wolfsburg ausgelassen feiern lassen, ruft Torschütze Alex Meier nach dem Spiel der jubelnden Menge zu: „Die letzten Jahren waren einfach überragend.“ Nicht ausgeschlossen, dass es am gestärkten Standort Frankfurt so weitergeht. Die Eintracht ist zurück in Europa. Gut für das Selbstverständnis des Klubs und der gesamten Region.

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