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Eintracht in der Europa League : „Die Emotionen heute waren Wahnsinn“

Alles muss raus: Torwart Kevin Trapp beim Jubel nach dem Spiel. Bild: EPA

Europapokal-Abende in Frankfurt sind besonders. Beim 3:0 über Straßburg kochen die Emotionen extrem hoch. Im Mittelpunkt steht wieder Ante Rebic. Nun warten auf die Eintracht große Namen.

  • -Aktualisiert am
          4 Min.

          Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt nicht. Nach einer kurzen Nacht steht an diesem Freitag (13.00 Uhr bei Sky und DAZN) schon der nächste Höhepunkt an. Die Gruppenphase der Europa League wird in Monaco im Grimaldi Forum ausgelost: „Und Eintracht Frankfurt ist dabei!“, wie Trainer Adi Hütter zu später Stunde stolz sagte, als wüsste es nicht eh jeder nach dem 3:0 über Racing Straßburg. Dieses Ergebnis reichte allemal, um nach dem 0:1 im Hinspiel vor einer Woche in Frankreich mindestens sechs weitere Europapokalnächte genießen zu dürfen. Am Freitag wird das Frankfurter Team die Zeremonie im Fürstentum am Fernsehen live in einer Loge im Stadion sehen.

          Europa League
          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Die Eintracht wird bei der Auslosung mit 48 Mannschaften, die sich qualifiziert haben, in Topf zwei liegen, so gerade noch. Nur einen mickrigen Punkt des maßgeblichen Koeffizienten aus vergangenen Leistungen liegt der Klub aus der Bundesliga vor AS St. Étienne, der besten Mannschaft in Topf drei. Nun warten große Namen wie der FC Sevilla, FC  Arsenal, Manchester United, FC Porto oder AS Rom, aber eben auch zwei Gruppengegner, die potentiell als nicht so stark eingestuft werden. Und wer, wie in der vergangenen Saison, alle sechs Partien der Vorrunde gewinnt, dem ist sowieso nicht bange.

          Ganz im Gegenteil. Auch wenn Straßburg nicht zu allerhöchsten Kategorie in Europas Fußballs zählt, setzte der Erfolg im Eintracht-Lager eine Kraft frei, die zumindest durch die nächsten Wochen tragen kann. Tallinn und vor allem Vaduz in den früheren Runden der Qualifikation waren keine allzu großen Hürden. Straßburg stellte indes ein anderes Kaliber da, vor allem nach der Niederlage im Hinspiel und der Dramaturgie der zweiten Partie. „Ich bin noch geflasht von diesem grandiosen Fußballabend“, sagte Trainer Hütter. „Es war kein einfaches Spiel mit vielen Emotionen auf und neben dem Platz.“

          Für einige Gefühlsausbrüche war Ante Rebic zuständig. In Straßburg hatte er mit seiner Lustlosigkeit für Ärger bei Trainer, Mitspielern und Fans gesorgt. Zur Pause musste er raus, in Leipzig am Sonntag fehlte er offiziell wegen einer Blessur. Am Donnerstag nun stand er in der Startelf – und war von Beginn an sichtlich bemüht, den schlechten Eindruck, den er zuletzt gemacht hatte, vergessen zu machen. „Ich bin sicher, dass er alles raushaut“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic bei Nitro vor dem Spiel. Gesagt, getan. Das 1:0 durch ein Eigentor von Stefan Mitrovic (26. Minute) leitete Rebic mit einem starken Lauf und einer scharfen Hereingabe vor.

          Doch sein Tatendrang wurde jäh gebremst kurz vor der Halbzeit. Nach einem langen Ball war Matz Sels eher am Ball, der kroatische Stürmer der Eintracht prallte mit dem Torwart zusammen. Schiedsrichter Orel Grinfeld zeigte nach Rücksprache mit seinem Assistenten die Rote Karte (44.). Die Sache für die überlegenen Frankfurter hatte sich plötzlich verkompliziert, zumal beim Gang in die Kabinen bei den Tumulten die Emotionen noch höher kochten. Vor allem Filip Kostic ließ sich kaum bändigen in der extrem ausgelassenen Atmosphäre. Doch die numerische Gleichzahl auf dem Feld war schnell wieder hergestellt. Straßburgs Dimitri Liénard ließ sich zu einem Griff ins Gesicht von Dominik Kohr hinreißen (55.) und sah ebenfalls die Rote Karte. „Unser Trainer hat gesagt, wir sollen provozieren und sehen, was geht. Das hat einfach mit Cleverness zu tun“, sagte Kohr später und bestätigte somit den Eindruck, dass die Eintracht bewusst darauf gesetzt hatte, die Unterzahl auf dem Feld nach der Hinausstellung von Rebic schnell zu beenden.

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