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Remis in Europa League : Wilde Schlussphase zwischen Eintracht und Fenerbahce

Konnte es kaum glauben: Filip Kostic scheitert in der zweiten Hälfte vor dem Tor. Bild: dpa

Den Rückstand durch Mesut Özil kann Frankfurt noch ausgleichen. In der zweiten Hälfte zählt dann aber das zweite Eintracht-Tor nicht. Und in der Nachspielzeit gibt es einen Strafstoß für Istanbul.

          3 Min.

          Wieder kein Sieg für die Frankfurter Remis-Experten. Auch in ihrem Lieblingswettbewerb Europa League ist es der Eintracht nicht geglückt, Saisonerfolg Nummer eins herauszuschießen. Gegen Fenerbahce Istanbul gab es zum Auftakt der Gruppenphase am Donnerstagabend ein 1:1. Nachdem Mesut Özil die Türken in Führung gebracht hatte (10. Minute), war es Neuzugang Sam Lammers, der für den Ausgleich verantwortlich zeichnete (41.).

          Europa League
          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Für das Kerngeschäft Bundesliga erhofft sich der am Donnerstagabend gesperrt von der Tribüne aus zuschauende Trainer Oliver Glasner durch das verdiente 1:1 weitere Impulse für die angestrebte Trendwende. In der Bundesliga liegt die Eintracht nach der Auftaktniederlage in Dortmund und drei nachfolgenden Unentschieden lediglich auf Tabellenplatz fünfzehn. Am Sonntagabend steht die Prüfung bei Spitzenreiter Wolfsburg an.

          Partie voller Reize

          Auch die Partie gegen den türkischen Tabellendritten Fenerbahce war voller Reize. Für die Eintracht, für die anstelle des gesperrten Glasner seine Assistenten Michael Angerschmid und Ronald Brunmayr das Coaching übernahmen, war es nach vielen Monaten des Wartens die ersehnte Rückkehr in das internationale Fußballgeschäft. Letztmalig waren Zuschauer in der Frankfurter Arena bei einem Europa-League-Spiel am 12. März 2020 dabei. Damals bedeutete die 0:3-Hinspielniederlage gegen den FC Basel das spätere Aus gegen die Schweizer in der K.o.-Runde.

          Gegen das Spitzenteam von Fenerbahce, 19 Mal schon türkischer Meister, war sofort das Prickeln dieses Abends zu spüren, der auch unschöne Seiten hatte. Aus dem Fanblock der Istanbuler gingen kurz nach Spielbeginn Bengalos in Flammen auf; auch wurden Böller gezündet.

          Sportlich waren es zunächst die Türken, die auf sich aufmerksam machten, aber einen Konter schon in der zweiten Minute fahrlässig ausspielten. Der alleine auf Kevin Trapp zueilende Diego Rossi vergab kläglich. Besser machte es Özil, der interessanteste Profi von Fenerbahce. Der deutsche Fußball-Weltmeister von 2014, erstmals seit dreieinhalb Jahren wieder in einem deutschen Stadion bei der Ausübung seiner spielerischen Arbeit zu sehen, brachte seine Mannschaft in Führung. Bei seinem Treffer in der zehnten Minute entschied das Schiedsrichtergespann um Referee Maurizio Mariani zunächst auf Abseits, wurde aber vom Videoschiedsrichter zurückgepfiffen, der die Korrektheit des Tores bestätigte.

          Traf zum zwischenzeitlichen 1:0 für Fenerbahce: Mesut Özil
          Traf zum zwischenzeitlichen 1:0 für Fenerbahce: Mesut Özil : Bild: dpa

          Der Rückstand war ein Rückschlag für die Eintracht, doch Glasners Mannschaft suchte auch weiterhin ihr Glück in der Offensive. Es war ein offener Schlagabtausch, den die 25.000 Zuschauer in der unter Corona-Bedingungen ausverkauften Arena geboten bekamen. Und die mit der Eintracht sympathisierenden und für prächtige Stimmung sorgenden Fans hätten in der 23. Minute auch allen Grund zum Jubeln gehabt, doch Djibril Sow hatte mit seiner Doppelchance Pech. Es waren zwei erstklassige Gelegenheiten, um aus kurzer Distanz das 1:1 zu erzielen.

          Vier Minuten vor dem Ende der ersten Halbzeit fiel der Ausgleich dann wirklich. Bestens vom erstmals in der Startelf aufgebotenen starken Mittelfeldabräumer Kristijan Jakic in Marsch gesetzt, zog Filip Kostic auf der linken Seite auf und davon, flankte in den Strafraum – und Lammers hatte keine Mühe, zu vollenden. Für den für eine Saison von Atalanta Bergamo ausgeliehenen Niederländer war es das erste Tor im Eintracht-Dress.

          Als es nach dem Seitenwechsel munter weiterging und die Eintracht auf Tor Nummer zwei drängte, war es abermals Lammers, der im Stile eines Torjägers vollendete. Pech nur: Der Aktion in der 60. Minute war eine Abseitsposition von Daichi Kamada vorausgegangen. Mit Jens-Petter Hauge kam für Rafael Borré in der 72. Minute ein frischer Angreifer in die Partie. Drei Minuten später war es Kostic, der Fenerbahce-Torhüter Altay Bayindir prüfte, aber kein Glück hatte.

          In der 90. Minute brachte Trapp Dimitris Pelkas zu Fall – Elfmeter. Den von Pelkas getretenen Strafstoß parierte der Keeper, doch gegen den Nachschuss von Mergim Berisha war Trapp machtlos. Trotzdem hieß es aus Eintracht-Sicht nicht 1:2, denn Berisha war zu früh in den Strafraum gelaufen. Der Treffer zählte nicht, das Spiel blieb beim 1:1, ehe es abschließend nach einem taktischen Foul noch zu einer Rudelbildung auf dem Feld mit lautstarken Diskussionen kam.

          „Wir waren nah dran, einen Dreier zu holen. Es war geil, mal wieder in Europa zu spielen. Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir sehr gut gespielt“, meinte Verteidiger Erik Durm nach dem Schlusspfiff. Der späte Elfmeter passe „ein bisschen ins Bild“, sagte Durm und lobte Schlussmann Trapp: „Es hat mich für die Mannschaft und ihn persönlich gefreut, dass er den rausgefischt hat. Das war sehr wichtig für uns.“

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