https://www.faz.net/-gtl-a3tbw

Eintracht Frankfurt : Chef auf dem Platz

Geballte Energie: Bas Dost bejubelt seinen sehenswerten Kopfballtreffer gegen die Hertha. Bild: dpa

Die Eintracht gewinnt überzeugend 3:1 in Berlin. Doch der Sieg hat seinen Preis: Filip Kostic fällt wegen Teilanriss des Innenbandes aus.

          3 Min.

          Die Nachricht kam am freien Sonntag. Entgegen der ursprünglichen Hoffnung, Filip Kostic habe sich beim 3:1-Auswärtssieg bei der Berliner Hertha nicht sonderlich schwer verletzt, ist die Blessur sehr wohl schwerwiegender. Mehrere Wochen lang, so die Prognose der Frankfurter Mannschaftsärzte, muss Eintracht-Trainer Adi Hütter auf einen seiner besten und beständigsten Spieler verzichten. Der Schlag, den Kostic nach einer Viertelstunde vom Berliner Jordan Torunarigha auf das rechte Knie erhalten hatte, führte zu einem Teilanriss des Innenbandes.

          Bundesliga

          Am kommenden Samstag, wenn die Eintracht in ihrem zweiten Saisonheimspiel die TSG Hoffenheim empfängt, wird der flinke linke Außenmann Kostic ebenso fehlen wie auch bei den geplanten Einsätzen in der serbischen Nationalmannschaft. Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner sagte am Sonntag, „dass wir Filip die bestmögliche Genesung wünschen und hoffen, dass er schnell wieder zurückkommt“. Zuversichtlich stimmte Hübner, „dass er sich keinen Kreuzbandriss oder Ähnliches zugezogen hat“. Der Manager bezeichnete die Art von Kostics Verletzung noch als „Glück im Unglück. Bei unseren Ärzten ist er in den besten Händen.“ Aber dennoch, sein Ausfall wiegt schwer.

          Auch ohne Kostic war es der Eintracht gelungen, ihren Dienstausflug in die Hauptstadt erfolgreich zu gestalten. Spiele in Berlin, zumal im Pokal, liegen der Mannschaft von Coach Hütter. Doch in der Bundesliga, wenn der Gegner Hertha BSC heißt, sind dies oft zähe und ernüchternde Angelegenheiten. Diesmal war es anders. Die Eintracht zeigte vor allem in der ersten Halbzeit eine reife Leistung, war der Hertha in allen Belangen überlegen und legte dank der beiden Treffer von André Silva (30. Spielminute, Foulelfmeter) und Bas Dost (36.) den Grundstock für den verdienten 3:1-Erfolg.

          Gut harmonierendes Sturmduo

          Das gut harmonierende Sturmduo Silva/Dost hat also schon wieder im Verbund zugeschlagen, und positiv war auch, dass der abermals glänzend aufgelegte Sebastian Rode ein Tor erzielte (71.). Rode, der Rackerer zwischen den Linien, ist ja nicht unbedingt bekannt dafür, dass er seine Fleißarbeiten mit vielen Toren garniert. In der zurückliegenden Saison reichte es bei 29 erstklassigen Spieleinsätzen zu drei Toren. Eines erzielte der in zwei Wochen 30 Jahre alt werdende Rode am Nikolaustag 2019 – gegen Hertha BSC. „Wir haben von der ersten Minute an ein sehr gutes Spiel gemacht“, sagte Rode nach dem verdienten Sieg bei der Hertha. „In Berlin muss man erstmal gewinnen. Für uns war es ein gelungener Abend.“

          In jedem Pflichtspiel mit Zählbarem zur Stelle: André Silva (links) und Bas Dost
          In jedem Pflichtspiel mit Zählbarem zur Stelle: André Silva (links) und Bas Dost : Bild: AFP

          Ein Abend, der mit einem „tollen Auswärtssieg“ belohnt wurde, wie Trainer Hütter in seiner Analyse sagte. Einer der Schlüssel zum Erfolg war in den Augen des 50 Jahre alten Fußballlehrers bei aller Verlässlichkeit seiner Stürmer auch die stimmige Einstellung seiner Spieler. „Die Art und Weise war sicher die, etwas tiefer zu stehen, Hertha das Spiel zu überlassen, um in der – ich nenne es mal Kampfzone – wirklich viele Zweikämpfe zu gewinnen. Deshalb war es für dieses Spiel die richtige Entscheidung.“ Die Folge: „Wir hatten immer das Gefühl, der Chef auf dem Platz zu sein.“

          „Zweikämpfe und Ballbesitz – überall waren wir vorne“

          Auch Stefan Ilsanker, Rodes Nebenmann vor dem Frankfurter Abwehrblock, war mit dem Auftritt in der Hauptstadt mehr als einverstanden. „Wir haben über 90 Minuten unseren Fußball gezeigt. Zweikämpfe und Ballbesitz – überall waren wir vorne.“ Vor einer Woche noch, beim Saisonstart gegen Arminia Bielefeld (1:1), ist dies nicht immer so gewesen. Umso mehr freute es den robusten Ilsanker, dass es der Eintracht sofort gelungen sei, dank einer kompakten Mannschaftsleistung Hertha auf Distanz zu halten. „Es wird nicht vielen Mannschaften gelingen, die Hertha auswärts so zu dominieren“, behauptete der Österreicher, der versprach, gegen Hoffenheim anders auftreten zu wollen, um so „den ersten Dreier zu Hause“ zu holen.

          Wenn die Eintracht an diesem Montag wieder in eine Trainingswoche startet, wird es gravierende Änderungen geben. Nicht nur der mehrere Wochen lang ausfallende Kostic wird im Übungsbetrieb nicht dabei sein. Auch die anderen zehn Nationalspieler der Eintracht werden fehlen. Hütter, angetan vom 3:1 in Berlin, hat seinen auch international im Einsatz befindlichen Spielern einen weiteren freien Tag gewährt. Teilweise müssen sie in der nahenden Länderspielzeit nach dem Hoffenheim-Spiel jeweils drei Partien für ihre Heimatländer absolvieren. Ein zusätzlicher freier Tag soll der bevorstehenden Belastung entgegenwirken.

          Abseits des Trainingsplatzes bleibt Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic noch genau eine Woche, um bis zur Schließung des Transferfensters am 5. Oktober weitere Personalien festzuzurren. Eine betrifft den Australier Ajdin Hrustic. Der 24 Jahre alte Angreifer ist aktuell noch für den FC Groningen am Ball, soll sich mit der Eintracht über einen bevorstehenden Wechsel aber schon einig sein. Hrustic, in Melbourne geboren, besitzt sowohl die australische als auch die bosnische Staatsbürgerschaft. Seine Mutter ist Rumänin, sein Vater Bosnier. Für Australien hat er bislang drei Länderspiele absolviert.

          Über internationale Vereinserfahrung verfügt Hrustic nicht. Für den 3:1-Erfolg der Eintracht in Berlin machte Hertha-Trainer Bruno Labbadia eben diese für den Sieg der Hessen verantwortlich. „Wir haben heute die Körperlichkeit gesehen, die die Eintracht mitbringt, auch durch ihre Erfahrung in Europa“, sagte der in Darmstadt geborene Labbadia. „Das hat den Ausschlag gegeben.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Eine Frau mit einer Packung Eier – im Hintergrund das Kapitol in Havanna

          Corona-Krise auf Kuba : Schlimmer als die Pandemie

          In Kuba setzt die Regierung strenge Maßnahmen gegen Corona ein. Noch härter als die Pandemie trifft die Menschen jedoch die Lebensmittelkrise. Das Land schlittert in eine immer schwierigere Situation.
          Wahlkämpferisch: Donald und Melania Trump am Freitag bei einer Veranstaltung in Tampa, Florida.

          Wahl in Amerika : Gespaltene Staaten

          Aus dem zivilisierten Wettstreit um die politische Macht zwischen Rot und Blau ist in den Vereinigten Staaten ein radikaler Kampf um alles oder nichts geworden; das liegt nicht nur an Donald Trump. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.