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Eintracht-Vorfall in Mailand : Zerstörungslust und kriminelle Energie

  • -Aktualisiert am

Wegen der Pyrotechnik droht den Fans von Eintracht Frankfurt eine Sperre. Bild: AFP

Ein paar Übeltäter und zwei Straftäter bringen tausende Frankfurter Fans um die nächste Auswärtsfahrt nach Lissabon. Die Uefa kann gar nicht anders als diese Strafe auszusprechen. Vielleicht hilft dieser Vorfall nun aber auch.

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          Ein paar Übeltäter und zwei Straftäter haben in Mailand mehrere tausend Fans der Frankfurter Eintracht um das Vergnügen des Stadionbesuchs bei einer weiteren Auswärtsfahrt gebracht. Die Uefa kann gar nicht anders nach dem Abbrennen von Pyrotechnik und dem Abschießen von zwei Leuchtraketen, als die nach den vorangegangenen Vergehen zur Bewährung ausgesetzten Strafen zu aktivieren. Was den meisten Frankfurter Fans in Mailand bewusst war, als die Leuchtkörper noch in der Luft waren. Die ausgelassene Siegesstimmung kippte. „Ihr seid Scheiße wie der OFC“, brüllten Tausende mit dem Adler auf der Brust in Richtung Straftäter.

          Vielleicht erfüllt sich nach diesem Vorfall die Hoffnung von den Funktionären in den Vereinen und Verbänden, die lieber auf die Selbstreinigungskräfte in der organisierten Fanszene setzen, als die rigorosen Forderungen des hessischen Innenministers Peter Beuth umzusetzen. Vielleicht ist jetzt der Leidensdruck so groß geworden, dass die Täter nicht mehr gedeckt, sondern benannt werden. Vielleicht rücken die Führungspersonen der organisierten Fanszene nun davon ab, Pyrotechnik als legitimen, stimmungsfördernden Teil der Fankultur zu verklären. Weder das Feuerwerk ist zu kontrollieren, noch der geistig-moralische Zustand jedes Feuerwerkers.

          Es lassen sich gar keine anderen Motive finden als Zerstörungslust und kriminelle Energie für die Schüsse mit Leuchtraketen auf einen Unterrang und auf das Spielfeld. Ein Zuschauer soll verletzt worden sein, und um ein Haar wäre es auch Inter-Profi Perisic gewesen, den das Geschoss nur um Zentimeter verfehlte. Hätte sich der ehemalige Bundesliga-Profi auf den Boden geworfen und simuliert, die Begegnung wäre womöglich abgebrochen und Inter zum Sieger erklärt worden. Das sollte allen im Eintracht-Fanblock bewusst sein, die meinen, sich mit ihrer Einstellung zur Pyrotechnik über die Regeln und Gesetze stellen zu können und ihre Mitmenschen gefährden zu dürfen, weil sie romantische Vorstellungen mit einem roten Licht verbinden.

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