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Europa League in Mailand : Frankfurt droht Fan-Ausschluss nach Pyro-Ärger

Pyrotechnik im Frankfurter Block könnte die Eintracht-Fans noch teuer zu stehen kommen. Bild: AP

Der Eintracht gelingt mit einem Coup bei Inter Mailand der Einzug ins Viertelfinale der Europa League. Doch die große Freude wird getrübt durch einzelne Fans. Die Folgen könnten gravierend sein.

          Nach dem 1:0-Sieg der Frankfurter Eintracht bei Inter Mailand war die Stimmung unter den Anhängern des Bundesligaklubs aus Hessen ambivalent. Eigentlich hatten die Fans der Mannschaft von Trainer Adi Hütter allen Grund zum Feiern. Schließlich hatte nicht nur ihr Team auf dem Platz ein überragendes Spiel mit zahlreichen Tormöglichkeiten und großem Kampf abgeliefert. Auch die Fans hatten in Mailand ein großartiges, rekordverdächtiges Bild abgegeben. Mindestens 15.000 Anhänger machten das Auswärtsspiel im legendären San Siro bisweilen zu einem Heimspiel.

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          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Doch am Ende war bei vielen Anhängern auf dem Weg vom Stadion in eine Bar oder ins Hotel die Stimmung erheblich eingetrübt durch das Verhalten Einzelner, die wieder einmal das große Ganze zu gefährden drohen. Denn obwohl die Eintracht-Fans nach Ausschreitungen beim Gruppenspiel bei Lazio Rom im Dezember unter Beobachtung der Europäischen Fußball Union Uefa stehen – und das wussten alle Frankfurter, die am Donnerstag im Stadion waren –, kam es während des Duells mit Inter Mailand im Block wieder mehrfach zum Zünden von Pyrotechnik. Trauriger Höhepunkt: In der zweiten Halbzeit flog eine Leuchtrakete zuerst in das Dach-Gestänge des Giuseppe-Meazza-Stadions und von dort auf den vollbesetzten Unterrang des Stadions. Nach Spielende segelte eine andere Leuchtbombe auf den Platz und verfehlte den dort stehenden Mailänder Spieler Ivan Perisic nur um einige Meter.

          Es sollte ein Festtag werden, ohne Wenn und Aber. Doch nun droht jenen 99,9 Prozent der Zuschauer, die sich nichts zuschulden kommen ließen, wegen einiger Unverbesserlicher eine Platzsperre. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass das nächste Auswärtsspiel ohne Fans der Eintracht stattfindet.„Es ein No-Go. Wir wissen, dass wir vorbestraft sind“, sagte Torwart Kevin Trapp. „Wir betonen immer, dass wir die Fans brauchen, besonders auswärts. Das hat uns auch heute wieder geholfen. Es ist einfach schade, dass es manche nicht verstehen. Wenn 15.000 hierher mitreisen und sich auf ein Spiel freuen und Einzelne es kaputt machen, dann ist das einfach Schwachsinn. Dafür habe ich kein Verständnis.“ Auch Teamkollege Sebastian Rode meinte: „Es ist ärgerlich.“

          Den ganzen Tag über hatten sich die Fans der Eintracht darum bemüht, gute Gäste zu sein und eine ordentliche Visitenkarte in der Hauptstadt der Lombardei abzugeben. Vorstandsmitglied Axel Hellmann sprach gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am Mittag vor dem Spiel, entspannt mit Sonnenbrille und grauem Eintracht-Hoodie, von einem Festtag für die Mannschaft, aber auch für die Fans. Hellmann lobte dabei ausdrücklich die Polizei. „Das hier steht diametral zu dem Spiel in Rom“, sagte Hellmann beim inoffiziellen Fantreffen vor dem Wahrzeichen der Metropole, dem Mailänder Dom. In Rom war die Polizei im Dezember vergangenen Jahres teilweise sehr offensiv gegen die Frankfurter Anhänger vorgegangen, die sich später negativ über das repressive und aggressive Verhalten beklagten.

          Es komme eben auch immer darauf an, welche Stimmung von außen verbreitet werde, sagte Hellmann am Donnerstag, während sich eine lange Schlange von Fans aufreihte, um sich mit dem Eintracht-Vorstand vor dem herrlichen Dom fotografieren zu lassen. In Mailand hielt sich die Polizei dagegen auffällig zurück, „das ist mega entspannt hier“, so Hellmann.

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