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2:1 bei St. Pauli : Ein guter Torjäger reicht Frankfurt

Wohl dem, der solch einen Stürmer hat: Bas Dost lässt sich für zwei Tore für Frankfurt beglückwünschen. Bild: EPA

Die Eintracht nimmt die nächste Hürde im DFB-Pokal. Das 2:1 beim FC St. Pauli ist ein hartes Stück Arbeit auf dem Weg ins Achtelfinale. Der Frankfurter Torjäger ist wieder fit – und schlägt früh gleich zwei Mal zu.

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          Der Einzug ins Achtelfinale ist geschafft. Doch es war ein hartes Stück Arbeit, das die Eintracht am Mittwochabend in der zweiten Runde des DFB-Pokals leisten musste. Dass es am Ende für die Bundesligamannschaft von Trainer Adi Hütter zu einem knappen 2:1-Sieg beim zweitklassigen FC St. Pauli reichte, war vor allem das Verdienst von Bas Dost. Der Niederländer, wochenlang verletzt, schlug im mit 29.373 Zuschauern ausverkauften Millerntorstadion gleich doppelt zu. Dost machte es früh mit dem Kopf (4. Spielminute) und mit dem Fuß (16.), und weil St. Pauli lediglich durch einen verwandelten Handelfmeter erfolgreich war (42.), gebührte Rückkehrer Dost großer Anteil am Pokalsieg.

          DFB-Pokal
          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Bevor es sportlich so richtig los ging, machten sich wieder einmal Frankfurter Feuerwerker negativ bemerkbar. Bengalos, Raketen, Kanonenschläge – aus dem Eintracht-Fanblock flogen etliche verbotene Knallkörper. Und auch verbal machten die Anhänger der Hessen mit geschmacklosen Spruchbändern auf sich aufmerksam. „Bock auf Schiffe versenken? Schuss auf Block A/B – Treffer.“ Auf der Gegentribüne, im Pauli-Block, kam prompt die Antwort: „Frankfurt versenken, Pokal erbeuten.“ Ein frommer Wunsch nur, denn vom Anpfiff an war es die Eintracht, die Spiel und Tempo kontrollierte – und sich sehr früh dafür belohnte.

          In der vierten Minute war es Rückkehrer Bas Dost, der mit der ersten Aktion überhaupt ein erstes nachhaltiges Ausrufezeichen setzte. Bestens von Martin Hinteregger mit einem präzisen Flankenball bedient, stieg Dost höher als Gegenspieler Leo Östigard und schlug mit dem Kopf entscheidend zu. 1:0 für die Eintracht, die Richtung stimmte – und wieder einmal hat Hütter bei der Personalauswahl das richtige Händchen gehabt. Gegenüber der 2:4-Auswärtsniederlage am Sonntag in der Bundesliga bei Borussia Mönchengladbach hat Hütter für die Auseinandersetzung im Pokal genau die Hälfte seiner Feldspieler ausgetauscht.

          Auf St. Pauli durften sich von Beginn an Evan Ndicka, Timothy Chandler, Erik Durm, Dominik Kohr und eben Dost beweisen. Gerade vom wieder genesenen Dost, der zuletzt wegen Leistenproblemen nicht seiner stürmischen Arbeit nachgehen konnte, erhoffte sich der Frankfurter Fußballlehrer besondere Impulse für die Offensive. Weil Goncalo Paciencia zunächst auf der Bank Platz nahm, bildete der Niederländer Dost gemeinsam mit dem Japaner Daichi Kamada das Sturm-Duo. Zwei Männer, ein Ziel: die zweite Runde unbeschadet überstehen und sich das Ticket für das Achtelfinale sichern, das am 4./5. Februar stattfindet und am kommenden Sonntag im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund ausgelost wird.

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          Beschwingt durch das früh herausköpfte 1:0, hielt die zu diesem Zeitpunkt Ball und Gegner kontrollierende Eintracht weiter Kurs – und ließ sich auch nicht durch die erste Aktion der Hamburger verwirren, als Victor Gyökeres mit einem Kopfball über das Frankfurter Tor zielte (12.). Im Gegenteil. Nur vier Minuten nach diesem Lebenszeichen des FC St. Pauli schlug die Eintracht ein zweites Mal zu. Wieder war es Dost, der prägende Mann dieses Spiels, der sein Können zeigte und ein Tor der Extraklasse erzielte. Diesmal von Kohr in Szene gesetzt, nahm Dost zielstrebig Kurs auf das Hamburger Tor, schaute kurz auf – und lupfte den Ball über Pauli-Keeper Korbinian Müller hinweg zum 2:0 ins Gehäuse.

          Die Pokalpartie schien früh entschieden. Denn was sollte schon noch passieren? Eine ganze Menge – und zum Beispiel dies: Marvin Knoll nahm aus zwanzig Metern Maß und schien sich schon über den Anschlusstreffer zu freuen. Doch der Ball prallte vom linken Pfosten zurück ins Feld (24.). Eintracht-Torhüter Frederik Rönnow wäre in dieser Szene machtlos gewesen – und der Däne war es drei Minuten vor dem Pausenpfiff, als St. Pauli unbedrängt aus elf Metern zum 2: 1 kam. Bei einer Rettungsaktion im Strafraum hatte Hinteregger die Hand zu Hilfe genommen. Waldemar Sobota ließ sich diese einmalige Gelegenheit nicht entgehen und verwandelte den fälligen Strafstoß.

          Der Anschlusstreffer weckte die Lebensgeister der kämpferischen Hamburger, die sich nach dem Seitenwechsel gehörig steigerten und die Eintracht fast völlig in die eigene Hälfte zurückdrängte. Allein: Der Tabellenzwölfte der zweiten Liga schaffte es trotz intensivster Bestrebungen nicht mehr, den Ausgleich zu erzielen und den klassenhöheren Favoriten in die Verlängerung zu zwingen. Stark begonnen, im zweiten Spielabschnitt stark nachgelassen und mächtig von den Norddeutschen unter Druck gesetzt: Die Eintracht konnte sich am Ende glücklich schätzen, die Pokalhürde St. Pauli genommen zu haben. Ein schönes sportliches Geburtstagsgeschenk übrigens für Fredi Bobic. Der Eintracht-Sportvorstand wurde am Mittwoch 48 Jahre alt.

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